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Obama gegen Romney: Knapper geht nicht

Knapper geht nicht

02.11.2012, 09:42 Uhr | t-online.de, dpa

Obama gegen Romney: Knapper geht nicht. Was kann er noch tun? Die Umfragewerte von US-Präsident Barack Obama bleiben gefährlich niedrig. (Quelle: dapd)

Was kann er noch tun? Die Umfragewerte von US-Präsident Barack Obama bleiben gefährlich niedrig. (Quelle: dapd)

Enger kann ein Rennen kaum sein: Nach einer jüngsten Umfrage geht US-Präsident Barack Obama mit einem Vorsprung von Sieben Hundertstel Prozentpunkten vor dem Republikaner Mitt Romney in das letzte Wahlkampf-Wochenende. Von seiner Initiative nach dem Wirbelsturm "Sandy" kann Obama offenbar nicht profitieren.

Mit umso größerer Spannung werden die an diesem Freitag fälligen Arbeitslosenzahlen für Oktober erwartet. Experten hielten es für möglich, dass das Ergebnis noch unentschiedene Wähler auf die eine oder andere Seite ziehen könnte.

Die schwache Wirtschaft und hohe Arbeitslosigkeit sind von Anfang an die dominierenden Themen dieses Wahlkampfes gewesen. Romney lastet Obama Versagen auf beiden Gebieten an. Die Arbeitslosenquote war allerdings im September erstmals seit langem unter die Acht-Prozent-Marke gesunken, auf 7,8 Prozent.

Guter Krisenmanager, schlechter Präsident?

In einer am Donnerstag veröffentlichten "Washington Post"/ABC-Umfrage kam Obama auf 48,56 und Romney auf 48,49 Prozent. Für Obama sind das enttäuschende Zahlen, denn sie bedeuten dass es nicht zu dem erhofften "Sandy"-Effekt gekommen ist. Da war der amtierende Präsident als Commander-in-Chief in die Krisengebiete geeilt und hatte den Flutopfern - unterstützt von Chris Christie, dem republikanischen Gouverneur von New Jersey - Hilfe gebracht.

Geholfen hat es nicht: Am 31. Oktober war Obama in der gleichen Umfrage auf 49 Prozent gekommen, Romney auf 48 - genau genommen hat Obama demnach sogar an Zustimmung verloren.

Was daran noch überraschender ist: Obama hatte von den US-Bürgern gute Noten für sein Krisenmanagement während des Hurrikans bekommen. Nach einer Umfrage die wiederum "Washington Post" und ABC in Auftrag gegeben hatten, waren acht von zehn Amerikanern hochzufrieden mit seiner Arbeit, berichtete die Zeitung am Donnerstag. Sogar zwei Drittel der potenziellen Wähler seines Herausforderers Mitt Romney lobten den Präsidenten demnach.

Obama gewinnt mächtigen Unterstützer

Schützenhilfe erhielt der Amtsinhaber am selben Tag vom New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg. Dieser äußerte sich zwar auch enttäuscht über die vergangenen vier Obama-Jahre, aber hält den Demokraten immer noch für am besten geeignet, die Herausforderungen für das Land zu meistern.

Der parteilose Bloomberg verwies in diesem Zusammenhang ausgerechnet auf "Sandy". Die Zerstörung, die der Sturm nach New York und in andere Teile des Nordostens gebracht habe, "hat scharf vor Augen geführt, was bei der Präsidentenwahl am Dienstag auf dem Spiel steht", schrieb der Bürgermeister in einem Meinungsartikel für seine gleichnamige Nachrichtenagentur.

Bloomberg bangt um das Klima

"Sandy" und "Irene", die New York in diesem und im vergangenen Jahr heimgesucht hätten, seien Zeichen für den Klimawandel. Gewählte Spitzenpolitiker müssten "unverzüglich" handeln.

Obama habe Schritte zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes unternommen, hob Bloomberg hervor. Romney habe während seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts ebenfalls Maßnahmen in dieser Richtung ergriffen. Seitdem sei er aber von früheren Positionen abgerückt.

Obama und Romney selbst kehrten nach einem Waffenstillstand wegen der verheerenden Folgen von "Sandy" wieder auf ihren gegenseitigen Angriffskurs zurück. Beide konzentrieren sich in ihrem Endspurt auf besonders heiß umkämpfte Bundesstaaten, die die Wahl am kommenden Dienstag entscheiden könnten. So reiste Obama am Donnerstag nach Wisconsin, Nevada und Colorado, Romney hielt gleich drei Kundgebungen in Virginia ab.

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