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Feuer im Fukushima-Reaktor 4 erloschen

Feuer im Fukushima-Reaktor 4 erloschen

16.03.2011, 10:05 Uhr | AFP , dpa , dapd

. Nur noch 50 Mann kämpfen im Atomkraftwerk Fukushima 1 gegen die drohende Atom-Katastrophe (Foto: Reuters)

Nur noch 50 Mann kämpfen im Atomkraftwerk Fukushima 1 gegen die drohende Atom-Katastrophe (Foto: Reuters)

Die Katastrophe im Krisen-Atomkraftwerk Fukushima 1 nimmt immer dramatischere Ausmaße an: In Reaktor vier brach am Mittwochmorgen (Ortszeit) erneut ein Feuer aus. Dass aus mindestens einem der sechs Reaktoren bereits radioaktive Strahlung tritt, kann mittlerweile nicht mehr abgestritten werden: 60 Kilometer von Fukushima entfernt wurden Strahlungswerte gemessen, die rund 500 Mal so hoch waren wie normal.

Die Geschehnisse im Live-Ticker:

+++ Brand in Reaktor 4 wieder erloschen +++

[00:47 Uhr] Das Feuer in Reaktor 4 des schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima 1 ist nach Angaben der Behörde für Atomsicherheit gelöscht. Nach Informationen der Betreibergesellschaft Tepco seien keine Flammen und kein Rauch mehr an Reaktor 4 zu sehen, sagte ein Sprecher der Behörde. Der Brand sei anscheinend von selbst erloschen.

+++ TV: Brand an Kühlsystem in Reaktor 4 +++

[00:15 Uhr] Der neue Brand im Reaktor 4 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima hat nach Angaben des Betreibers vermutlich die Kontrolleinheit der Wasserkühlanlage erfasst. Das meldete der Fernsehsender NHK. In dem Reaktor lagern abgebrannte Brennstäbe, die ohne ausreichende Kühlung aber ähnlich gefährlich wie aktive Brennstäbe sind. Die Kühlung in der Anlage hatte schon vor Stunden versagt - mit einem weiteren Feuer steigt aber die Gefahr, dass Radioaktivität aufgewirbelt wird.

+++ 500-fach erhöhte Strahlung gemessen +++

[23:37 Uhr] Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, der Brand im Reaktor 4 sei gegen 5.45 Uhr Ortszeit ausgebrochen. Über Verletzte wurde zunächst nichts bekannt. Der brennende Reaktor sei nicht zu betreten, berichtete der Sender. Weiter hieß es, dass um 6 Uhr Ortszeit 60 Kilometer entfernt von dem Krisen-AKW eine radioaktive Strahlung gemessen worden sei, die 500 Mal über den normalen Werten liege. Ob diese Gefahr in direktem Zusammenhang mit dem neuen Feuer steht, war zunächst nicht bekannt. "Diese Dosis wird nicht unmittelbar der menschlichen Gesundheit schaden", sagte der Reporter unter Berufung auf die Behörden.

+++ Wieder Feuer in Fukushima-Reaktor 4 +++

Weitere Nachrichten und Links

[23:13 Uhr] Im Reaktor 4 des beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima 1 ist nach Angaben des Betreibers Tepco erneut ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehr sei gegen die Flammen im Einsatz, teilte ein Sprecher am Mittwochmorgen (Ortszeit) mit. Der erste Brand am Dienstag sei nicht vollständig gelöscht gewesen. Die japanische Atomsicherheitsbehörde bestätigte den Brand. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete unter Berufung auf Tepco, ein Arbeiter habe das Feuer am Morgen entdeckt. Im Reaktor 4 war bereits am Dienstag ein Brand gemeldet worden. Das Wasser in einem Abklingbecken für verbrauchte Brennelemente kocht womöglich.

+++ Reaktor wird doch nicht von Hubschraubern gekühlt +++

[22:50 Uhr] Der japanische AKW-Betreiber Tepco will einen Reaktor in der beschädigten Anlage Fukushima 1 doch nicht von Hubschraubern aus mit Wasser kühlen. Der Einsatz von Helikoptern sei unpraktisch, möglicherweise kämen stattdessen Löschfahrzeuge zum Einsatz, teilte TEPCO am Mittwochmorgen (Ortszeit) mit. Auch andere Möglichkeiten würden in Erwägung gezogen. Zuvor hatte es geheißen, vom Hubschrauber aus sei die Gefahr einer radioaktiven Verstrahlung geringer. Außerdem sei die Kühlung aus der Luft möglicherweise effektiver.

+++ Moskau baut Atomkraftwerk für Weißrussland +++

[21.47 Uhr] Russland baut für die weißrussische Regierung ein Atomkraftwerk und stellt der ehemaligen Sowjetrepublik die nötigen 9,4 Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro) als Kredit zur Verfügung. Die Anlage soll nahe der Grenze Weißrusslands zu Lettland entstehen und bis zum Jahr 2018 in Betrieb genommen werden. Sie werde sicherer sein als das nach dem Erdbeben beschädigte japanische AKW Fukushima, betonte der russische Ministerpräsident Wladimir Putin bei der Unterzeichnung des Abkommens in Minsk.

