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Syrien-Konflikt: Assads Truppen feuern auf Trauerzug

Assads Truppen feuern auf Trauerzug in Damaskus

18.02.2012, 16:30 Uhr | dapd, AFP

Syrien-Konflikt: Assads Truppen feuern auf Trauerzug. Syrische Sicherheitskräfte haben auf diesen Trauerzug in Damaskus gefeuert (Quelle: Reuters)

Syrische Sicherheitskräfte haben auf diesen Trauerzug in Damaskus gefeuert (Quelle: Reuters)

Syrische Sicherheitskräfte haben Aktivisten zufolge mit scharfer Munition und Tränengas auf einen riesigen Trauerzug in der Hauptstadt Damaskus gefeuert und dabei mindestens einen Menschen getötet. Die Sicherheitskräfte hätten das Feuer auf den Marsch mit mehreren tausend Teilnehmern im Stadtteil Masseh nahe dem Stadtzentrum eröffnet, sagte ein Sprecher der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden.

Der Trauerzug wurde für drei Menschen abgehalten, die am Freitag nach Protesten in dem Stadtviertel Mazze von syrischen Sicherheitskräften getötet worden waren. Es handele sich um die bislang größten Oppositionsproteste im Herzen von Damaskus, sagte ein Sprecher der Lokalen Koordinierungskomitees (LCC), die vor Ort die Proteste organisieren. 15.000 Menschen hätten sich daran beteiligt. Im Stadtteil Masseh sind zahlreiche Botschaften, Regierungsgebäude sowie die Redaktionen mehrerer staatlicher Zeitungen untergebracht. Laut der Beobachtungsstelle für Menschenrechte gab es in dem Viertel Durchsuchungen und Festnahmen.

"Es war eine riesige Beerdigung, die in einen Protest ausartete", sagte der Aktivist. "Es gab keine Angst unter den Teilnehmern." Auf von Aktivisten aufgenommenen und ins Internet gestellten Amateurvideos war eine Masse von Menschen zu sehen, die "Allahu Akbar" und "Eins, eins, eins, das syrische Volk ist eins!" rief.

In der Hauptstadt hatte es bisher hauptsächlich Kundgebungen für Präsident Baschar al-Assad gegeben. Inzwischen hat sich dies aber offenbar geändert: Nach Angaben der Opposition gab es in Damaskus am Freitag 49 Demonstrationen. Dabei wurden vier Menschen von Sicherheitskräften getötet.

US-Drohnen fliegen Überwachungseinsätze

Derweil beobachten einem Medienbericht zufolge unbemannte US-Flugzeuge die Angriffe der syrischen Führung auf das Volk. Präsident Barack Obama hoffe, mit den Bildern der Drohnen und Abhörprotokollen von Militär und Regierung den Westen zu weiterem Druck gegen Damaskus bewegen zu können, berichtete der US-Sender NBC News.

Eine "ganze Reihe" Drohnen beobachte die Angriffe auf die Zivilbevölkerung, berichtet der Sender weiter unter Berufung auf Vertreter des Verteidigungsministeriums. Ihr Einsatz sei jedoch keine Vorbereitung für einen Militäreinsatz. Demnach gab es innerhalb der US-Regierung aber Debatten über humanitäre Hilfseinsätze. Allerdings werde befürchtet, dass solche Missionen die Beteiligten gefährden oder letztlich zu einen militärischen Einsatz führen.

China ruft zu Ende der Gewalt auf

Unterdessen rief auch China zu einem sofortigen Ende der Gewalt auf. Bei seinem Besuch in Damaskus appellierte Vize-Außenminister Zhai Jun an die Regierung, Opposition und bewaffnete Kräfte in dem Land, "die Gewalttaten umgehend einzustellen", wie das syrische Staatsfernsehen berichtete. Es sei wichtig, dass "so schnell wie möglich" wieder Ruhe im Land einkehre, sagte Zhai nach einem Treffen mit Assad. China hoffe, dass ein in einer Woche geplantes Referendum über eine neue Verfassung und die bevorstehende Parlamentswahl friedlich verlaufen würden.

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Assad, der angesichts der blutigen Gewalt kaum noch Rückhalt in der Weltgemeinschaft hat, sagte, er schätze die Haltung Chinas. Zugleich führte er an, dass die Ereignisse in seinem Land darauf gerichtet seien, das Land zu spalten und Syriens "historischer Rolle in der Region" zu schaden.

China befürwortet im Syrien-Konflikt einen Dialog und lehnt eine Verurteilung der syrischen Führung ab. Die Volksrepublik verhinderte bereits zwei Mal gemeinsam mit Russland durch ihr Veto eine Resolution des UN-Sicherheitsrates gegen die Gewalt in Syrien. Dort lässt die Führung seit etwa elf Monaten Proteste blutig unterdrücken. Dabei kamen nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen bisher mehr als 6000 Menschen ums Leben.

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