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Länder wollen Impfstoff-Menge neu verhandeln

Schweinegrippe  

Länder wollen Impfstoff-Menge neu verhandeln

30.12.2009, 15:06 Uhr | dpa

Die Bundesländer wollen Schweinegrippe-Impfstoff abbestellen (Foto: imago)Die Bundesländer wollen Schweinegrippe-Impfstoff abbestellen (Foto: imago) Die Gesundheitsminister der Länder wollen nur die Hälfte der 50 Millionen bestellten Dosen des Schweinegrippe-Impfstoffs Pandemrix abnehmen. Bei einer einmaligen Schutzimpfung pro Person reiche diese Menge aus, erklärte das Thüringer Gesundheitsministerium und bestätigte damit eine Meldung der Bielefelder Zeitung "Westfalen-Blatt".

Am 7. Januar wollen die Länder mit dem Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline die Mengen neu aushandeln. Thüringen sitzt bis zum Jahreswechsel der Gesundheitsministererkonferenz vor, danach übernimmt Niedersachsen.

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Milde Verläufe

Bei der Bestellung von 50 Millionen Impfdosen sei man noch von einer Zweifach-Impfung ausgegangen, erklärte Staatssekretär Hartmut Schubert. Angesichts der milden Verläufe der Krankheit sei dies jedoch nicht notwendig.

"Fühle mich veralbert"

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Taubert (SPD) hatte bereits zuvor die Einkaufspolitik beim Impfstoff kritisiert. "Da hat die Bundesregierung die Länder erst gedrängt, möglichst viel Impfstoff zu bestellen, und als es Kritik gab, die Schuld den Länder zugeschoben. Da fühle ich mich schon veralbert." In künftigen Fällen müsse im Vorfeld geklärt werden, wer den Impfstoff bestellt und bezahlt und dann auch dafür die Verantwortung übernimmt.

Kein marktgerechter Preis

Taubert regte an, für Pandemien einen Stufenplan zu entwickeln, mit dem besser auf die Entwicklung der Erreger reagiert werden könne. Dann könne auch anders mit den Herstellern verhandelt werden. Zurzeit setzten die Länder neben Vereinbarungen zur Rücknahme auch auf den Weiterverkauf von Impfdosen an Drittländer. Moldawien, Mazedonien, Kosovo, Albanien, die Mongolei oder die Ukraine hätten laut "Westfalen-Blatt" bei der Bundesregierung angefragt. Die Staaten hielten aber den von den Ländern geforderten Preis von sieben Euro pro Impfdosis für nicht marktgerecht.

Sechs Millionen Bürger geimpft

Bislang haben sich nach Schätzungen des Paul-Ehrlich-Instituts rund sechs Millionen Bundesbürger gegen das H1N1-Virus immunisieren lassen. Anfang Dezember habe die Impfquote zwischen 4,7 und 6,7 Prozent gelegen.

Millionen-Verluste

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung droht etwa der Stadt Hamburg wegen der großen Menge ungenutzten Impfstoffs ein Verlust von mehreren Millionen Euro. Die Krankenkassen zahlen nur den Impfstoff, der tatsächlich verwendet wurde. In Hamburg ließen sich bislang nur knapp 100.000 Bürger, etwa sechs Prozent der Einwohner, gegen die Schweinegrippe impfen, wie die Zeitung unter Berufung auf den Sprecher der Gesundheitsbehörde, Rico Schmidt, berichtet. In der Behörde lagern demnach noch rund 200.000 Impfdosen, insgesamt seien mehr als eine Million Dosen bestellt worden.

132 Todesfälle

Nach jüngsten Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden in Deutschland bislang 132 Todesfälle in Verbindung mit der Schweinegrippe registriert. Die Gesamtzahl der H1N1-Erkrankungen liegt diesen Angaben zufolge bei rund 210.000. Die meisten Krankheitsfälle wurden bislang in Bayern gezählt (42.052), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (38.011) und Baden-Württemberg (30.756).

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