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Atomkatastrophe in Japan: "Diese Situation ist sehr kritisch"

Experte: Diese Situation ist sehr kritisch

14.03.2011, 22:01 Uhr | AFP, dpa, dapd

Atomkatastrophe in Japan: "Diese Situation ist sehr kritisch". Noch immer muss befürchtet werden, dass es im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Eins zur Kernschmelze kommt (Foto: DigitalGlobe)

Noch immer muss befürchtet werden, dass es im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Eins zur Kernschmelze kommt (Foto: DigitalGlobe)

Die drei gefährdeten Reaktoren des japanischen Atomkraftwerks Fukushima 1 kann man fast nur noch sich selbst überlassen, so die Einschätzung von Experten. Im am stärksten betroffenen Block 2 droht ein Reaktordruckbehälter wegen eines klemmenden Ventils zu platzen. "Diese Situation ist sehr kritisch", sagt der frühere Geschäftsführer der Kölner Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit, Lothar Hahn.

Die Geschehnisse im Live-Ticker:

+++ Meerwasser in Reaktor gepumpt +++

[22:00 Uhr] Techniker im Atomkraftwerk Fukushima haben Meerwasser in den Reaktorblock 2 gepumpt. So sollen die heißen Brennstäbe gekühlt und die Gefahr einer Kernschmelze gebannt werden. Zuvor waren die Brennstäbe nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco 140 Minuten lang nicht im Wasser gewesen. Ursache war ein defektes Ventil des Reaktorbehälters.

+++ IAEA-Chef lobt Atomkraft als stabile Energiequelle +++

Weitere Nachrichten und Links

[21:37 Uhr] Die Unfälle in Japans Atomkraftwerken müssen aus Sicht des Chefs der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, nicht das Ende des weltweiten Wachstums der Nuklearbranche bedeuten. "Dieser Unfall aufgrund gewaltiger Kräfte der Natur ändert nichts an dem Fakt, dass wir eine stabile Energiequelle brauchen und etwas gegen den Klimawandel tun müssen", sagte der Japaner Amano vor Journalisten in Wien. Auch wenn man davon für die Zukunft lernen müsse, sei die Ursache des Unfalls weder menschliches Versagen noch falsches Design: "Dies ist wegen einer riesigen Katastrophe passiert, die jenseits menschlicher Vorstellung oder Erfahrung lag." Nach Angaben der IAEA interessieren sich momentan weltweit 60 Staaten dafür, Atomkraft neu bei sich einzuführen.

+++ USA haben Vertrauen in Sicherheit ihrer Atomreaktoren +++

[21:15 Uhr] Die USA haben trotz der dramatischen Ereignisse um das japanische Atomkraftwerk Fukushima Vertrauen in die Sicherheit ihrer Atommeiler. Das versicherten Regierungsvertreter. Zugleich wiesen sie den Ruf mehrerer Kongressmitglieder nach einem Moratorium beim Bau neuer Kernkraftwerke zurück.

+++ IAEA: Kein zweites Tschernobyl +++

[21:05 Uhr] Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) versucht die Angst vor einer Nuklearkatastrope zu zerstreuen: Es drohe kein zweites Tschernobyl und in den teilweise zerstörten Reaktoren laufe nach ihren Informationen keine Kernschmelze ab, berichtete die unter dem Dach der UN gegründete Behörde. Die Sicherheitsbehälter aller Reaktoren in Japan seien intakt. "Die Abgabe von Radioaktivität ist begrenzt", sagte IAEA-Chef Yukiya Amano. Die Situation sei aber dynamisch und könne nicht abschließend bewertet werden.

+++ G-8-Minister sagen Hilfe für Japan zu +++

[20:51 Uhr] Zu Beginn des G-8-Treffens in Paris haben die Außenminister der wichtigsten Industriestaaten ihr Hilfsangebot an Japan erneuert. Wie am Montagabend aus Diplomatenkreisen verlautete, versicherten die Ressortchefs dem japanischen Außenminister Takeaki Matsumoto ihre Solidarität. Man werde genau beobachten, welche Konsequenzen die Katastrophe für die Weltwirtschaft haben werde, hieß es ferner.

