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Libyen-Krieg: Rebellen stoßen nach Westen vor

Rebellen stoßen nach Westen vor - Brega ist erobert

27.03.2011, 22:03 Uhr | AFP, dpa

Die Luftangriffe der Koalition in Libyen zeigen nach einer Woche Wirkung: Die Aufständischen stoßen ohne größeren Widerstand nach Westen vor. Die NATO will derweil die Anwendung von Gewalt einschränken. London warnt vor der Rache Muammar al-Gaddafis.

Die strategisch wichtige Küstenstadt Adschdabija haben die Aufständischen bereits zurückerobert. Auch die Stadt Brega ist seit Sonntag wieder in den Händen der Rebellen, ebenso wie der Ölhafen Ras Lanuf. "Es gibt hier keine Gaddafi-Truppen mehr, die Rebellen haben Brega unter ihrer vollen Kontrolle", sagte Rebellenkommandeur Ahmed Dschibril am Sonntag in Brega.

Aufständische kurz vor Übernahme des Ölexports

Gaddafis Soldaten seien bereits am Samstagabend nach einem "kleinen Gefecht" geflohen. Ein 31-jähriger Freiwilliger der Rebellentruppe, Suleiman Ibrahim, sagte, Gaddafis Truppen hätten keinen Widerstand geleistet. "Sie verschwanden einfach. Ohne NATO wäre das nicht geschehen. Sie haben uns große Unterstützung gegeben", sagte er zur Hilfe aus der Luft.

Am Sonntag hätten die Aufständischen eine Strecke von 250 Kilometern zurückgelegt, ohne in Kampfhandlungen verwickelt worden zu sein, hieß es. Damit kontrollieren sie nun alle Ölhäfen im Osten Libyens - Tobruk, Adschdabija, Suweitina, Brega, Ras Lanuf, und Al-Sidra.

Nach Ansicht von Großbritanniens Verteidigungsminister Liam Fox sind die Aufständischen bald in der Lage, die Kontrolle über die Ölexporte des Landes zu übernehmen. Damit könnten sie die "politische Dynamik" des Konfliktes entscheidend ändern, sagte Fox am Sonntag der BBC.

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Kampfjets zerstören Militärflugzeuge

Französische Kampfjets hatten am Samstag bei ihren Einsätzen in Libyen mindestens fünf Militärflugzeuge und zwei Kampfhubschrauber des Typs Mi-35 zerstört. Damit hätten die französischen Piloten verhindert, dass die libysche Luftwaffe in die Kämpfe um die Stadt Misrata eingreift, teilte das Verteidigungsministerium in Paris mit.

Die zerstörten Flugzeuge seien einstrahlige Maschinen vom Typ Galeb gewesen - betagte Jettrainer aus dem damaligen Jugoslawien, die auch für leichte Luft-Boden-Einsätze umgerüstet werden können. Bei den Mi-35 handelt es sich dagegen um schwere Kampfhelikopter, die noch zu sowjetischen Zeiten konzipiert worden waren.

In den vergangenen 24 Stunden hätten insgesamt rund 20 französische Flugzeuge in der Region mehrfach in das Geschehen eingegriffen. Erstmals seien dabei auch jeweils zwei von Katar und Frankreich auf Kreta stationierte Mirage-Jets zum Einsatz gekommen.

Lässt Gaddafi Leichen an Angriffsziele legen?

US-Verteidigungsminister Robert Gates wirft Gaddafi vor, Leichen von Zivilisten an Angriffsorte der Koalitionsstreitkräfte legen zu lassen. Das sagte Gates in einem Interview des US-Fernsehsenders CBS.

Die USA hätten eine Menge Geheimdienstberichte darüber, dass Gaddafi die Leichen von Menschen, die er getötet habe, an den Orte platzieren lasse, die die Koalition zur Durchsetzung des Flugverbots angegriffen habe. Gates betonte in dem am Samstag aufgezeichneten und im Internet veröffentlichten Interview weiter, dass die Koalitionsstreitkräfte "äußerst vorsichtig" vorgegangen seien. Die Koalition habe eine "außerordentliche Arbeit" geleistet.

Der britische Justizminister Kenneth Clarke warnte vor einem Racheanschlag Gaddafis im Stil des Lockerbie-Attentats. Großbritannien habe "guten Grund", Gaddafi nicht mehr an der Macht sehen zu wollen, sagte Clarke in einem Interview der britischen Zeitung "The Guardian". "Die Menschen in Großbritannien haben einen Grund, sich an den Fluch Gaddafis zu erinnern - Gaddafi zurück an der Macht, der alte Gaddafi, der Rache sucht; wir haben großes Interesse daran, das zu verhindern." Bei dem Attentat auf einen Pan Am-Jumbo über dem schottischen Ort Lockerbie 1988 waren 270 Menschen ums Leben gekommen.

NATO übernimmt Kommando

Die Nato übernimmt das Kommando des gesamten internationalen Militäreinsatzes in Libyen. Dies teilte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Sonntagabend in Brüssel nach einem Beschluss der Botschafter der 28 Nato-Staaten mit. Das Nordatlantische Bündnis wird von der "Koalition" den Einsatz zum Schutz der Bevölkerung vor den Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi übernehmen. Zum Schutz der Zivilbevölkerung in Libyen will die NATO nach einer Übernahme des Kommandos die Anwendung von Gewalt strikt einschränken. In dem Plan zur Übernahme des gesamten Einsatzes in Libyen seien zudem keine NATO-Einsätze zur Unterstützung der Rebellen vorgesehen, sagten Diplomaten vor Beratungen der 28 Botschafter der Allianz am Sonntag in Brüssel.

"Die NATO bleibt immer unparteiisch. Die NATO schlägt sich auf keine Seite", sagte einer der Diplomaten, der nicht namentlich genannt werden wollte. Ziel sei es, "in Übereinstimmung mit der Resolution des UN-Sicherheitsrates jede potentielle Gefahr für die Bevölkerung zu beenden".

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