+++ Hohe Strahlungswerte um Kraftwerk +++

[21.27 Uhr] Die Strahlungswerte rund um das Kraftwerk stiegen zwischenzeitlich auf fast 8000 Millisievert, wie die Nachrichtenagentur Jiji unter Berufung auf Tepco-Vertreter berichtete. Schwere Fälle von Strahlenkrankheit, bei denen Menschen Haare verlieren und bereits nach Tagen sterben können, treten nach Expertenangaben ab Kurzzeitdosen von etwa 2000 Millisievert auf.

+++ Die letzten 50 Arbeiter im Kraftwerk Fukushima +++

[21.01 Uhr] Am Dienstagmorgen (Ortszeit) waren noch mehr als 800 Arbeiter und Techniker im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Eins. Sie arbeiteten fieberhaft daran, die sechs Reaktoren zu kühlen und damit eine gefährliche Kernschmelze zu vermeiden. Doch als eine Explosion die Hülle von Reaktor 2 beschädigte, stiegen die Strahlungswerte dramatisch und der Betreiber Tepco war gezwungen, alle bis auf 50 Arbeiter aus dem Kernkraftwerk abzuziehen. Die 50 Arbeiter versuchten weiterhin Meerwasser in die überhitzenden Reaktoren zu pumpen, um die Brennstäbe abzukühlen.

+++ IAEA: Betreiber versuchen weitere Explosion zu verhindern +++

[20.43 Uhr] Die Betreiber des AKW Fukushima befürchten dem Anschein nach Explosionen auch in den letzten beiden unbeschädigten Reaktoren. Nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zog die Betreiberfirma Tepco in Erwägung, Platten von den Reaktoren 5 und 6 zu entfernen, um dort mögliche Wasserstoff-Staus zu verhindern. Dies teilte die UN-Behörde mit. Der Schritt sei bereits in der Nacht zum Dienstag erwogen worden. Wasserstoff hatte in den vergangenen Tagen bereits in den Reaktoren 1, 2 und 3 zu Explosionen geführt. Die Reaktoren 5 und 6 waren nach IAEA-Informationen zum Zeitpunkt des Erdbebens zwar ausgeschaltet, sind aber weiterhin mit atomarem Brennstoff gefüllt.

+++ Weitere US-Nuklearexperten in Japan erwartet +++

[20.21 Uhr] Als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Japan haben die USA ein weiteres Team mit Nuklearexperten in das Land geschickt. Die neun Spezialisten sollen am Mittwoch in Tokio angekommen, teilte die US-Atomregulierungsbehörde in Rockville (Maryland) mit. Bereits in den Vortagen waren zwei Experten nach Japan entsandt worden. Ihre Aufgabe sei es, der japanischen Regierung technische Hilfe anzubieten, wo immer sie gefragt sei. Zudem solle das Team die Bemühungen zur sicheren Reaktorabschaltung unterstützen. Auch die Analyse möglicher Folgen von freigesetzter Radioaktivität für die Bevölkerung gehöre zu dem Auftrag.

+++ Biblis: Risse an der Oberfläche von Rohrleitungen des Blocks B entdeckt +++

[20.10 Uhr] Bei der Überprüfung von Rohrleitungen im derzeit abgeschalteten Block B des Atomkraftwerks Biblis sind kleine Risse entdeckt worden. An der Oberfläche von drei Leitungen des sogenannten Volumenregelsystems seien diese Auffälligkeiten am Donnerstag vergangener Woche festgestellt worden, teilte das hessische Umweltministerium mit. Die Ursache dafür sei die frühere Verwendung von chloridhaltigem Kleber für die Rohrleitungsmanschetten.

+++ London kritisiert Europa wegen Atompolitik +++

[19.23 Uhr] Der britische Energieminister Chris Huhne hat andere europäische Länder wie Deutschland bezichtigt, in der Atompolitik vorschnell auf die Ereignisse in Japan reagiert zu haben. Europäische Regierungen scheinen "gehetzte Entscheidungen" über die Sicherheit von Atomkraft getroffen zu haben, sagte Huhne.

+++ Japan bittet EU um koordinierte Hilfe +++

[18:45 Uhr] Japan hat die Europäische Union um Hilfe für die Opfer des Erdbebens und des Tsunamis gebeten. "Wir haben gerade von Japan eine detaillierte Bitte um Hilfe als Reaktion auf das verheerende Erdbeben bekommen", sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

+++ EU-Kommissar Oettinger spricht von "Apokalypse" +++

[18.37 Uhr] EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat mit Blick auf die Ereignisse in Japan von einer "Apokalypse" gesprochen. Das Wort, das für den Atomunfall infolge von Erdbeben und Tsunami verwandt werde, halte er für zutreffend, sagte Oettinger. Praktisch alles sei außer Kontrolle geraten, fügte er hinzu.