+++ Erhöhte Strahlung gemessen +++

[20:38 Uhr] Am Haupttor des Kraftwerks Fukushima Eins stieg die Strahlung mit 3100 Mikrosievert auf das Doppelte des zuvor gemessenen Maximums.

+++ Japan bittet USA um Hilfe +++

[19:47 Uhr] Die japanische Regierung hat bei den USA offiziell um Hilfe für die Bewältigung des schweren Unfalls im Atomkraftwerk Fukushima 1 nachgesucht. Die zuständigen Stellen in den USA prüften derzeit, welche technischen Hilfsleistungen für Japan infrage kämen, teilte die US-Atombehörde NRC mit. Experten würden die Entwicklung von ihrem Krisenzentrum in den USA rund um die Uhr verfolgen.

+++ Japan bittet IAEA um Expertenhilfe +++

[18:56 Uhr] Japan hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) angesichts der derzeitigen Nuklearkrise offiziell um die Entsendung eines Expertenteams gebeten. Wie IAEA-Chef Yukiya Amano weiter mitteilte, finden derzeit Gespräche mit der japanischen Regierung über Einzelheiten statt.

+++ IAEA: Derzeit noch keine Kernschmelze +++

[18:49 Uhr] Nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA läuft in den teilweise zerstörten japanischen Reaktoren derzeit noch keine Kernschmelze ab. Dies sagte der IAEA-Experte James Lyons bei einer Pressekonferenz der UN-Behörde. Die Situation sei aber dynamisch und könne momentan nicht abschließend bewertet werden.

+++ Regierung: Kernschmelze "höchst wahrscheinlich" +++

[18:27 Uhr] Verzweifelt kämpfen Techniker und Behörden im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 gegen den drohenden Super-GAU. In drei der vier Reaktoren ist eine Kernschmelze mittlerweile "höchst wahrscheinlich", sagte ein Regierungssprecher.

+++ Entlastung des Reaktordruckbehälters nicht möglich +++

[18:23 Uhr] Im Reaktor 2 des Atomkraftwerks Fukushima 1 ist eine Entlastung des Reaktordruckbehälters offenbar derzeit nicht möglich. Das teilte die Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power Company (TEPCO) laut Auskunft des Atomenergieexperten Mycle Schneider mit. Ein Ventil klemme. "Wenn das stimmt, hat jetzt ein Wettlauf mit der Zeit begonnen", sagte der frühere Geschäftsführer der Kölner Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit, Lothar Hahn. "Diese Situation ist sehr kritisch." Wenn der Druck im Reaktordruckbehälter nicht gesenkt werden kann, droht dieser zu platzen. Dann würden glühend heiße Brennstäbe und deren Schmelze in direkten Kontakt mit dem Kühlwasser im Reaktorgebäude kommen. Es könnte zu einer Explosion kommen. "Der Behälter platzt auf, dann wird die Radioaktivität in die Atmosphäre gelangen", sagte Hahn.

+++ WHO: Keine große Gefahr für Menschen durch Unfälle +++

[17:48 Uhr] Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht durch die Unfälle in japanischen Atommeilern derzeit nicht die Gefahr großer gesundheitlicher Schäden für Menschen. "Von dem, was wir zurzeit über die Höhe der radioaktiven Strahlung wissen, ist das Gesundheitsrisiko für Japan minimal", sagte WHO-Sprecher Gregory Hartl. "Das heißt, wenn jemand betroffen ist, ist das Risiko nicht sehr hoch", fügte er hinzu. Hartl erklärte, es sei nur "sehr wenig" Radioaktivität aus den beschädigten Reaktoren in Japan ausgetreten. Außerdem seien die Menschen bereits in Sicherheit gebracht worden, als es zu den Vorfällen kam. Nach WHO-Angaben wurde bei 22 Menschen, die in der betroffenen Region leben, "eine geringe Menge Radioaktivität" gemessen.

