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Wikileaks-Gründer Assange aus Haft entlassen

Wikileaks-Gründer Assange aus Haft entlassen

16.12.2010, 19:44 Uhr | AFP, t-online.de, dpa

Wikileaks-Gründer Assange aus Haft entlassen. Nach der Zahlung der Kaution wurde Julian Assange aus der Haft entlassen (Foto: Reuters)

Nach der Zahlung der Kaution wurde Julian Assange aus der Haft entlassen (Foto: Reuters)

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, ist nach der Zahlung einer Kaution aus der Haft entlassen worden. Am Nachmittag entschied das höchste britische Zivilgericht in zweiter Instanz, dass Assange das Gefängnis in London gegen eine Kaution von 200.000 Pfund verlassen darf. Das Gericht wies damit einen Einspruch gegen die vorläufige Haftentlassung zurück.

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Es bestätigte zugleich eine Entscheidung vom Dienstag, nach der Assange unter Auflagen freigelassen wird. Unter anderem muss der Wikileaks-Gründer eine elektronische Fußfessel tragen, seinen Pass abgeben und darf sich ausschließlich auf dem Landsitz eines mit der Enthüllungsplattform in Verbindung stehenden Medienclubs in Großbritannien aufhalten.

"Es ist toll, wieder die frische Luft von London zu riechen"

Assange hat sich nach seiner Freilassung entschlossen gezeigt, seine Unschuld zu beweisen. Er werde sowohl seine Arbeit fortsetzen als auch weiter gegen die Anschuldigungen gegen ihn protestieren, sagte er unmittelbar nach der Entlassung vor dem Londoner Gerichtsgebäude. Er warte auf die Beweise, die zur Untermauerung der Vorwürfe gegen ihn vorgelegt würden.

"Es ist großartig, wieder die frische Luft Londons zu atmen", waren seine ersten Worte. Während seiner Zeit im Gefängnis habe er Zeit gehabt, über die Haftbedingungen nachzudenken, unter denen viele unschuldige Menschen in der Welt leben müssten. Er forderte die wartenden Journalisten auf, auch diese Menschen zu unterstützen. Nach dem kurzen Statement verließ er das Gericht und beantwortete keine Fragen.

Nachdem die Freilassung Assanges auf Kaution am Nachmittag beschlossen worden war, hatten Unterstützer und Journalisten stundenlang ausgeharrt, bis Assange tatsächlich frei war. Zunächst hatten nach Angaben seines Londoner Anwalts Mark Stephens Formalitäten geklärt werden müssen. Unter anderem musste das Geld in Bar übergeben und die Bürgen geprüft werden.

Wer hat Einspruch eingelegt?

Bisher wisse auch das Verteidiger-Team nicht, wer eigentlich Einspruch gegen die Freilassung am vergangenen Dienstag eingelegt habe, so Stephens. Da sowohl die schwedischen als auch die britischen Behörden offiziell erklärt hätten, der Einspruch sei nicht von ihrer Seite gekommen, stelle man sich die Frage, wer im Auftrag der Schweden so gehandelt habe, sagte Stephens.

Jubel bei den Unterstützern

Unter den Unterstützern von Assange vor dem Gerichtsgebäude im Zentrum Londons brach unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Entscheidung am Nachmittag Jubel aus. Der 39 Jahre alte Australier saß wegen Vergewaltigungsvorwürfen auf Grundlage eines EU-weiten Haftbefehls aus Schweden seit mehr als einer Woche in Untersuchungshaft.

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Schweden verlangt Assanges Auslieferung

Die schwedische Staatsanwaltschaft betreibt auch nach der Freilassung von Assange unverändert dessen Auslieferung durch Großbritannien. Die verantwortliche Oberstaatsanwältin Marianne Ny erklärte : "Die Entscheidung in London ändert nichts an der Voruntersuchung bei uns." Sie wollte auf weitere Fragen nicht antworten.

Anhänger befürchten bei einer Überstellung an Schweden eine spätere Auslieferung des Australiers an die USA, wo ihm ein Verfahren wegen der Veröffentlichung von Geheimdepeschen der US-Diplomatie drohen könnte. Ob Assange an Schweden ausgeliefert wird, dürfte von der britischen Justiz erst in einigen Wochen oder gar Monaten entschieden werden.

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