Sie sind hier: Home > Politik > Specials > Die Syrien-Krise >

Assad will "Krieg" in Syrien um jeden Preis gewinnen

Assad will "Krieg" um jeden Preis gewinnen

27.06.2012, 10:50 Uhr | dapd, dpa-AFX

Assad will "Krieg" in Syrien um jeden Preis gewinnen. Baschar al-Assad spricht zum ersten Mal offiziell vom "Krieg" in Syrien (Quelle: Reuters)

Baschar al-Assad spricht zum ersten Mal offiziell vom "Krieg" (Quelle: Reuters)

Mehr als ein Jahr nach Beginn der Proteste gegen sein Regime sieht der syrische Präsident Baschar al-Assad sein Land im Kriegszustand. "Unsere gesamte Politik, Anordnungen und alle Bereiche werden darauf ausgerichtet sein, diesen Krieg zu gewinnen", sagte er nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Sana bei einer Rede vor dem neuen Kabinett in Damaskus.

Assads Truppen werden großzügig bezahlt

Die USA sehen die Chancen des syrischen Regierungschefs dabei gar nicht schlecht: Assads Truppen seien durch die zuletzt zunehmende Zahl von Deserteuren kaum geschwächt. Dank großzügiger Bezahlung stünden die Truppen dem Regime weiter loyal gegenüber, während die Kämpfer der Opposition schlecht aufgestellt seien und keine geeinten Angriffe organisieren könnten, heißt es aus Geheimdienstkreisen in Washington.

Während in weiten Teilen des Landes Nahrung und Benzin knapp geworden seien, sichere sich das Regime die Treue der Soldaten vor allem über eine entsprechende Entlohnung, sagten Geheimdienstmitarbeiter.

Wieder zahlreiche Tote in Syrien

Nach Angaben von Aktivisten kamen auch in dieser Woche landesweit wieder mindestens 87 Zivilisten bei Kämpfen und Angriffen von Regierungstruppen ums Leben. Außerdem seien insgesamt 49 Kämpfer der Aufständischen und Regierungssoldaten getötet worden.

Unter anderem gab es einen Anschlag auf die staatliche Fernsehanstalt in Damaskus. Dabei wurden mindestens drei Menschen getötet. Eine Gruppe von "Terroristen" sei in die Räume des Senders Al-Ichbarija eingedrungen und habe Journalisten und andere Mitarbeiter getötet, berichtete die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana.

Unabhängige Ermittler warnen nun davor, dass Syrien immer mehr in einen blutigen Bürgerkrieg abgleitet. Gefechte zwischen Regierungstruppen und der bewaffneten Opposition seien "dramatisch eskaliert", erklärte der Vorsitzende der von den UN berufenen Untersuchungskommission für Syrien, Paulo Pinheiro. Die Kämpfe würden auf immer mehr Landesteile übergreifen, heißt es im neuen Lagebericht der Kommission, den Pinheiro in Genf vorlegte.

Türkei verlegt Panzer an syrische Grenze

Derweil hat die türkische Armee nach der Androhung von Präventivangriffen gegen Syrien offenbar bereits damit begonnen, ihre Präsenz an der Grenze zum südlichen Nachbarn zu verstärken. Nach übereinstimmenden Presseberichten wurden zusätzliche Panzereinheiten ins Grenzgebiet im südostanatolischen Nusaybin und Cizre verlegt.

Neben Panzern sei auch Artillerie ins Grenzgebiet verlegt worden. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Dienstag erklärt, jede syrische Truppeneinheit, die sich der Grenze nähere, werde ab sofort als militärisches Ziel gewertet und bekämpft.

Russland ist "besorgt"

Russland rief Syrien und die Türkei derweil zur Zurückhaltung auf. "Es ist wichtig, dass dieser Zwischenfall nicht als Provokation oder Absicht angesehen wird und auch nicht zu einer weiteren Destabilisierung führt", sagte Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch in Moskau. Die UN-Vetomacht Russland sei "besorgt" über die aktuelle Entwicklung, betonte er nach Angaben der Agentur Interfax.

Die Regierung in Washington stellte sich demonstrativ an die Seite des Nato-Partners Türkei: Die USA seien darauf vorbereitet, jede Anfrage aus Ankara nach militärischer Unterstützung entgegenzunehmen, sagte Außenamtssprecherin Victoria Nuland. "Die Türkei ist unser Verbündeter."

Bürgerkrieg forderte bereits 15.000 Opfer

Syriens Präsident Assad lässt seit März 2011 eine Protestbewegung blutig niederschlagen. Menschenrechtsaktivisten zufolge wurden seither mehr als 15.000 Menschen getötet. Die Staatsführung bezeichnet oppositionelle Kämpfer immer wieder als Terroristen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal