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Tödliche Massenpanik bei Loveparade: aktuelle Meldungen

Tödliche Massenpanik bei Loveparade: aktuelle Meldungen

25.07.2010, 12:46 Uhr | dpa, dapd, AFP

Tödliche Massenpanik bei Loveparade: aktuelle Meldungen. Bei einer Massenpanik auf der Duisburger Loveparade starben 19 Menschen (Foto: dpa)

Bei einer Massenpanik auf der Duisburger Loveparade starben 19 Menschen (Foto: dpa)

Die Loveparade begann als fröhliche Party und endete in einer Katastrophe mit 19 Toten. Nun ist die Suche nach den Verantwortlichen für die tödliche Massenpanik in vollem Gange. Vor allem die Stadt und die Veranstalter müssen sich gegen Kritik rechtfertigen. Entsetzen herrscht im In- und Ausland. t-online.de berichtet aktuell:

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18 Uhr: Einen Tag nach der Tragödie bei der Loveparade in Duisburg sind alle 19 Todesopfer identifiziert. Bei den Getöteten handelt es sich nach Angaben der Duisburger Polizei vom Sonntag um elf Frauen und acht Männer. Sechs von ihnen seien Ausländer, sie kamen aus den Niederlanden, Australien, Italien, China und Spanien.

17:30 Uhr: In Gedenken an die 19 Toten bei der Loveparade in Duisburg flaggt das Land Nordrhein-Westfalen auf Halbmast. Das sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Sonntag in Düsseldorf. Die Trauerbeflaggung sei ein Zeichen der Anteilnahme für die Opfer und ihre Angehörigen.

16:30 Uhr: Nach der Tragödie bei der Loveparade in Duisburg hat die Polizei 18 der 19 Toten identifiziert. Bei der Massenpanik starben 11 Frauen und 8 Männer. Unter den Toten sind 11 Deutsche, wie Polizei und Staatsanwaltschaft Duisburg am Sonntag berichteten. Hinzu kommen Opfer aus den Niederlanden, Australien, Italien, China, Spanien und Bosnien. 16 Tote seien auf der westlichen Seite der Zugangsrampe gefunden worden, davon 14 im Bereich einer abgesperrten Metalltreppe und zwei an einer Plakatwand zu Anfang des Aufgangs. Bereits vor dem Unglück habe die Polizei die Öffnung einer zweiten Rampe veranlasst. Zu keiner Zeit habe die Polizei den Zugang am oberen Ende der Rampe gesperrt.

15:30 Uhr: Der Frankfurter Techno-Pionier Sven Väth hat eine lückenlose Aufklärung der Loveparade-Tragöde von Duisburg gefordert. "Absperrungen und Eingrenzungen erscheinen mir persönlich für eine Menschenmenge dieser Größenordnung logistisch nur schwer durchführbar", sagte Väth laut einer in Frankfurt verbreiteten Mitteilung. Er selbst habe die Veranstaltung immer nur in Berlin erlebt. "Traurig stimmt es mich, dass die Love Parade, die einst als friedliche Demonstration für Musik, Club- und Partykultur weit über unsere Grenzen hinaus bejubelt wurde, nun durch solch eine grobe Fahrlässigkeit ein derart dramatisches und fragwürdiges Ende findet." Väth gehört zu den Mitbegründern der Techno-Bewegung.

14:15 Uhr: Nach dem Unglück bei der Duisburger Loveparade hat die Staatsanwaltschaft Unterlagen bei der Stadt beschlagnahmt. Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) und Sicherheitsdezernent Wolfgang Rabe bestätigten am Sonntag vor Journalisten in Duisburg, sie hätten entsprechende Akten übergeben. Bislang seien zwei Strafanzeigen eingegangen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Die Ermittlungen richteten sich gegen unbekannt, sagte Staatsanwalt Rolf Haferkamp am Sonntag. Die Ermittlungsbehörde habe das Sicherheitskonzept der Loveparade von den Veranstaltern und der Stadt Duisburg beschlagnahmt. Die Papiere seien bereits am Samstagnachmittag sichergestellt worden.

14 Uhr: Der Chef des Bundeskanzleramts, Ronald Pofalla, und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder treffen sich am Sonntag mit der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Polizeipräsidium in Duisburg. Dort wollten sie sich gemeinsam mit Kraft ein Bild von der Lage nach der Katastrophe auf der Loveparade machen, teilte die Bundesregierung mit.

13 Uhr: Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat die Schuld für die Katastrophe bei der Duisburger Loveparade Stadt und Veranstaltern gegeben. Der Vorsitzende der Gewerkschaft, Rainer Wendt, sagte der "Bild"-Zeitung: "Letztlich sind Stadt und Veranstalter für die Tragödie verantwortlich." Wendt führte weiter aus, er habe schon vor einem Jahr gewarnt, Duisburg sei kein geeigneter Ort für die Loveparade. "Die Stadt ist zu klein und eng für derartige Veranstaltungen." Der Polizeigewerkschafter sieht das Problem nicht beim Festival-Gelände selbst, sondern bei den Wegen dorthin. Eine Schuld der Polizei sieht Wendt nicht.

