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Proteste in der arabischen Welt reißen nicht ab

Proteste in der arabischen Welt reißen nicht ab

07.03.2011, 09:27 Uhr | dpa, AFP

Proteste in der arabischen Welt reißen nicht ab. Demonstranten vor dem Regierungssitz in Bahrain (Foto: AP)

Demonstranten vor dem Regierungssitz in Bahrain (Foto: AP)

Der Widerstand gegen autoritäre Machthaber in der arabischen Welt hält an. Im Golfstaat Bahrain protestierten tausende Menschen erstmals vor dem Sitz der Regierung. Im Jemen rief die Opposition zu neuen Demonstrationen gegen Präsident Ali Abdallah Saleh auf. Anhänger des algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika verhinderten in Algier dagegen einen Protestmarsch. Saudi-Arabien untersagte jeglichen Protest.

Ein Sprecher der jemenitischen Opposition sagte, die Demonstrationen und Sitzblockaden müssten in sämtlichen Regionen im Jemen intensiviert werden, damit Präsident Saleh nur noch der Rücktritt übrig bleibe. Die Regierungsgegner riefen zu neuen Protesten gegen die Staatsführung auf, nachdem Saleh einen von der Opposition vorgelegten Plan zur Lösung der Krise abgelehnt hatte. Er wies vor allem die Forderung zurück, bis zum Jahresende zurückzutreten.

Die Vorschläge der Opposition seien "wirr und widersprüchlich", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Saba zuvor unter Berufung auf Vertreter des Präsidialamts. Ein "friedlicher Übergang an der Macht" lasse sich nicht durch Salehs vorzeitigen Rücktritt und durch "Chaos" herbeiführen. Der Sprecher der Opposition sagte, der seit 32 Jahren herrschende Saleh habe mit dieser Haltung seinen "politischen Tod" besiegelt.

Bahrain: "Das Volk fordert den Sturz des Regimes"

Im kleinen Golfstaat Bahrain fordern die Demonstranten seit drei Wochen das Ende der Herrscherdynastie von König Hamad bin Issa al-Chalifa. Nachdem das Zentrum ihrer Proteste bisher auf dem Perlenplatz im Zentrum der Hauptstadt Manama war, zogen tausende Demonstranten erstmals vor den Palast Al-Kudaibija, wo jeden Sonntag die Regierung zusammenkommt. Dort bezogen Sicherheitskräfte Stellung. "Das Volk fordert den Sturz des Regimes", rief die Menge.

Auch in Algerien waren Demonstrationen geplant. In der Hauptstadt Algier verhinderten allerdings Anhänger von Präsident Bouteflika einen Protestmarsch. Rund fünfzig Regierungsanhänger besetzten am Samstag mit dem Ruf "Bouteflika ist nicht Mubarak" den zentralen Platz Al-Madania. Die Aufrufe zu weiteren Märschen der Opposition wurden kaum befolgt. In anderen Städten wurden die Proteste verboten.

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Die Regierung Saudi-Arabiens untersagte jegliche Demonstrationen. Kundgebungen, Märsche und Sitzblockaden verstießen gegen das islamische Gesetz, die Scharia, sowie die Werte und Traditionen der saudiarabischen Gesellschaft, erklärte das Innenministerium. Die Polizei sei berechtigt, gegen "Gesetzesbrecher" vorzugehen. In den vergangenen Tagen hatte es in dem ultrakonservativen Königreich mancherorts kleinere Demonstrationen für Reformen gegeben.

Augenzeugen berichteten, etwa 40 Frauen hätten dennoch vor dem Gebäude des Gouverneurs der Ost-Provinz in der Stadt Dammam für die Freilassung ihrer seit 1996 inhaftierten Söhne demonstriert. Mehrere Frauen und auch einige männliche Unterstützer seien von der Polizei festgenommen worden. Einige Frauen wurden den Angaben zufolge auch geschlagen.

In der Stadt Katif, die ebenfalls zur Ost-Provinz gehört, waren zuvor bereits Hunderte auf die Straße gegangen, um für die Freilassung der Inhaftierten und gegen die Diskriminierung der Schiiten zu demonstrieren. Sie riefen: "Keine Schiiten, keine Sunniten, Einheit, Einheit des Islam." In Saudi-Arabien, das von der sunnitischen Familie Al-Saud beherrscht wird, ist eine puritanische Auslegung des sunnitischen Islam Staatsreligion.

Ägypter stürmen Gebäude der Staatssicherheit

In Ägypten, wo die Protestbewegung vor drei Wochen den Sturz von Präsident Husni Mubarak erreicht hatte, stürmten Demonstranten am Freitag und am Samstag in mehreren Städten Gebäude der Staatssicherheit. Die Menschen hätten Dokumente mitgenommen, bevor sie verbrannt oder geschreddert würden, teilte ein Vertreter der Sicherheitskräfte im Kairoer Stadtteil Nasr City mit, wo rund 2500 Demonstranten ein Gebäude der Behörde stürmten. Der Staatssicherheit werden Menschenrechtsverletzungen während der Herrschaft von Mubarak vorgeworfen.

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