+++ IAEA: Situation in Fukushima "beunruhigend" +++

[18.22 Uhr] Die Situation im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist nun auch für die Internationale Atomenergiebehörde IAEA "beunruhigend". Zugleich forderte die IAEA von den japanischen Behörden mehr Informationen. "Seit unserem letzten Briefing sind einige beunruhigende Dinge passiert", sagte IAEA-Chef Yuiya Amano. Ob die Situation in Fukushima schlimmer werde oder sich beruhigen könnte, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, so der Japaner.

+++ Flugverbot über japanischem AKW +++

[18.05 Uhr] Die japanische Regierung hat im Umkreis von 30 Kilometern um das beschädigte Atomkraftwerk Fukushima 1 ein Flugverbot verhängt. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums erklärte, Grund sei die Befürchtung, dass Flugzeuge Radioaktivität von austretenden Partikeln aufnehmen könnten. Das Flugverbot gilt nicht für Hubschrauber, die zur Kühlung der Reaktoren von Fukushima eingesetzt werden könnten.

+++ Hessen erwägt Strahlentest für Passagiere aus Japan +++

[17.56 Uhr] Die hessische Landesregierung erwägt die Untersuchung von ankommenden Passagieren aus Japan auf radioaktive Strahlung. Ein mögliches Angebot werde derzeit geprüft, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Wie eine solche Maßnahme aussehen könnte, ist noch unklar. Es soll sich aber auf jeden Fall um ein freiwilliges Angebot handeln. Der Test könnte möglicherweise direkt am Frankfurter Flughafen durchgeführt werden, sagte die Sprecherin.

+++ Zahl der Todesopfer steigt immer weiter +++

[17.54 Uhr] Die Zahl der Todesopfer im japanischen Katastrophengebiet steigt immer weiter. Die Behörden rechnen jetzt mit mehr als 10.000 Toten, die tatsächliche Zahl dürfte jedoch weit höher liegen. Allein in Iwate, der Partnerregion von Rheinland-Pfalz, wird laut Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) mit 18.500 Toten gerechnet. Demnach hätte nur ein Drittel der Einwohner überlebt. Die Zeitung "Japan Times" berichtete, die Behörden hätten offiziell 3373 Tote registriert, rund 6700 Menschen würden vermisst.

+++ Leichte Strahlung auf US-Militärbasen in Japan +++

[17.43 Uhr] Die US-Marine hat leichte Strahlung auf ihren Stützpunkten in Yokosuka und Atsugi gemessen, rund 300 Kilometer nördlich vom beschädigten Atomkraftwerk Fukushima. Das berichteten US-Fernsehsender unter Berufung auf Militärangaben. Nach diesen Berichten bestehen aber keine Gesundheitsrisiken.

+++ Experte hält vier russische Akw für möglicherweise riskant +++

[17.32 Uhr] In Russland gibt es nach Angaben eines Experten vier möglicherweise gefährliche Atomkraftwerke. Zwei davon, Balakowo und Rostow, befänden sich in Erdbebengebieten, sagte Wladimir Kusnezow von der Akademie der Wissenschaften. Die Atomanlagen Kola und Nowoworonesch entsprächen nicht den internationalen Sicherheitsnormen.

+++ Keine Hinweise auf belastete Lebensmittel aus Japan +++

[17.28 Uhr] Den Bundesbürgern droht nach Ansicht des Bundesverbraucherministeriums derzeit keine Gefahr durch radioaktiv belastete Lebensmittel aus Japan. Es gebe keine Erkenntnisse, dass sich belastete Produkte in Deutschland befänden oder auf dem Weg in die Europäische Union seien, teilte das Ministerium mit. Eine Gefahr durch radioaktiv belasteten Fisch aus Japan gebe es derzeit ebenfalls nicht. Ein Frühwarnsystem sei eingerichtet. Falls sich die Lage in Japan deutlich verschärfe, werde EU-weit ein Krisenplan greifen.

+++ EU-Staaten unterziehen Atomkraftwerke einem "Stresstest" +++

[17.18 Uhr] Die EU-Staaten unterziehen europaweit Atomkraftwerke einer Sicherheitsprüfung. Das kündigte EU-Energiekommissar Günther Oettinger nach einem Treffen mit EU-Energieministern in Brüssel an. Bei dem "Stresstest" werde es um die Neubewertung aller Risiken bei Naturkatastrophen wie Erdbeben und Hochwasser gehen.

+++ IAEA: Möglicher Schaden an Sicherheitsbehälter +++

[16.55 Uhr ] Der Sicherheitsbehälter eines der Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 ist auch nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA möglicherweise beschädigt. Die Wasserstoffexplosion im zweiten Reaktorblock könnte den Schaden hervorgerufen haben, teilte die UN-Organisation mit. Die sogenannte innere Schutzhülle, die den Reaktormantel umschließt, soll den Austritt von gefährlicher Strahlung an die Umwelt verhindern. Unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tepco hatte die Nachrichtenagentur Kyodo in der Nacht zum Dienstag berichtet, dass bei einer Explosion im japanischen Atomkraftwerk Fukushima auch der Reaktorbehälter beschädigt worden sei.