12:40 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag der Todesopfer bei der Loveparade in Duisburg gedacht. "Ich gedenke in meinen Gebeten der jungen Menschen, die ihr Leben verloren haben", sagte der Papst in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo in der Nähe von Rom. Ihn erfülle "tiefe Trauer".

12: 15 Uhr: Nach der tödliche Massenpanik hat die Staatsanwaltschaft offiziell die Ermittlungen aufgenommen. "Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat sofort ein Ermittlungsverfahren eingeleitet", sagte Detlef von Schmeling vom Polizeipräsidium Duisburg am Sonntag. Die meisten Toten seien auf der westlichen Seite der Zugangsrampe gefunden worden. 16 Opfer seien bislang identifiziert, die Angehörigen seien informiert. Unter den Opfern befanden sich demnach auch ein Niederländer, ein Australier, ein Italiener und ein Chinese. Der Leiter der Duisburger Krisenstabs, Wolfgang Rabe, erklärte, er habe am Sonntagmorgen alle seine Unterlagen der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt.

12 Uhr: Nach dem tragischen Unglück vom Samstagabend wird es künftig keine Loveparade mehr geben. Das teilte Veranstalter Rainer Schaller am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Duisburg mit. "Ich bin furchtbar bestürzt und in tiefer Trauer", sagte Schaller. Den Opfern und Angehörigen sprach er sein aufrichtiges Mitgefühl aus. Die Veranstalter würden alles Erdenkliche unternehmen, um eine schnelle und lückenlose Aufklärung der Tragödie zu unterstützen. Wörtlich fügte Schaller hinzu: "Die Loveparade war immer eine friedliche Veranstaltung und fröhliche Party." Sie werde aber für immer von den tragischen Ereignissen in Duisburg überschattet sein und daher nicht mehr weiter fortgesetzt. Explizit sprach Schaller vom "Aus für die Loveparade".

11:45 Uhr: Die Polizeigewerkschaft in Nordrhein-Westfalen hat den Veranstaltern der Loveparade eine teils fahrlässige Vorbereitung vorgeworfen. Die 19 Toten und 342 Verletzte seien Opfer "materieller Interessen eines Veranstalters, der unter dem Deckmäntelchen der 'Kulturhauptstadt 2010'" Druck ausgeübt habe, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Wolfgang Orscheschek, am Sonntag in einer Mitteilung. Duisburger Stadtpolitiker seien "in die Enge getrieben" worden, so dass sie zur Loveparade trotz eindringlicher Warnungen aus dem Sicherheitsbereich nur "ja" sagen konnten. Polizei und Feuerwehr "haben im Vorfeld ihre Vorbehalte geäußert", sagte Orscheschek.

11:30 Uhr: Nach der Tragödie mit 19 Toten und 342 Verletzten bei der Loveparade haben die Veranstalter den Livestream auf ihrer Homepage eingestellt. Stattdessen stellten sie einen mit schwarzer Farbe unterlegten Trauertext auf die Website mit folgendem Wortlaut: "Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist heute von den tragischen Unglücksfällen überschattet worden. Daher beenden wir den Livestream zur Loveparade. Unser aufrichtiges Beileid gilt allen Angehörigen und unsere Gedanken sind bei denjenigen, die derzeit noch versorgt werden müssen. Die Stadt Duisburg hat eine Hotline eingerichtet, unter der sich besorgte Angehörige informieren können: 0203-94000"

9:30 Uhr: Die Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Renate Künast und Jürgen Trittin, haben eine Aufklärung der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg verlangt. "Aus einem friedlichen Fest, das fröhliche Menschen feiern wollten, ist eine Tragödie geworden", hieß es in einem Statement. "Wir trauern mit den Angehörigen und Freunden der Opfer. Den Verletzten wünschen wir baldige Genesung. Eine genaueste Untersuchung des Vorfalls und eventueller organisatorischer Mängel sind wir ihnen schuldig. Fehler in der Organisation einer solchen Massenveranstaltung dürfen sich nicht wiederholen."

9 Uhr: Der Cheforganisator der Kulturhauptstadt "Ruhr.2010", Fritz Pleitgen, fühlt sich nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg mit in der Verantwortung. "Ganz klar fühle ich mich auch mitverantwortlich, aber eher im moralischen Sinne", sagte Pleitgen Samstagnacht im ZDF. Die Loveparade sei ein "erprobtes Format". "Es ist uns angeboten worden als Projekt für die Kulturhauptstadt. Wir haben das angenommen, aber wir sind weder finanziell noch organisatorisch beteiligt." Er trage aber "schwer" daran.

2 Uhr: Nach dem tödlichen Massengedränge am Rande der Loveparade in Duisburg haben die letzten Raver das Gelände am ehemaligen Güterbahnhof verlassen. Die Organisatoren hatten gegen Mitternacht die Musik abgestellt. Am frühen Sonntagmorgen bewachten Polizisten weiterhin den abgesperrten Unglücksort. Am Samstagnachmittag waren bei einer Panik in einem Tunnel vor dem Veranstaltungsgelände insgesamt 18 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 80 Besucher erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Die Veranstalter hatten die Loveparade trotz des tödlichen Zwischenfalls weiterlaufen lassen, um eine weitere Panik unter den hunderttausenden Teilnehmern zu vermeiden.

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