+++ Boehringer Ingelheim evakuiert Werk in Japan +++

[17:24 Uhr] Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat ein Werk in Japan evakuiert. Rund 40 Menschen seien aus einer Limonadenfabrik in Fukushima gebracht worden, sagte eine Sprecherin. "Sie sind alle wohlauf." Das Werk liege im Sperrgebiet, rund zehn Kilometer entfernt vom Katastrophenreaktor.

+++ Brennstäbe ragen komplett aus Wasser heraus +++

[17:21 Uhr] Im Reaktor 2 des japanischen Atomkraftwerks Fukushima 1 liegen die Brennstäbe erneut komplett frei. Das teilte der Energieversorger Tokyo Electric Power mit. Bereits einige Stunden zuvor hatten die Brennstäbe kurzzeitig vollständig frei gelegen, was die Gefahr einer Kernschmelze weiter erhöht.

+++ US-Schiffe aus Umkreis von AKW abgezogen +++

[16:05 Uhr] Die US-Streitkräfte haben mehrere Schiffe und Flugzeuge aus dem unmittelbaren Umkreis des von einer möglichen Kernschmelze betroffenen japanischen Atomkraftwerks abgezogen. Grund sei eine an Mitgliedern der Besatzungen von 17 Hubschraubern festgestellte geringfügige Belastung durch radioaktive Strahlung.

+++ Radioaktivität um Block 2 bereits erhöht +++

[16:03 Uhr] Im Reaktorblock 2 könnte die Kernschmelze bereits begonnen haben, sagte die Betreibergesellschaft Tepco. Die Radioaktivität rund um den Reaktor sei bereits erhöht.

+++ Experte: Ablauf in Fukushima kaum zu beeinflussen +++

[15:39 Uhr] Die drei Reaktoren des japanischen Atomkraftwerks Fukushima 1, in denen auch nach Einschätzung der Regierung eine Kernschmelze droht, können nach Experten-Einschätzung fast nur noch sich selbst überlassen werden. "Es bestehen aus technischer Sicht kaum Möglichkeiten, den Unfallablauf noch irgendwie zu beeinflussen", sagte der ehemalige Geschäftsführer der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit, Lothar Hahn. Es gebe unterschiedliche Einschätzungen, ob es bereits Leckagen gebe. Die Tatsache, dass Mitarbeiter der Kernkraftwerke bereits in Krankenhäuser behandelt würden, lasse Schlimmstes ahnen.

AKW Fukushima 1: Kernschmelze in drei Blöcken? (Grafik: Tepco/t-online.de)AKW Fukushima 1: Kernschmelze in drei Blöcken? (Grafik: Tepco/t-online.de) +++ Fünf Mitarbeiter bei Explosion in AKW verstrahlt +++

[15:39 Uhr] Bei der zweiten Explosion im Atomkraftwerk Fukushima 1 sind nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco sieben Arbeiter verletzt worden. Von ihnen seien fünf verstrahlt worden, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ Regierung: Explosion in Reaktor 2 unwahrscheinlich +++

[15:35 Uhr] Die japanische Regierung hat eine Explosion in dem beschädigten Reaktor 2 des Atomkraftwerks Fukushima 1 als unwahrscheinlich bezeichnet. Regierungssprecher Yukio Edano gehe davon aus, dass sich im Reaktor 2 anders als in den Fukushima-1-Reaktoren 1 und 3 keine Explosion in Folge einer Anhäufung von Wasserstoff ereignen werde, berichteten japanische Medien. Die zwei Explosionen, die sich am Montag im Reaktor 3 ereignet hatten, hatten ein Loch in das Nachbargebäude gerissen, in dem Reaktor 2 untergebracht ist.

+++ 3600 Todesopfer, kein Trinkwasser, Benzin und Lebensmittel knapp +++

[15:20 Uhr] Helfer aus aller Welt kümmern sich unter schwierigsten Bedingungen um die Millionen Betroffenen. Nach Angaben der Vereinten Nationen hatten mindestens 1,4 Millionen Menschen kein Trinkwasser, zudem wurden Lebensmittel und Benzin knapp. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg nach dem Fund von 2000 Leichen auf mehr als 3600.

+++ Regierung: Kernschmelze droht in drei Reaktoren +++

[14:05 Uhr] Die Lage spitzt sich zu: In den drei beeinträchtigten Reaktorblöcken von Fukushima droht die Kernschmelze. Nun bestätigte auch die japanische Regierung die hochkritische Lage der Reaktoren, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ Möglicherweise partielle Kernschmelze in Reaktor 2 +++
[13:29 Uhr] Eine teilweise Kernschmelze hat möglicherweise im Reaktor 2 des japanischen Kernkraftwerkes Fukushima stattgefunden. Dies teilte die Betreiberfirma Tepco laut der Nachrichtenagentur Kyodo mit. Ein erster Versuch, den Reaktor mit Meerwasser zu kühlen, war vor einigen Stunden fehlgeschlagen.

+++ Tepco rechnet mit Kernschmelze +++

[13:04 Uhr] Der japanische Kraftwerksbetreiber Tepco schließt eine Kernschmelze in einem dritten Reaktor des Atomkraftwerks Fukushima 1 nicht aus. Das berichtete die Nachrichtenagentur Jiji.

+++ Will Merkel Laufzeitverlängerung stoppen? +++

[12:54 Uhr] Nach der Katastrophe von Japan zieht die Bundesregierung Konsequenzen: Kanzlerin Merkel wird wohl am Nachmittag bekannt geben, dass die Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke ausgesetzt werden soll. Das berichtete "Focus Online". Merkel hat diese Entscheidung Sonntagabend im kleinen Kreis vorbereitet und am Montag mit dem CDU-Präsidium abgestimmt. In dieser Zeit soll die Sicherheitslage in den deutschen Atommeilern mit Blick auf die Erkenntnisse aus Japan überprüft werden.

+++ Deutsche Altmeiler könnten sofort abgeschaltet werden +++

[12:38 Uhr] Ein sofortiges Abschalten der sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke würde nach Ansicht des Sachverständigenrats für Umweltfragen die Grundversorgung der Bundesrepublik nicht gefährden. Es müsste in diesem Fall auch nicht auf importierten Atomstrom zurückgegriffen werden. Das erklärte der Generalsekretär des Sachverständigenrates für Umweltfragen bei der Bundesregierung, Christian Hey.

+++ Brennstäbe in Reaktor 2 komplett ohne Wasser +++

[12:19 Uhr] Die Brennstäbe in Reaktorblock 2 des Atomkraftwerks Fukushima Eins liegen nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo komplett trocken. Zuvor war am Montag versucht worden, den absinkenden Stand der Kühlflüssigkeit mit Meerwasser aufzufüllen.

+++ Experte: Super-GAU wäre verheerend +++

[11:14 Uhr] Die Reaktorunfälle in Japan könnten nach Einschätzung von Experten das verheerende Ausmaß der Katastrophe in Tschernobyl vor 25 Jahren annehmen. Das sagte der Experte für Strahlenphysik des Helmholtz-Zentrums München, Herwig Paretzke. "Die Situation hat das Potenzial einer Weiterentwicklung, weil die Gegend in Japan viel dichter besiedelt ist und viele Industrieanlagen stärker betroffen sein könnten", sagte der Experte.

+++ Meerwasser-Kühlung ist risikoreich +++

[11:01 Uhr] Um die überhitzten Brennstäbe zu kühlen und so eine möglicherweise fatale Kernschmelze zu verhindern, wird momentan Meerwasser in die Reaktor-Gefäße eingeleitet. Der Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz, Sebastian Pflugbeil, bezeichnete dieses Vorgehen als risikoreich. Die Maßnahmen lösten enorme Spannungen in den Gefäßen aus, sagte Pflugbeil im Deutschlandfunk. Sie könnten dazu führen, "dass die Gefäße noch schneller krachen als sowieso schon".

+++ Berlin erwägt Aussetzung der Laufzeitverlängerung +++

[10:42 Uhr] Die Bundesregierung will die Betriebszeit jedes der 17 deutschen Atomkraftwerke unter Sicherheitsaspekten überprüfen und hält auch ein Aussetzen ihrer Laufzeitverlängerung für möglich. Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) schloss am Montag in Berlin ein Moratorium nicht aus. "Wir brauchen auch eine neue Risikoanalyse", sagte er weiter. Die Regierung war angesichts der Atomkatastrophe in Japan unter Druck geraten, da am 27. März in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gewählt wird.

+++ Probleme an Kühlung von Fukushima 2 +++

[10:08 Uhr] Auch in der Atomanlage Fukushima 2 arbeiten Experten fieberhaft an der Wiederherstellung der Kühlung von zwei Reaktoren. Obwohl man sich darauf vorbereitet habe, habe man bisher bei keinem der vier Reaktoren Druck abgelassen, teilten die japanischen Behörden der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA. Die Radioaktivitätswerte rund um die Anlage seien angeblich "normal".

+++ Offizielle Opferzahl steigt auf 5000 +++

[9:56 Uhr] Die offiziell bestätigte Zahl der Toten und Vermissten nach dem Erdbeben und dem Tsunami ist auf 5000 gestiegen. Das teilte die japanischen Polizei mit. Lokale Behörden befürchten jedoch, dass die tatsächliche Opferzahl weit darüber liegt. Allein in der Präfektur Miyagi werden nach wie vor mehr als 10.000 Menschen vermisst. Die Region war am schwersten von dem Erdbeben der Stärke 9,0 und dem verheerenden Tsunami getroffen worden.

+++ Kein zweites Tschernobyl? +++

[9:52 Uhr] Die japanische Atomaufsicht schließt bei dem durch das Erdbeben beschädigten Atomkraftwerk eine Katastrophe wie vor 25 Jahren in Tschernobyl aus. Dies sagte der Minister für Nationale Strategie, Koichiro Genba, nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji. Zuvor hatten sich in dem Atomkraftwerk Fukushima 1 etwa 250 Kilometer nördlich von Tokio erneut Explosionen ereignet.

+++ Meerwasser kühlt Reaktor 2 +++

[9:35 Uhr] Die Einleitung von Meerwasser hat eine Überhitzung des Reaktors 2 im Kernkraftwerk Fukushima 1 verhindert, teilte die Betreiberfirma Tepco mit. Die Temperatur im Reaktor sei auf unter 100 Grad Celsius abgesunken, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press. Allerdings sinkt der Pegel des Kühlwassers im Reaktor ständig weiter ab und und droht das Niveau der Brennstäbe zu erreichen. Damit besteht die Gefahr einer gefährlichen Kernschmelze.

+++ Kühlwasserpegel fällt weiter +++

[9:14 Uhr] Das Kühlwasser im Reaktor 2 des Kernkraftwerks Fukushima 1 sinkt stetig weiter. Es werde bald die unter die Höhe der Brennstäbe absinken, sagte der japanische Regierungssprecher Yukio Edano. Das Kühlsystem im Reaktor ist ausgefallen und die Gefahr einer Überhitzung steigt.

+++ Experte: Deutsche AKW abschalten +++

[9:10 Uhr] Acht deutsche Atomkraftwerke müssen nach Ansicht des Münchner Strahlenexperten Edmund Lengfelder sofort abgeschaltet werden. "Der größte Teil unserer deutschen Atomkraftwerke hat einen Planungsstand aus den Siebziger Jahren, das heißt, heute wären eigentlich praktisch alle deutschen AKWs nicht mehr genehmigungsfähig, weil sie eben diese alten Konzepte haben. Eigentlich müssten acht der deutschen Reaktoren sofort abgeschaltet werden", sagte der Strahlenbiologe vom Otto-Hug-Strahleninstitut in München im Interview mit dem rbb-inforadio. Wenn hier eine Kühlmittelleitung abreiße, sei "der Super-GAU da", so Lengfelder

+++ Radioaktivität in Fukushima nicht erhöht +++

[8:48 Uhr] Nach der Explosion der äußeren Reaktorhülle am Block 3 ist im Umfeld der Anlage am Montagmorgen keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Bei der Explosion wurde das Reaktorgebäude beschädigt, die Reaktorhülle blieb jedoch nach diesen Angaben intakt.