+++ Hubschrauber sollen bei Kühlung helfen +++

[16.53 Uhr] Japanische Experten wollen auf abenteuerliche Weise den außer Kontrolle geratenen Block 4 im Atomkomplex Fukushima 1 kühlen. Es sei geplant, mit Hilfe von Hubschraubern Wasser durch Löcher im teilweise zerstörten Dach zu schütten, wie der staatliche Fernsehsender NHK berichtete. Damit sollen im Inneren Kernbrennstäbe gekühlt werden. Zuvor war bekannt geworden, dass sich die Wassertemperatur im Abklingbecken der Brennstäbe bedrohlich erhöht hatte. Block 4 ist der derzeit einzige unter den havarierten Meilern, der sich aus technischen Gründen nicht aus unmittelbarer Nähe mit Meerwasser kühlen lässt. Eine Explosion hatte Löcher in eine Wand sowie das Dach gerissen. In den japanischen Medien wurde vermutet, dass die Radioaktivität im AKW zu hoch für einen Einsatz von Menschen ist.

+++ Experte: Deutschland wäre auf Atomunglück nicht vorbereitet +++

[16.37 Uhr] Im Fall eines Atomunglücks würde Deutschland nach Einschätzung des Vorsitzenden der Strahlenschutzkommission des Bundes, Rolf Michel, einen echten Engpass in der medizinischen Versorgung bekommen. "Wir sind für eine Notfallmedizin bei hohen Strahlen-Dosen nicht hinreichend gerüstet", sagte Michel. Im Notfall gäbe es zwar genug Personal, das auf Anweisung handeln könnte und ausreichend Medikamente, es mangele jedoch an Ärzten, die in der radiologischen Notfallmedizin ausreichend ausgebildet seien. Ein Krankenhaus für Strahlenkranke gebe es nicht.

+++ Jodtabletten in den USA ausverkauft +++

[16.25 Uhr] In den USA werden die Vorräte an Jodtabletten knapp: Zahlreiche besorgte Amerikaner kaufen die Pillen, um sich vor befürchteten Folgen der Reaktorunfälle in Japan zu schützen. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, ist die Nachfrage zurzeit so groß, dass einige Präparate bereits ausverkauft sind.

+++ Forscher: Japan nach Beben um drei Meter verrückt +++

[16.21 Uhr] Das katastrophale Erdbeben in Japan hat mit seiner Wucht große Landmassen verschoben. Die Hauptinsel sei um etwa drei Meter verrückt worden, sagte Jörn Lauterjung vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam. Dies sei anhand von Messungen in Japan an Stationen des Satellitennavigationssystems GPS erkennbar.

+++ "Teil-Reisewarnung" für Nordosten Japans +++

[16.08 Uhr] Angesichts der Atomkatastrophe in Japan hat das Auswärtige Amt eine "Teil-Reisewarnung" für den Nordosten des Landes erlassen. Es riet außerdem von nicht erforderlichen Reisen nach Japan generell ab. Unterdessen stellte die Lufthansa ihre Flüge nach Tokio zunächst bis zum Sonntag ein und leitete die Flugzeuge auf die weiter südlich gelegenen Städte Osaka und Nagoya um.

+++ Experte: Gefahr für Deutschland nur im Extremfall +++

[16.02 Uhr] Radioaktivität aus den japanischen Atomkraftwerken kann nach Angaben eines Experten nur im Extremfall auch eine Gefahr für Deutschland werden. "Wenn in einer der Reaktoren der innere Reaktorbehälter wirklich explodiert und dadurch radioaktive Stoffe hinausgeschleudert werden, können die weit transportiert werden", sagte Professor Christoph Hoeschen vom Helmholtz Zentrum München. In Japan habe es aber noch keine große Explosion dieser Art gegeben. Außerdem müssten in einem solchen Fall bestimmte Wetterbedingungen herrschen, damit die radioaktiven Stoffe Tausende von Kilometern weit transportiert werden könnten, erläuterte der Leiter der Abteilung Medizinische Strahlenphysik und Diagnostik.

+++ Nachbeben erschüttern Tokio +++

[15.57 Uhr] Japan ist am Dienstag innerhalb weniger Minuten von zwei Nachbeben der Stärke 6,2 und 6,0 erschüttert worden. Das Epizentrum des ersten Bebens lag rund 325 Kilometer nordöstlich von Tokio vor der Küste von Fukushima in der Nähe des Orts, von wo aus sich am Freitag die verheerenden Erdstöße ausgebreitet hatten. Drei Minuten später brachte ein weiteres Beben die Häuser Tokios ins Wanken. Das Epizentrum lag 90 Kilometer südwestlich der japanischen Hauptstadt in der Präfektur Shizuoka.

+++ Experten mit Tschernobyl-Erfahrung könnten Japan helfen +++

[15:42] Die Ukraine hat Japan angesichts der atomaren Bedrohung nach der Erdbebenkatastrophe Hilfe angeboten. Der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Oleksandr Dikusarow, teilte mit, sein Land sei bereit, Atomexperten nach Japan zu entsenden, die Erfahrung im Umgang mit den Folgen der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 hätten. Diese könnten ihren japanischen Kollegen mit Rat und Tat zur Seite stehen, erklärte Dikusarow. Japan muss dem Angebot aus Kiew noch zustimmen.

