Sie sind hier: Home > Politik >

Kernschmelze in Fukushima wohl schlimmer als gedacht

Kernschmelze in Fukushima wohl schlimmer als gedacht

08.06.2011, 09:50 Uhr | AFP, dpa

Kernschmelze in Fukushima wohl schlimmer als gedacht. Experten der Internationalen Atomenergiebehörde machten sich vor Ort auch schon selbst ein Bild der Lage (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Experten der Internationalen Atomenergiebehörde machten sich vor Ort auch schon selbst ein Bild der Lage (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Bei der Atomkatastrophe in Fukushima könnte es in einigen Reaktoren zu einer so starken Kernschmelze gekommen sein, dass sich der Brennstoff durch die Reaktordruckbehälter gefressen hat. Zu diesem Ergebnis kommt ein Untersuchungsbericht, den die japanische Regierung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) übermitteln will. Andere, zur Inspektion heruntergefahrene japanische Meiler sollen derweil im Sommer wieder hochgefahren werden.

Mit dem Hochfahren sollen Stromengpässe vermieden werden, wenn die Klimaanlagen wegen der jährlichen Sommerhitze auf Hochtouren laufen, teilte die Regierung mit. Er wolle, dass die Meiler zum Juli wieder ans Netz gehen, sagte Industrieminister Banri Kaieda.

Er hoffe, dass die umliegenden Gemeinden dafür Verständnis zeigten. Viele Anwohner von Kraftwerken sind jedoch durch die Atomkatastrophe in der Anlage Fukushima Eins verunsichert. Die Gemeinden fordern von der Regierung schärfere Sicherheitsauflagen. Japan hält bisher grundsätzlich an der Atomenergie fest, hat aber ältere, erdbebengefährdete Reaktoren zur Überprüfung zeitweise stillgelegt.

Verlorenes Vertrauen wiedergewinnen

Mit dem Untersuchungsbericht zur Katastrophe in Fukushima möchte die Regierung nach eigenen Angaben verhindern, dass sich solche schweren Unfälle in Zukunft wiederholen. "Wir haben aber entschieden, der internationalen Gemeinschaft mitzuteilen, was wir bis jetzt wissen", sagte Goshi Hosono, ein Berater von Regierungschef Naoto Kan, auf einer Pressekonferenz in Tokio. Nur so könne das verlorene Vertrauen in Japan wiedergewonnen werden.

Dem Bericht zufolge fand in den Reaktoren 1, 2 und 3 der Anlage eine Kernschmelze statt. Es sei zudem "möglich", dass der Brennstoff durch den inneren Reaktorbehälter hindurch auf den Boden des äußeren Sicherheitsbehälters getropft ist. Gleichwohl seien dies Vermutungen, da Untersuchungen im Inneren der beschädigten Reaktorgebäude noch unmöglich seien.

Der Betreiber der Anlage, Tepco, hatte bereits im vergangenen Monat eingestanden, dass eine teilweise oder komplette Kernschmelze in einigen Reaktoren stattfand, von einer Durchschmelze sprach der Konzern aber nicht.

Weitere Nachrichten und Links

Fukushima war durch das schwere Erdbeben und den anschließenden Tsunami Mitte März stark beschädigt worden. Durch die Naturkatastrophen waren die Kühlsysteme in den Reaktorgebäuden ausgefallen. Die Brennstäbe müssen aber fortlaufend gekühlt werden, damit sie nicht schmelzen.

Auf solch einen Unfall nicht vorbereitet

Die Regierung entschuldigt sich in ihrem Bericht für die Atomkatastrophe und gesteht ein, dass Japan auf solch einen schlimmen Unfall nicht vorbereitet war. Die IAEA war mit einem eigenen Expertenteam bereits selbst vor Ort und war zu der Feststellung gelangt, dass Japan die Risiken der Atomkatastrophe und deren Folgen unterschätzte.

Japan kündigte nun Reformen bei seiner Atomsicherheit an. So soll etwa Japans Behörde für nukleare Sicherheit vom Industrie- und Handelsministerium abgekoppelt werden, dem sie derzeit untersteht. Die IAEA hatte die fehlende Unabhängigkeit der Aufsichtsbehörde kritisiert.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: