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Graswurzel-Kandidat könnte die US-Wahl entscheiden

Graswurzel-Kandidat könnte die US-Wahl entscheiden

25.10.2012, 10:04 Uhr | AFP

Graswurzel-Kandidat könnte die US-Wahl entscheiden. Eigenwillig, entschlossen, erzkonservativ: Virgil Goode möchte die ganz Großen ärgern (Quelle: dapd)

Eigenwillig, entschlossen, erzkonservativ: Virgil Goode möchte die ganz Großen ärgern (Quelle: dapd)

Die meisten Menschen in den USA haben noch nie von diesem Kandidaten gehört - und doch könnte Virgil Goode die Präsidentschaftswahl entscheiden. Sollte es am 6. November in Goodes umkämpften Heimatstaat Virginia eng werden zwischen Präsident Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney, dann könnte der stramm konservative Goode dem Republikaner die dringend benötigten Stimmen kosten. Der hagere Mann mit dem silbergrauen Haar kommt laut einer Umfrage in Virginia auf zwei Prozent.

Er sei ein überzeugter Abtreibungsgegner, ein entschiedener Fürsprecher der traditionellen Ehe und für einen ausgeglichenen Staatshaushalt, "jetzt und nicht erst in zehn Jahren", sagt Goode über Goode. Außerdem setze er sich für amerikanische Jobs für amerikanische Bürger ein - und ist er ein Vertreter einer Graswurzel-Politik, die sich weitab von monströsen Parteien und dem politischen Apparat in Washington positionieren will.

"Ich hatte noch nie von ihm gehört"

Der 66-jährige Goode steht an einem Herbsttag in der Einkaufsmeile von Powhatan, einer Kleinstadt im Herzen Virginias, und spricht potenzielle Wähler an. "Ich hatte noch nie von ihm gehört", sagt der Vietnam-Veteran Peter Boss, der Goode zusammen mit seiner Frau in einem Restaurant getroffen hat. Nun kann er sich für den Außenseiter erwärmen.

Vor allem die Haltung in der Einwanderungspolitik gefalle ihm, sagte Boss. Goode will das Recht auf die Staatsbürgerschaft durch Geburt in den USA abschaffen. Einwanderer, legale und illegale, sollen nach Goodes Vorstellungen draußen bleiben und so Arbeitsplätze für US-Amerikaner freimachen.

Marsch nach rechts

Von 1996 bis 2008 saß der Politiker für einen Wahlkreis in Virginia als Abgeordneter im Repräsentantenhaus - zunächst als Demokrat, ab 2002 dann für die republikanische Partei. Nach dem Verlust seines Mandats setzte Goode seinen Marsch ins rechte politische Spektrum fort: Heute verficht der Mann mit dem freundlichen Lächeln noch konservativere Ansichten als viele Republikaner und tritt für die winzige Constitution Party an.

Goode ist Anhänger der Idee eines Minimal-Staates. Staatliche Subventionen will Goode komplett streichen und außerdem die Ministerien für Bildung, Energie und Handel schließen. Im Jahr 2006 sorgte er für Schlagzeilen, als er den muslimischen Kongressabgeordneten Keith Ellison kritisierte, weil dieser bei seinem Amtseid auf den Koran geschworen hatte.

Spenden über 200 Dollar lehnt er ab

In 24 Bundesstaaten wird Goode auf der Kandidatenliste stehen. Sein Team besteht aus gerade einmal vier Mitarbeitern, TV-Spots hat er keine. Die sogenannten "Super PACs", politische Organisationen, die pro forma von den Kandidaten unabhängig sind und sich deshalb nicht an die gesetzlichen Obergrenzen bei Wahlkampfspenden halten müssen, lehnt er ab. Goode sagt, er nehme keine Wahlkampfspenden über 200 US-Dollar an.

Mark Rozell, Politikprofessor an der George Mason Universität in Fairfax in Virginia nimmt bei der Bewertung von Goodes Ambitionen kein Blatt vor den Mund. Er könne kaum nachvollziehen, warum Goode diese "aussichtslose, nutzlose" Kandidatur betreibe, sagt Rozell. Der Mann von der Constitution Party könne ein zweiter Ralph Nader werden. Der Kandidat der US-Grünen hat bei den Wahlen im Jahr 2000 dem Demokraten Al Gore höchstwahrscheinlich weit mehr als die entscheidenden 537 Stimmen in Florida gekostet - er bekam über 97.000 Stimmen. Mit dem Republikaner George W. Bush zog damals das Feindbild der Linken in das Weiße Haus ein.

"Ich hoffe, Sie vermasseln das nicht"

Ähnliches befürchten offenbar auch konservative Wähler - nur mit umgekehrten Vorzeichen. Susanne, eine Ladenbesitzerin aus Powhatan, will, dass Obama abgewählt wird: "Ich werde für Romney stimmen und ich hoffe, Sie vermasseln das nicht", tadelt sie Goode. Virginia ist einer der besonders umkämpften "Swing States", die Romney unbedingt gewinnen muss, um die Wahl für sich zu entscheiden.

Danny Turner, einer der vier Mitarbeiter von Goode, berichtet, dass die Bundeszentrale der Republikaner sogar versucht habe, Goodes Kandidatur mit Klagen wegen Betrugsvorwürfen zu verhindern. "Aber wir sind nicht zurückgewichen". Virgil Goode wird am 6. November antreten.

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