+++ Aufbewahrungsbecken für Brennstäbe kann nicht mehr befüllt werden +++

[15.22 Uhr] Das Aufbewahrungsbecken für die verbrauchten Brennstäbe im Reaktor 4 des japanischen Kernkraftwerks Fukushima 1 kann nicht mehr mit Wasser gefüllt werden. Das habe die Betreiberfirma Tepco mitgeteilt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Eine weitere Eskalation der Situation drohe.

Animierte Grafik zum Atommeiler Fukushima I (Grafik: AFP)Animierte Grafik zum Atommeiler Fukushima I (Grafik: AFP)+++ Fukushima: Strahlungswerte rund 100-mal so hoch wie normal +++

[15.01] Südlich von Fukushima meldeten die Behörden Strahlungswerte, die rund 100-mal so hoch waren wie normal, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Solche Zahlen sind nach Einschätzung von Experten besorgniserregend, allerdings nicht tödlich. In der Hauptstadt Tokio wurden leicht erhöhte Strahlenwerte gemessen. Die Menge sei äußerst gering, sagte Regierungssprecher Takayuki Fujiki. Gesundheitliche Bedenken gebe es nicht. Zudem seien geringe Mengen der radioaktiven Substanzen Jod und Cäsium in Tokio entdeckt worden, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Stadtverwaltung. In der Präfektur Chiba östlich der Hauptstadt seien zwei- bis viermal so hohe Werte wie normal gemessen worden. In der Stadt Utsunomiya nördlich von Tokio seien die Werte 33-mal höher als normal, hieß es weiter.

+++ Medien bereiten Japaner auf nuklearen Fallout vor +++

[14.28 Uhr] Die Japaner bereiten sich auf den schlimmsten Fall vor: Experten geben in den japanischen Medien Tipps für den Fall einer radioaktiven Verstrahlung. Der Fernsehsender NHK riet seinen Zuschauern in gefährdeten Gebieten am Dienstag, möglichst in geschlossenen Räumen zu bleiben. Wer raus müsse, solle seine Haut bedecken und durch einen feuchten Lappen atmen. Fachleute warnten davor, Wasser aus der Leitung zu trinken, da ein hohes Strahlungsrisiko bestehe. Gegen verstrahlte Partikel könne Schutzkleidung helfen, wie etwa wasserdichte Regensachen. Damit ließen sich die Strahlen zwar nicht abwehren, aber so werde zumindest verhindert, dass sich verseuchte Partikel auf der Haut absetzen. Auch häufiges Händewaschen helfe, hieß es bei NHK.

+++ Evakuierung von Tokio wohl unmöglich +++

[14.12 Uhr] Eine Evakuierung von Tokios Bewohnern zum Schutz vor einer radioaktiven Verstrahlung ist nach Einschätzung eines deutschen Experten völlig unmöglich: "Wenn es jemand schaffen könnten, dann der japanische Katastrophenschutz, der zu den besten weltweit gehört. Aber in so kurzer Zeit so viele Menschen aus Tokio rauszuholen, ist undenkbar", sagte der Vorsitzende des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge (DKKV), Gerold Reichenbach. Im Großraum Tokio leben 35 Millionen. "Eine Evakuierung von solcher Dimension hat es nie zuvor irgendwo auf der Welt gegeben", erläuterte der Experte.

+++ Alt-Kanzler Schmidt verteidigt Japans Informationspolitik +++

[14.08 Uhr] Alt-Kanzler Helmut Schmidt hat Verständnis für die zurückhaltende Informationspolitik der japanischen Regierung im Zusammenhang mit den Atomunfällen. "Es ist notwendig, vermeidbare Paniken zu vermeiden", sagte Schmidt in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". "Die Regierung ist nicht gezwungen, alles zu sagen, was sie weiß. Sie ist nur dazu gezwungen, dass das, was sie sagt, der Wahrheit entspricht.

+++ Japan weitet Stromsperren auf Nordosten aus +++

[13.49 Uhr] Als Reaktion auf die massiven Reaktorausfälle weiten Japans Energieversorger die Stromsperren auf den Nordosten des Landes aus. Ab Mittwoch werde in der Region die Versorgung mit Elektrizität eingeschränkt, teilte das Unternehmen Tepco nach Angaben der Agentur Kyodo mit. Zuvor waren bereits Einschränkungen für den Großraum Tokio angeordnet worden. Die Rationierungen sollen im Osten Japans mindestens bis Ende April andauern. Für den Nordosten des Landes müsse mit noch längeren Einschränkungen gerechnet werden

+++ EU: Europa ist nicht gefährdet +++

[13.21 Uhr] Nach Ansicht der EU-Kommission gehen von der Reaktorkatastrophe für Europa keinerlei Gesundheitsgefahren aus . "Es gibt derzeit keinen Hinweis darauf, dass die radioaktive Verseuchung möglicherweise andere Teile der Welt als Japan und insbesondere die EU betreffen könnte", sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Die Lage könne sich aber ständig ändern. Allerdings würde der Transport radioaktiver Partikel von Japan nach Europa mehrere Wochen benötigen, teilte das Bundeamt für Strahlenschutz (BfS) mit. Zudem nehme die Konzentration der radioaktiven Stoffe in der Luft mit zunehmender Entfernung, durch den natürlichen Zerfall und Auswaschungen durch Niederschläge ab.

