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Erdbeben Japan: Schweres Erdbeben erschüttert Japan

Schweres Erdbeben erschüttert Japan

11.03.2011, 11:39 Uhr | dpa, AFP

Erdbeben Japan: Schweres Erdbeben erschüttert Japan. Riesige Tsunami-Wellen spülen ganze Häuserzeilen bei der Stadt Sendai weg. (Foto: Reuters)

Riesige Tsunami-Wellen spülen ganze Häuserzeilen bei der Stadt Sendai weg. (Foto: Reuters)

Eine Erdbebenkatastrophe mit unabsehbaren Ausmaßen hat weite Teile von Japan heimgesucht. Der Erdstoß der Stärke 8,9 löste einen Tsunami aus. Eine zehn Meter hohe Flutwelle traf bereits den Hafen der Stadt Sendai an der Ostküste, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Es wird befürchtet, dass die Flutwelle weitere Küsten im Pazifik erreicht. Nachrichtensender meldeten bereits 19 Todesopfer. Es gebe viele Verletzte, zahlreiche Häuser seien eingestürzt.

Die Behörden gaben für die gesamte Küstenregion umgehend die höchste Tsunami-Warnstufe aus. Besonders gefährdet sei die Küste von Miyagi. Auch für den gesamten pazifischen Raum sowie für Russland wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben. Teilweise haben in den betroffenen Ländern bereits Evakuierungen begonnen.

Autos ins Meer gespült

Weitere Nachrichten und Links

Fernsehbilder zeigten eine gewaltige Flutwelle, die auf die Ostküste traf. Schiffe wurden gegen die Küste geschleudert, Autos ins Meer gespült und ganze Gebäude einfach weggerissen. Ein großes Schiff rammte frontal einen Wellenbrecher in der Stadt Kesennuma im Bezirk Miyagi, wie auf Bildern des TV-Senders NHK zu sehen war. Die japanische Marine schickte Schiffe in die betroffenen Regionen.

In Miyagi habe es "zahlreiche" Verletzte gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. An einem Gebäude im Hafen von Tokio stieg Rauch auf. Die Nachrichtenagentur Jiji berichtet von mindestens sechs Bränden. In weiten Teilen des Landes wurde der Flug- und Zugverkehr eingestellt, so auch am Hauptstadtflughafen Narita. Das Verteidigungsministerium ordnete nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo den Start von acht Kampfflugzeugen an; Luftaufnahmen sollen einen ersten Überblick über die Schäden ermöglichen.

Immer wieder Nachbeben

In Tokio gerieten zahlreiche Hochhäuser ins Wanken. Einige Gebäude seien in Brand geraten, berichtete der Rundfunksender NHK. Zahlreiche Menschen seien verletzt worden - so etwa beim Einsturz eines Daches, wie die Feuerwehr mitteilte. Der Leiter des Goethe-Instituts in Tokio, Raimund Wördemann, berichtete als Augenzeuge: "Es bebt die ganze Zeit." Er selbst sitze mit einem Helm unter dem Schreibtisch. Der Betrieb der U-Bahn von Tokio musste eingestellt werden, die Hochgeschwindigkeitszüge (Shinkansen) wurden gestoppt.

Auch aus anderen Orten wurden schwere Schäden gemeldet. In zahllosen Haushalten brach die Stromversorgung zusammen. In Chiba geriet nach einer Meldung von Kyodo eine Stahlfabrik in Brand. Über Teilen der Stadt Yokohama stiegen schwarze Rauchwolken auf. In Kamaishi in der Präfektur Iwate stürzten Brücken ein. Eine Öl-Raffinerie in Ichikawa, nahe Tokyo, steht in Flammen. Die Anlage gehört dem japanischen Erdölkonzern Cosmo Oil.

Unterdessen teilte Japans Regierungschef Naoto Kan mit, dass bei keiner der Atomanlagen des Landes nach dem Beben ein Austritt von atomarem Material festgestellt worden sei. Er rief die Bewohner des Landes auf, ruhig zu bleiben und sich über die Medien über die Lage zu informieren. Ein Regierungssprecher in Tokio sagte, das Beben könnte "beachtliche Schäden" angerichtet haben.

Bislang gibt es keine Hinweise auf deutsche Opfer. Dies teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes mit. Nach ersten Schätzungen leben in der am schwersten betroffenen Region an der Ostküste der Hauptinsel Honshu etwa 100 Bundesbürger.

Warnungen für gesamten pazifischen Raum

Nach dem schweren Beben sind die Tsunami-Warnungen mittlerweile deutlich ausgedehnt worden. Das amerikanische Tsunami-Warnzentrum gab eine Warnung für praktisch alle Küstengebiete am Pazifik aus. Dies gelte auch für Australien und Südamerika. Auch Indonesien gab eine Tsunami-Warnung aus. Auf den Philippinen sollen tausende Bewohner an der Ostküste in Sicherheit gebracht werden. Das Institut für Vulkanologie und Seismologie sprach eine Tsunami-Warnung für mehr als 19 Provinzen aus. Für die Marianen-Inseln wurde ebenfalls eine Evakuierung angeordnet.

Auf der zu den USA gehörenden Pazifikinsel Hawaii wurde ebenfalls eine Tsunami-Warnung ausgelöst. Dort könnte eine von dem Erdbeben verursachte Flutwelle frühestens um 2:59 Uhr Ortszeit eintreffen, berichtete der US-Fernsehsender Khon TV. Unterdessen sind in auf der russischen Insel Sachalin in Erwartung des Tsunamis bereits 11.000 Bewohner in Sicherheit gebracht worden. Nach Behördenangaben könnten mehrere Dörfer getroffen werden. Das Erdbeben selbst richtete auf Sachalin keine Schäden an.

Bereits am Mittwoch bebte die Erde

Das Beben ereignete sich um 14:46 Ortszeit. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von zehn Kilometern, etwa 80 Kilometer vor der Ostküste und 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai. Die Hauptstadt Tokio ist rund 380 Kilometer entfernt.

Die Region war erst am Mittwoch von einem Beben der Stärke 7,3 getroffen worden. Dabei hatten auch in der Hauptstadt Tokio Hochhäuser geschwankt. Das Beben war allerdings glimpflich verlaufen.

Unterdessen hat die Bank of Japan nach dem schweren Beben ihre Unterstützung zugesichert. Wie die Notenbank mitteilte, wird sie alles tun, um die Stabilität der Finanzmärkte zu sichern und Liquidität bereitzustellen. Eine Arbeitsgruppe zur Beobachtung der Folgen des Erdbebens auf die Banken sei bereits gebildet worden.

Zahlreiche Beben in Japan

Japan liegt im pazifischen "Feuerring" mit zahlreichen Vulkanen, in dem Verschiebungen von Erdplatten immer wieder zu Erschütterungen führen. Dort ereignen sich 90 Prozent aller Erdbeben weltweit.

Im Jahr 1933 kamen der amerikanische Erdbebenwarte USGS zufolge rund 3000 Menschen bei einem Erdbeben und einem Tsunami bei Ofunato ums Leben. Damals erreichte die Welle eine Maximalhöhe von 28,7 Metern. 1896 löste ein Erdbeben der Stärke 8,5 einen Tsunami aus, der 27.000 Menschen in dem Gebiet das Leben kostete.

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