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Bereiten die USA einen Militäreinsatz in Libyen vor?

US-Geheim-Kommando soll Rebellen stärken

07.03.2011, 11:01 Uhr | AFP, dapd

Bereiten die USA einen Militäreinsatz in Libyen vor?. Aufstand in Libyen: Das US-Angriffsschiff "Ponce" hat sich angeblich vor der Küste in Stellung gebracht (Archivfoto: Reuters)

Das US-Angriffsschiff "Ponce" hat sich angeblich vor der libyschen Küste in Stellung gebracht (Archivfoto: Reuters)

Die US-Streitkräfte bereiten sich einem Bericht zufolge auf einen Militäreinsatz in Libyen vor. Wie die Zeitung "New York Times" unter Berufung auf ungenannte Regierungsmitarbeiter berichtete, werde der Einsatz von Flugzeugen im internationalen Luftraum vorbereitet, mit denen die Funkkommunikation in Libyen gestört werden könne. Zudem seien weitere Marineverbände vor der libyschen Küste in Stellung gegangen. Dem Zeitungsbericht zufolge liegen die beiden Angriffsschiffe "Kearsarge" und "Ponce" in Reichweite vor Tripolis.

Wie die "NYT" weiter berichtete, befinden sich an der Bord der beiden Schiffe See-, Luft- und Landstreitkräfte des 26. Marineexpeditionskorps, die fähig sind, über hunderte von Kilometern zu agieren. Eine Option sei demnach, Sondereinsatztruppen in Libyen einzuschleusen, um die Aufständischen zu unterstützen. Diese speziell ausgebildeten Einheiten könnten die Kampfkraft der Rebellen praktisch über Nacht verbessern, schrieb die Zeitung. Diese Taktik sei auch in Afghanistan zum Sturz der Taliban 2001 eingesetzt worden.

Kerry: "Eine Menge Waffen werden den Weg dorthin finden"

Schließlich sei es auch möglich, die schlecht ausgerüsteten Aufständischen mit Waffenlieferungen zu unterstützen, hieß es in dem Bericht. In den USA stieg der Druck auf Präsident Barack Obama, Waffenlieferung zuzulassen. "Ich nehme an, dass eine Menge Waffen in den nächsten Wochen ihren Weg auf die eine oder andere Weise dorthin finden werden", sagte der Vorsitzende des Außenausschusses des Senats, John Kerry. Ein direkter Militäreinsatz sei das Letzte, was gewollt sei, doch wäre die Einrichtung einer Flugverbotszone durchaus möglich, sagte Kerry weiter.

Auch der Ex-Gouverneur von New Mexiko, Bill Richardson, sprach sich dafür aus, die Aufständischen "heimlich" mit Waffen zu versorgen und eine Flugverbotszone einzurichten. Stephen Hadley, der frühere Sicherheitsberater von Obamas Vorgänger George W. Bush, drang ebenfalls auf Waffenlieferung nach Libyen. "Wenn es eine Möglichkeit gibt, den Rebellen Waffen in die Hände zu geben, wenn wir ihnen Flugabwehrsysteme geben können, so dass sie selbst eine Flugverbotszone über ihrem Gebiet durchsetzen können, wäre das hilfreich", sagte Hadley auf CNN.

Rebellen wollen sich neu formieren

Die Rebellen haben derweil angekündigt, sich neu zu formieren. Außerdem bräuchten sie schwere Waffen. Mohamad Samir, ein Heeresoberst auf Seiten der Aufständischen, sagte im Ölhafen Ras Lanuf, nach Rückschlägen bräuchten seine Truppen Verstärkung aus dem Osten des Landes, der von Regierungsgegnern kontrolliert wird. Mit Luftangriffen hatten die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi am Sonntag versucht, den Vormarsch der Aufständischen auf Sirte zu stoppen. Sirte ist eine Hochburg der Anhänger Gaddafis. Sie einzunehmen, würde die Kampfmoral der Regimegegner beträchtlich stärken und ein bedeutendes Hindernis auf dem Vormarsch auf Tripolis beseitigen.

Weitere Nachrichten und Links

Die Luftwaffe von Machthaber Gaddafi hat am Montag erneut einen Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Ras Lanuf geflogen. Das berichteten Journalisten von vor Ort. Aus Angst vor Angriffen der Gaddafi-Getreuen waren zuvor zahlreiche Menschen aus der umkämpften Stadt geflohen. Innerhalb einer Viertelstunde fuhren am Morgen ein Dutzend Autos in Richtung der weiter östlich liegenden Stadt Brega. Brega wird seit vergangener Woche von den Aufständischen kontrolliert. Entgegen der Warnungen der Rebellen machten sich einige Bewohner auch in Richtung Westen nach Bin Dschawad auf. Die Stadt war am Sonntag von Getreuen Gaddafis zurückerobert worden.

Der am 15. Februar begonnene Aufstand gegen Gaddafi währt schon jetzt länger und ist blutiger als die verhältnismäßig schnellen Umwälzungen in Tunesien und Ägypten. Hunderte, wenn nicht Tausende wurden bislang getötet, mehr als 200.000 Menschen flüchteten. Libyen droht in in einen Bürgerkrieg zu schliddern, der sich über Wochen und Monate hinziehen könnte. Beide Seiten scheinen relativ schwach und schlecht ausgebildet zu sein, wenn auch Gaddafis Truppen an Zahl und Material überlegen sind.

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