+++ Betreiberfirma schließt weitere Explosion nicht aus +++

[8:30 Uhr] Der dritte Reaktor des japanischen Atomkraftwerks Fukushima verliert nach Mitteilung des Betreibers an Kühlkapazität. Dies könne zu einer Überhitzung und damit zu einer weiteren Explosion führen. Arbeiter seien mit den Vorbereitungen beschäftigt, Meerwasser in den Reaktor 2 des Kraftwerks Fukushima zuzuführen, um diesen zu kühlen. Zudem würden weitere Maßnahmen für den Fall einer Überhitzung in Erwägung gezogen, wie etwa ein Ablassen des Drucks, sagte ein Sprecher.

+++ Öltank in Wärmekraftwerk explodiert +++

[8:25 Uhr] Bei einem Wärmekraftwerk ist ein Öltank explodiert. Über mögliche Verletzte und Schäden an der Anlage der Betreiberfirma Tohoku war zunächst nichts bekannt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ Verkehrschaos nach neuen Erdstößen +++

[8:08 Uhr] Ein neues Nachbeben mit der Stärke 6,2 hat den Bahnverkehr in der japanischen Hauptstadt zum erliegen gebracht. Japan Rail, der größte Verkehrsbetrieb des Landes, stellte bis auf vier alle Stadtlinien ein. Und auch diese sind teilweise unterbrochen. Nur 10 Prozent der Züge auf der wichtigsten Ost-West Bahnlinie durch Tokio würden verkehren, berichtete das japanische Fernsehen.

+++ China will Japan helfen +++

[8:05 Uhr] Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao hat Japan weitere Hilfe zugesagt. Wen Jiabao erinnerte an die japanische Unterstützung bei dem verheerenden Erdbeben 2008 in Sichuan in Südwestchina. Ein erstes chinesisches Rettungsteam hat bereits im Erdbebengebiet in der japanischen Präfektur Iwate seine Arbeit aufgenommen. Eine weitere Gruppe mit 30 Ärzten, Schwestern und Strahlenspezialisten steht in Peking bereit und kann jederzeit nach Japan fliegen. Am Sonntag sind auch schon Hilfsmaterialien nach Japan geschickt worden. Wenn nötig, werde China weitere Unterstützung leisten, sagte Wen Jiabao.

+++ Singapur testet Nahrungsmittel +++

[7:52 Uhr] Nahrungsmittel aus Japan werden ab sofort auf radioaktive Strahlung getestet. Singapur hat als erstes Land mit den Tests begonnen. Es gehe vor allem um Frischware, teilte eine Sprecherin der Lebensmittel- und Veterinärbehörde mit. In Singapur gibt es zahlreiche Restaurants, die Fisch, Fleisch und Gemüse direkt aus Japan importieren.

+++ Jetzt auch Reaktor 2 ohne Kühlung +++

[7:44 Uhr] Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 ist in einem weiteren Reaktor das Kühlsystem zusammengebrochen. Die Kühlung von Reaktor 2 funktioniere nicht mehr, teilte der Kraftwerksbetreiber Tepco nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji mit. Damit droht jetzt in drei Reaktorblöcken eine Kernschmelze, möglicherweise hat sie in zwei Reaktoren auch schon stattgefunden.

+++ Milliardenschäden alleine durch Erdbeben +++

[7:37 Uhr ] Nach einer ersten Branchenschätzung dürfte alleine das Erdbeben an Gebäuden Schäden von bis zu 35 Milliarden US-Dollar angerichtet haben. Darin seien die Folgen des Tsunami noch nicht enthalten, teilte der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister AIR Worldwide mit. Auch Schäden an der Infrastruktur oder Produktionsausfälle haben die Experten dabei noch nicht eingerechnet.

+++ Stromabschaltung verschoben +++

[7:25 Uhr] Die japanische Regierung sagte die für heute geplante dreistündige Stromabschaltung in Tokio und anderen Städten ab. Edano rief alle Bürger stattdessen zum Energiesparen auf. Sollte das nicht reichen, werde die angekündigte Stromrationierung in acht Präfekturen doch noch umgesetzt.

