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Obama über Osama bin Ladens Tod: "Es gab kein Abgeklatsche"

"Es gab kein Abgeklatsche"

21.09.2011, 14:01 Uhr | dpa

Obama über Osama bin Ladens Tod: "Es gab kein Abgeklatsche". Glücksspiel gegen den Terror. Befahl die Tötungsaktion gegen Al-Kaida-Chef Osama bin Laden: US-Präsident Barack Obama (Quelle: dpa)

Glücksspiel gegen den Terror. Befahl die Tötungsaktion gegen Al-Kaida-Chef Osama bin Laden: US-Präsident Barack Obama (Quelle: dpa)

Die tödliche Kommandoaktion gegen den Terrorführer Osama bin Laden vor vier Monaten hat bis zuletzt auf Messers Schneide gestanden. Anlässlich des anstehenden Jahrestags der Terroranschläge vom 11. September 2001 erzählte US-Präsident Barack Obama in einem amerikanischen Dokumentarfilm über Umstände und seine Empfindungen rund um die spektakuläre wie umstrittene Aktion, die er selbst befohlen hatte.

Der Angriff am 2. Mai 2011 sei über Monate geplant worden - doch bis kurz davor waren sich die Experten nicht wirklich sicher, ob sich die Nummer eins des Terrornetzwerks Al-Kaida überhaupt in dem ausspionierten Anwesen in der pakistanischen Stadt Abbottabad aufhielt, sagte der Präsident in dem Dokumentarfilm, der am Dienstagabend erstmals im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde. Rund die Hälfte seiner engen Sicherheitsberater hätte ihm daher von der Aktion abgeraten.

"Einige unserer Geheimdienst-Analysten dachten, dass es nur eine 40- oder 30-prozentige Chance gab, dass Bin Laden auf dem Anwesen war", sagte der Präsident in der Sendung des "History Channel". Andere hätten die Wahrscheinlichkeit höher eingeschätzt: "Das war insgesamt eine 50-50-Sache ... Es war ein großes Glücksspiel." Er habe eine angespannte Sitzung mit seinem Sicherheitsteam wenige Tage vor dem Übergriff mit der Ankündigung beendet und noch eine Nacht über die Sache schlafen müssen.

"Einen Versuch war es wert"

Letztlich entschied sich der US-Präsident als Oberbefehlshaber des US-Militärs aber dann für den Angriff: "Ich dachte, es war es wert, einen Versuch zu unternehmen." Er habe dabei sehr wohl gewusst, dass ein Scheitern erhebliche geopolitische Konsequenzen gehabt hätte. Zumal die Geheimaktion auf pakistanischem Boden stattfinden würde, ohne dass der Alliierte im Anti-Terror-Kampf vorab darüber informiert worden sei. Tatsächlich hat die Aktion zu erheblichen Spannungen zwischen beiden Ländern geführt.

Angespannte Stimmung: Obama und seine Leute verfolgen am 2. Mai im Situation Room des Weißen Hauses die Tötungsaktion gegen Osama bin Laden (Quelle: Reuters)Angespannte Stimmung: Obama und seine Leute verfolgen am 2. Mai im Situation Room des Weißen Hauses die Tötungsaktion gegen Osama bin Laden (Quelle: Reuters) An die Stimmung im sogenannten Situation Room des Weißen Hauses, wo der Präsident und sein Sicherheitsteam die Erstürmung des Bin-Laden-Verstecks per Monitor verfolgten, erinnert sich Obama mit gemischten Gefühlen. Die Bildübertragung sei phasenweise gestört gewesen: "Es war schwer für uns zu wissen, was tatsächlich passierte. Wir wussten, dass es Schüsse gab, und wir wussten, dass es Explosionen gab."

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Anspannung statt Jubel

Als über den Tod Bin Ladens Klarheit herrschte, sei das im Situation Room eher mit Anspannung aufgenommen worden. "Ich sagte, wie haben ihn. Aber da war kein Geschrei, da war kein Gebrüll, es gab kein Abgeklatsche." Der Fokus habe vielmehr darauf gelegen, ob es die Soldaten sicher aus der Situation herausschaffen würden.

Obama war Mitte August für den Film interviewt worden. Auch enge Sicherheitsmitarbeiter wie Ben Rhodes, John Brennan und Thomas Donilon kommen zu Wort.

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