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Türken orten den abgeschossenen Kampfjet

Türken orten den abgeschossenen Kampfjet

24.06.2012, 13:25 Uhr | dpa, dapd, AFP

Türken orten den abgeschossenen Kampfjet. Die türkische Küstenwache hat das Wrack des abgeschossenen Kampfjets geortet - in 1000 Metern Tiefe (Quelle: dpa)

Die türkische Küstenwache hat das Wrack des abgeschossenen Kampfjets geortet - in 1000 Metern Tiefe (Quelle: dpa)

Die Türkei hat eingeräumt, dass ihr am Freitag von der syrischen Luftabwehr abgeschossener Kampfjet den Luftraum des Nachbarlandes verletzt hat. Das sei ein Versehen gewesen, erklärte Außenminister Ahmet Davutoglu. Es habe sich nicht um einen Spionageeinsatz gehandelt, betonte er. Inzwischen haben türkische Einsatzkräfte das Wrack des Flugzeugs in einer Tiefe von rund 1000 Metern auf dem Meeresgrund geortet, wie die türkische Tageszeitung "Zaman" berichtet - von den Piloten fehlt immer noch jede Spur.

Die Maschine vom Typ F-4 sei am Freitag auf einem Trainingsflug in den syrischen Luftraum geraten, bei dem es einzig darum gegangen sei, die türkischen Radareinrichtungen zu testen. Die Piloten hätten schnell abgedreht, nachdem sie von der eigenen Flugkontrolle über den Fehler informiert worden waren. Der Abschuss sei dann wenige Minuten später "in internationalem Luftraum" erfolgt, sagte Davutoglu weiter.

Türkei berät Konsequenzen

Syrien hatte am Samstag erklärt, die türkische Maschine habe seinen Luftraum verletzt. Der Abschuss sei kein Angriff auf die Türkei gewesen, es habe sich um ein Versehen gehandelt. Der Jet sei abgeschossen worden, weil er in den syrischen Luftraum eingedrungen sei. Es gebe keine Feindseligkeit gegenüber der Türkei. Syrien habe nicht erkannt, dass es sich um ein türkisches Flugzeug handele und habe lediglich seine Souveränität verteidigt.

Jetzt wartet die Weltgemeinschaft darauf, wie die Türkei auf den Vorfall reagiert: Zunächst will Ankara den Abschuss auf einer NATO-Sitzung behandeln. "Es gibt keine Zweifel daran, dass die notwendigen Schritte unternommen werden", sagte der türkische Staatspräsident Abdullah Gül außerdem vielsagend. Worum es sich dabei handeln könnte, sagte er nicht. Arbeitsminister Faruk Celik sagte, die Türkei werde "entweder auf dem diplomatischen Feld reagieren oder andere Arten einer Antwort geben".

"Spiel mit dem Feuer"

Celik sagte, der Zwischenfall sei inakzeptabel und die Türkei könne ihn nicht schweigend hinnehmen. Türkische Zeitungen reagierten mit drohenden Schlagzeilen. Syrien spiele mit dem Feuer, titelte "Hürriyet", bei "Vatan" hieß es, Damaskus werde den Preis für den Abschuss bezahlen.

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur SANA hatte in der Nacht zum Samstag gemeldet, die Truppen hätten ein unidentifizierbares Objekt in syrischem Luftraum geortet, das in geringer Höhe und mit großer Geschwindigkeit geflogen sei.

Nach Abschuss des Objekts habe sich herausgestellt, dass es sich um ein türkisches Militärflugzeug gehandelt habe. Es sei einen Kilometer weit in syrischen Luftraum eingedrungen. Nach türkischen Angaben wurde die F-4 13 Kilometer vor der syrischen Küstenstadt Latakia abgeschossen und stürzte ins Mittelmeer.

Vor Beginn des Aufstands in Syrien im März 2011 galten Ankara und Damaskus als Verbündete, seitdem ist die Türkei zu einem der schärfsten Kritiker des Regimes von Präsident Baschar Assad worden. Angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien hat auch die Türkei den Rücktritt Assads gefordert.

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