+++ Strahlendosis steigt massiv - Personal muss Reaktorkontrollräume verlassen +++

[13.17 Uhr] Die Strahlung in Fukushima 1 ist weiter gestiegen. Die gemessenen Werte seien so hoch, dass das Personal nicht weiter in den Kontrollräumen des Reaktors bleiben könne, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ G8-Staaten sagen Japan Hilfe zu +++

[13.14 Uhr] Die G8-Gruppe der führenden Industrienationen und Russland hat Japan Unterstützung beim Wiederaufbau nach der Atomkatastrophe zugesagt. Frankreich, das derzeit den Vorsitz in der G8 führt, soll Vorschläge ausarbeiten, wie die Folgen für die Weltwirtschaft in Grenzen gehalten werden können.

+++ Frankreichs Atomaufsicht: Fukishama-Katastrophe erreicht INES 6 +++

[13.05 Uhr] Nach Einschätzung Frankreichs hat die Fukishama-Katastrophe die zweithöchste Stufe in der Internationalen Bewertungsskala (INES). Das Geschehen sei mit Stufe 6 von 7 zu bewerten, teilte der Präsident der Französischen Atomsicherheitsbehörde (ASN), André-Claude Lacoste, in Paris mit. Die Katastrophe von Tschernobyl hatte die Stufe 7 auf der INES-Skala.

+++ UN: Nukleare Wolke zieht auf das offene Meer +++

[12.00 Uhr] Die radioaktiven Partikel werden vom Wind auf das Meer hinausgeblasen. Die Wetterbehörde der Vereinten Nationen teilte in Genf mit, die Radioaktivität werde von Japan weggeweht und es gebe weder für Japan noch benachbarte Länder "Auswirkungen". Der Strömungswechsel wird jedoch erst zum Nachmittag (MESZ) stattfinden, teilte die Unwetterzentrale von Meteomedia mit.

+++ Nachbeben mit Stärke 6,3 in der Präfektur Fukushima +++

[11.52 Uhr] Vor der japanischen Ostküste auf Höhe der Präfektur Fukushima hat sich ein weiteres schweres Nachbeben der Stärke 6,3 ereignet. Das teilte Japans Meteorologischer Dienst mit. Ob das Beben an den Atomkraftanlagen Fukushima 1 und 2 weitere Schäden verursachte, ist bislang nicht bekannt.

+++ Deutsche Reporter verlassen Tokio +++

[11.46 Uhr] Wegen der nuklearen Gefahr haben Korrespondenten deutscher Sender die japanische Hauptstadt Tokio verlassen. Die Reporter von ARD, ZDF und der RTL-Gruppe arbeiten von nun an aus der westjapanischen Stadt Osaka, die bislang duch die Katastrophenlage nicht unmittelbar betroffen ist. Die Sender teilten einhellig mit, dass die Sicherheit ihrer Mitarbeiter Priorität hätten.

+++ Kühlbecken womöglich am kochen +++

[11.11 Uhr] Eines der Abklingbecken für verbrauchte Brennstäbe ist der Atomaufsicht des Landes zufolge stark erhitzt. Sprecher Hidehiko Nishiyama sagte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Wasser in dem Becken koche. Zu den möglichen Risiken, die von den steigenden Temperaturen in dem Becken ausgehen, wollte sich der Sprecher nicht äußern. Ursache sei ein Versagen des Kühlsystems für das Abklingbecken. Die Kraftwerksbetreiber suchten nach Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun. In welchem Block die Brennelemente lagern wurde nicht bekannt. Vermutlich handelt es sich dabei um das Brennelementelager in Reaktor 4, das schon zuvor gebrannt hatte.

+++ Deutscher Ingenieur war am Bau von Fukushima 1 beteiligt +++

[11.06 Uhr] Ein deutscher Ingenieur, der am Bau Atomkraftwerks Fukushima beteiligt war, hält eine Art zweites Tschernobyl für unwahrscheinlich. Dies sagte der gebürtige Schleswiger dem "Flensburger Tageblatt". Im Gegensatz zu dem sowjetischen Kraftwerk gebe es in Japan "eine Schutzhülle aus Stahl direkt um den Kern und darum eine weitere aus Beton". Darunter befinde sich "eine riesige Betonplatte, die das Durchsickern eines geschmolzenen Kerns in das Erdreich und damit den Austritt von radioaktiver Strahlung verhindern würde". Der heute 71-Jährige war in den 1970er Jahren für Sicherheitstests der Systeme der Fukushima-Reaktoren 2 und 6 zuständig, berichtet die Zeitung.

+++ Zwei Überlebende aus Trümmern geborgen +++

[11.00 Uhr] Trotz aller Horrormeldungen um den drohenden Super-GAU gibt es noch kleine Lichtblick: Vier Tage nach der verheerenden Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe haben Rettungskräfte zwei Überlebende geborgen. Wie der öffentlich-rechtliche Fernsehsender NHK berichtet, wurde in der Stadt Otsuchi eine 70 Jahre alte Frau lebend aus den Trümmern ihres Hauses geborgen. In der Stadt Ishimaki in der besonders betroffenen Präfektur Miyagi an der Nordostküste Japans wurde zudem ein Mann aus den Trümmern gerettet.