+++ Zahl der Verletzten steigt +++

[7:07 Uhr] Der japanische Fernsehsender NHK meldet, dass bei der zweiten Explosion in Reaktorblock 3 mindestens elf Menschen verletzt wurden.

+++ Zentralbank unterstützt Märkte +++

[7:01 Uhr] Japans Zentralbank pumpt zur Sicherung der Finanzmärkte umgerechnet 62 Milliarden Euro in den Geldmarkt. Das teilte die Notenbank mit. An der Börse in Tokio verlor der Nikkei Index zum Handelsauftakt mehr als fünf Prozent und rutschte unter die psychologisch wichtige 10000-Punkte-Marke. Die Notenbank hatte bereits am Freitag angekündigt, alles zu tun, um die Stabilität der Finanzmärkte zu sichern und Liquidität bereitzustellen.

+++ Versorgungslage angespannt +++

[6:47 Uhr] Die Versorgungssituation wird in einigen Regionen Japans immer ernster. Zettel mit der Aufschrift "ausverkauft" hingen an vielen Tankstellen in der Präfektur Ibaraki, die südlich von Fukushima und der Erdbebenregion liegt, berichtete ein Augenzeuge. An den wenigen noch offenen Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Menschen kamen mit Dutzenden Kanistern, um ihre Benzin- und Heizölvorräte aufzustocken.

+++ Sechs Arbeiter verletzt +++

[6:41 Uhr] Bei der Explosion im Reaktorblock 3 wurden nach Angaben der Atomsicherheitsbehörde sechs Arbeiter verletzt. Die Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power Co hatte zuvor von drei verletzten und sieben vermissten Personen gesprochen. Die japanische Regierung hat noch keine Informationen über eine erhöhte Strahlenbelastung herausgegeben.

+++ US-Militär in radioaktiver Wolke +++

[6:31 Uhr] Der US-Flugzeugträger USS Ronald Reagan ist durch eine radioaktive Wolke gefahren, die von den japanischen Atomreaktoren ausgehen soll. Mehrere Crewmitglieder hätten binnen einer Stunde eine Monatsdosis Strahlung abbekommen, berichtete die US-Zeitung "New York Times" unter Berufung auf Regierungskreise. Zunächst wurden keine Krankheitssymptome gemeldet.

+++ Rauch über zerfetztem Reaktorblock +++

[6:12 Uhr] Über den beschädigten Reaktorgebäuden steigt Rauch auf. Das zeigen Fernsehbilder. Angeblich soll die Stahlhülle von Reaktor 3 bei der Explosion unbeschädigt geblieben sein, berichtete ein Regierungssprecher unter Berufung auf Angaben der Betreiberfirma. Es habe mehrere Verletzte gegeben, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Die Regierung rief die Menschen auf, im Umkreis von 20 Kilometern um das Unglückskraftwerk in ihren Häusern zu bleiben. Trotz einer Evakuierungsanordnung sollen sich noch etwa 600 Menschen in dem Gebiet befinden.

Was bis 6 Uhr geschah:

Ein Nachbeben der Stärke 6,2 erschütterte um kurz nach 10 Uhr Ortszeit auch die japanische Hauptstadt Tokio. Das Epizentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenbehörde USGS 140 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt - also in Richtung der Atomanlagen in Fukushima. Die Tsunami-Warnung wurde mittlerweile wieder aufgehoben.

Wasserstoffexplosion in Block 3

Von den Unglücksmeilern in Fukushima hatte der Sender NHK zuvor Explosionsgeräusche in der Nähe des Reaktors 3 gemeldet. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, handelte es sich um eine Wasserstoffexplosion. Eine solche Detonation hatte es bereits am Samstag im Reaktorblock 1 gegeben. Auch im wenige Kilometer entfernten Atomkraftwerk Fukushima 2 (Daini) gab es in drei Reaktoren Probleme mit den Kühlsystemen. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) meldete auch das Kernkraftwerk Onagawa Atomalarm.

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