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USA sorgen sich um "labilen" Partner Pakistan

Verbündeter außer Kontrolle

01.12.2010, 12:11 Uhr | AFP , dpa

USA sorgen sich um "labilen" Partner Pakistan. Teststart einer pakistanischen Trägerrakete vom Typ "Shaheen" im Jahr 2008 - Washington fürchtet seinen Verbündeten Islamabad zunehmend. (Foto: Reuters)

Teststart einer pakistanischen Trägerrakete vom Typ "Shaheen" im Jahr 2008 - Washington fürchtet seinen Verbündeten Islamabad zunehmend. (Foto: Reuters)

Die Sorgen der USA um die Sicherheit der pakistanischen Atomwaffen sind angesichts einer labilen Regierung in Islamabad größer als bislang bekannt. Wie die britische Zeitung "The Guardian" und "Spiegel Online" berichten, geht dies aus internen Dossiers der US-Botschaft an das Außenministerium in Washington hervor, die die Internetplattform Wikileaks veröffentlicht hat.

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Nach einem Bericht der "New York Times" fürchtet der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari sogar sein eigenes Militär.

Furcht vor den eigenen Streitkräften

Zardari habe im Januar 2009 dem damaligen designierten US-Vizepräsidenten Joe Biden gesagt, er sei besorgt, dass ihn die Streitkräfte "aus dem Weg räumen" könnten, berichtet die "New York Times". Ob er damit einen Putsch meinte oder gar seine eigene Ermordung, ist unklar.

Zardaris Sorgen waren wohl nicht ganz unbegründet: Aus den Dokumenten bei Wikileaks geht nämlich auch hervor, dass die pakistanische Militärführung tatsächlich einen Putsch gegen den Präsidenten erwogen hat. Demnach sagte Armeechef Aschfak Kajani im März 2009 dem US-Botschafter, dass er Druck auf Zardari machen könnte, um ihn zum Rücktritt zu zwingen.

Nicht die Taliban sind das größte Problem

Zardaris Äußerungen spiegeln deutlich die einflussreiche Rolle des Militärs in der Atommacht Pakistan wider, einem Land mit zahlreichen Putschen in der Vergangenheit. Sie werfen neue Fragen über die Stärke und Effektivität der zivilen Regierung auf. Sie unterstreichen, wie die "New York Times" weiter erläutert, auch die Zweifel der US-Regierung daran, ob die pakistanische Führung voll bereit ist, gegen islamische Extremisten im eigenen Land vorzugehen - trotz der Milliarden Dollar an militärischer und ziviler US-Hilfe.

Im Hinblick auf die Atomwaffen sei die größte Sorge der USA aber nicht die Taliban und andere militante Islamisten, die eine komplette Atomwaffe stehlen könnten, schrieb die US-Botschafterin in Islamabad, Anne Patterson, laut "Guardian" Anfang 2009 nach Washington. "Sondern dass jemand, der in den Anlagen der pakistanischen Regierung arbeitet, nach und nach genug Material rausschmuggelt, um dann irgendwann eine Waffe zu bauen".

"Drängen Sie Pakistan, ihn weiterhin unter Hausarrest zu halten"

Wie "Spiegel Online" berichtet, zeigt auch ein Schriftwechsel der US-Diplomaten von 2008 zur bevorstehenden Freilassung des umstrittenen pakistanischen Atomwissenschaftlers Abdul Qadeer Khan, wie schwer es Washington fällt, Einfluss auf den Verbündeten zu nehmen. Khan, der auch als "Vater der islamischen Atombombe" bekannt ist, hatte zugegeben, seine Kenntnisse auch an Libyen, Nordkorea und den Iran weitergegeben zu haben. 2004 war er auf Druck der USA unter Hausarrest gestellt worden.

"Machen Sie deutlich, dass Washington die Freilassung von A.Q. Khan äußerst missbilligt, drängen Sie die Regierung von Pakistan, ihn weiterhin unter Hausarrest zu halten", zitiert die Internetausgabe des Nachrichtenmagazins "Spiegel" aus einer Nachricht der damaligen US-Außenministerin Condoleezza Rice an Botschafterin Patterson in Islamabad.

Ewiger Helfer der afghanischen Guerilla

Als ein Gericht im Februar 2009 Khans Hausarrest mit sofortiger Wirkung aufhob, habe die Nachricht Präsidenten Zardari völlig unvorbereitet getroffen, berichtete Patterson laut "Spiegel Online" nach Washington. Sie habe sich erbost über die "beständige Koordinationslosigkeit" der Regierung in Islamabad geäußert. Auf ihren Protest hin garantieren ihr aber Zardari und sein Innenminister, "eine Rechtsgrundlage für Khans weiteren Arrest zu schaffen".

Nach Ansicht Pattersons wird Pakistan auch niemals komplett mit den Taliban in Afghanistan brechen, so die "New York Times". Durch die Kontakte zu den Islamisten wolle man sich in Islamabad den Einfluss in dem Nachbarland auch für die Zeit nach dem Abzug der internationalen Truppen und mit Blick auf den Erzrivalen Indien sichern.

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