+++ Löcher klaffen in Reaktor 4 +++

10.45 Uhr] Nach dem Brand im Lager für alte Brennstäbe klaffen in der Wand von Reaktor 4 zwei acht Quadratmeter große Löcher. Das berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press unter Berufung auf die Nukleare Sicherheitsagentur des Industrieministeriums. Der Kraftwerkbetreiber Tepco hatte den Behörden die Löcher in der Nordwestwand des Reaktors gemeldet. Ob durch die Öffnungen Radioaktivität austritt, ist bislang nicht bekannt. Allerdings bestätigten Behörden, dass durch das Feuer Strahlung ausgetreten sei.

+++ Kühlwasser in Reaktor 4 könnte verdampfen +++

[10.11 Uhr] Die Kühlung in Reaktor 4 droht auszufallen. Die Brennstäbe könnten das Kühlwasser zum Kochen bringen und verdampfen lassen, teilte die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag unter Berufung auf den Betreiber Tepco mit. Der Reaktor 4, der in den vergangenen Stunden zwischenzeitlich Feuer gefangen hatte, war vor dem heftigen Erdbeben am Freitag für Wartungsarbeiten vom Netz genommen worden.

+++ Panikkäufe verschärfen Engpässe in Japan +++

[10.05 Uhr] Dosennahrung und Batterien, Brot und Mineralwasser sind in bereits aus vielen Supermärkten verschwunden, vor den Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Die Behörden befürchten bereits, dass diese nicht notwendigen Hamsterkäufe die Lebensmittellieferungen an die wirklich Bedürftigen beeinträchtigen. Die zuständige Ministerin für Verbraucherschutz, Renhō Murata, forderte die Japaner bereis auf, keine Waren zu kaufen, die sie nicht wirklich benötigen.

+++ Strahlenwerte angeblich gesunken +++

[9.38 Uhr] Nach dem Anstieg der Radioaktivität in Folge der Explosionen und des Feuers im Brennelementelager sind die Werte nach Regierungsangaben wieder gesunken. Auch die Stadtverwaltung der Hauptstadt Tokio teilte am Nachmittag (Ortszeit) mit, die Strahlenwerte seien rückläufig. Zuvor war eine starke Erhöhung der Strahlung gemessen worden. Die Regierung warnte daraufhin erstmals vor einer "Gesundheitsgefährdung" durch erhöhte radioaktive Strahlung. Nach Angaben des Regierungssprechers Yukio Edano könnte die erhöhte Radioaktivität auf die Explosion im Reaktorblock 3 vom Montag zurückzuführen sein.

+++ Vorbereitungen für weitere Evakuierungen laufen an +++

[9.30 Uhr] In drei Präfekturen um Fukushima 1 haben die Vorbereitungen auf die Evakuierung begonnen. Die Regierung der Präfektur Yamagata stelle eine Liste mit Schutzräumen für die Flüchtenden zusammen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. "Wir arbeiten daran festzustellen, wie viele Evakuierte wir aufnehmen und welche Einrichtungen wir als Unterschlupf nutzen können", sagte eine Sprecher der angrenzenden Präfektur Tochigi. Ministerpräsident Naoto Kan hatte am frühen Morgen dazu aufgerufen, einen Umkreis von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk Fukushima Eins und 10 Kilometer um Fukushima Zwei zu räumen. In einer Entfernung von 20 bis 30 Kilometern sollten die Bewohner ihre Häuser nicht verlassen.

+++ Ministerpräsident befürchtet Zusammenbruch der Reaktoren +++

[9.25 Uhr] Ministerpräsident Kan verlangte von der Betreibergesellschaft Tepco, ihre Mitarbeiter nicht aus der Anlage abzuziehen. Er sei sich hundertprozentig sicher, dass das Unternehmen dann zusammenbreche. In den Reaktoren des Atomkraftwerks hatte es in den vergangenen Tagen mehrere Explosionen gegeben. Die Zahl der Mitarbeiter wurde inzwischen von 800 auf 50 reduziert.

+++ Kühlung in weiteren Reaktoren fehlerhaft +++

[8.56 Uhr] Auch die Kühlung der Reaktoren 5 funktioniert offenbar nicht mehr einwandfrei, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf Japans Regierungssprecher. Derweil sei die Kühlung der beschädigten Reaktoren 1 und 3 stabil, hieß es weiter. Ob auch Kühlwasser in den schwer beschädigten Reaktor 2 eingeleitet werden könne, bleibe abzuwarten.

+++ Brand in Brennelementelager +++

[8.53 Uhr ] Der Brand im Reaktorblock 4 des Unglückskraftwerks hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ein Becken mit gebrauchten Brennelementen betroffen. Radioaktivität entweiche von dort direkt in die Atmosphäre, teilten japanische Behörden der IAEA mit. Nach Informationen aus Japan ist der Brand inzwischen gelöscht. Die UN-Behörde bestätigte das bisher nicht.

+++ AKW-Betreiber zieht Arbeiter ab +++

[8.35 Uhr] Nach der Explosion im Fukushima-Block 2 hat der Kraftwerksbetreiber Tepco die Zahl der Einsatzkräfte von bislang 800 auf 50 Experten reduziert worden. Es gelte jetzt nur noch, die Kühlung aufrechtzuerhalten.

+++ Japanischer Ministerpräsident kritisiert AKW-Betreiber scharf +++

[8.14 Uhr] Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan hat die den Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima scharf kritisiert. "Das Fernsehen berichtet von einer Explosion. Aber dem Büro des Premiers wird eine Stunde lang nichts gesagt", zitierte ihn die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag. Die Regierung und die Öffentlichkeit seien unzufrieden mit der Informationspolitik.

+++ Strahlenbelastung um Fukushima steigt dramatisch +++

[7.45 Uhr] Die radioaktive Strahlung im Umkreis des Unglücks-Kraftwerks erreichte gefährliche Werte. "Wir reden jetzt über eine Strahlendosis, die die menschliche Gesundheit gefährden kann", sagte Regierungssprecher Yukio Edano. In einzelnen Bereichen des Kraftwerks wurden nach seinen Angaben 400 Millisievert gemessen - dies übersteigt den Grenzwert der Strahlenbelastung für ein Jahr um das 400fache, schrieb die Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ Tokio befürchtet radioaktiven Fallout +++

[7.30 Uhr] Ein weitere Hiobsbotschaft: Zum Zeitpunkt der neuen Explosion herrschte nach Angaben von Meteorologen Wind in südlicher Richtung. Dies würde bedeuten, dass radioaktive Teilchen auch nach Süden in Richtung Tokio gelangen könnten. Eine geringe Menge radioaktiver Substanzen sei inzwischen in Tokio gemessen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Wie gefährlich diese ist, war zunächst unklar. Im Großraum Tokio leben mehr als 35 Millionen Menschen. Viele Bewohner hatten sich aus Angst vor dem Atomunfall schon auf den Weg in den weiter entfernten Süden des Landes gemacht.

+++ Erneute Explosion im Kernkraftwerk +++

[6.00 Uhr] Erneute Explosion in Fukushima: Betroffen ist diesmal Reaktor 2. Bei der dritten Detonation innerhalb von vier Tagen wurde nach Angaben der AKW-Betreibergesellschaft Tepco im Unterschied zu den beiden ersten Explosionen der Reaktor selbst beschädigt. Es handle ich um eine "sehr schlimme" Lage. Ein Tepco-Sprecher teilte mit, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu einer Kernschmelze komme. In Block 4 brach zudem ein Feuer aus. Der Reaktor war jedoch vor dem Erdbeben am Freitag für Wartungsarbeiten abgeschaltet worden. Die dort noch lagernden abgebrannten Brennstäbe könnten nicht in Brand geraten, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Das Feuer sei bereits wieder gelöscht.

+++ THW beendet Einsatz +++

[05.33 Uhr] Die Hoffnung, rund 100 Stunden nach dem Erdbeben und dem Tsunami noch Überlebende zu finden, schwindet. Das Einsatzteam des Technischen Hilfswerks (THW) beendet deswegen jetzt seinen Einsatz in Japan.

+++ Restriktionen für Export nach Thailand +++

[05.24 Uhr] Thailand hat angekündigt, aus Japan importierte Nahrungsmittel stichprobenartig auf radioaktive Verstrahlung zu testen.

+++ Schwere Nachbeben samt Tsunamis erwartet +++

[05.19 Uhr] Experten erwarten für die nächsten Tage weitere schwere Nachbeben vor der Küste Japans und warnten, einige davon könnten auch neue Tsunami-Wellen auslösen. Im japanischen Fernsehen führte ein Seismologe aus, es habe seit Freitag bereits 200 Nachbeben gegeben, drei davon hätten eine Stärke von mehr als 7,5 auf der Richter-Skala gehabt. Hauptgrund sei, dass das Epizentrum des ersten Bebens sich über eine riesige Fläche - er sprach von 500 mal 200 Kilometer - erstrecke.

+++ Regierung versucht ahnungslose Bürger zu warnen +++

[05.00 Uhr] Rund um das Atomkraftwerk Fukushima versucht die Regierung, die Bevölkerung vor dem Strahlenrisiko mit Lautsprecherwagen zu warnen. Ein Regierungssprecher für den Katastrophenschutz sagte im japanischen Fernsehen, viele Haushalte um das Kraftwerk hätten vermutlich keinen Strom und auch keinen Mobilfunkempfang, möglicherweise hätten deshalb viele Menschen noch nicht von dem drohenden Kollaps der Atommeiler erfahren. Über die Lautsprecherwagen fordere man die Bevölkerung auf, in den Häusern zu bleiben, sich auf keinem Fall möglichem Regen auszusetzen. Der Sprecher gestand ein, dass die Regierung in Tokio keinen detaillierten Überblick der Lage in dem Gebiet habe, man wisse nicht genau, wie viele Menschen noch in der Krisenregion seien.

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