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US-Wahl 2012: Barack Obama weint bei letzter Wahlkampfrede

Und am Ende weint Obama

06.11.2012, 15:56 Uhr | dapd, dpa

US-Wahl 2012: Barack Obama weint bei letzter Wahlkampfrede. Barack Obama bei der US-Wahl 2012 (Quelle: Reuters)

Tränen der Rührung: Barack Obama bei seiner letzten Wahlkampfrede in Iowa (Quelle: Reuters)

Wahlkampf-Drama bis zur allerletzten Minute - und das sogar mit echten Tränen. Amtsinhaber Barack Obama konnte seine Gefühle nicht verbergen, als er seine letzte Wahlkampfrede dort hielt, wo sein kometenhafter Aufstieg vor der letzten Präsidentschaftswahl 2008 begonnen hatte.

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Obama wischte sich eine Träne aus dem Auge, als er in Des Moines, Iowa, vor 20.000 Anhängern erklärte: "Ich bin mit der Bitte zurückgekehrt, das zu Ende zu bringen, was wir begonnen haben, weil hier unsere Bewegung für den Wandel ihren Anfang nahm." Obama hatte 2008 in Des Moines die erste Vorwahl der Demokraten für sich entschieden und damit den Grundstein für seinen späteren Wahlerfolg gelegt.

Romney zu Blitzbesuchen in Ohio und Pennsylvania

Unterdessen versuchte der Rivale des US-Präsidenten, das Blatt mit überraschenden Blitzbesuchen in umkämpften Staaten noch am Dienstag zu seinen Gunsten zu wenden. Umfragen sehen Obama zwar nur mit einem hauchdünnen Vorsprung in Front, etliche Experten glauben aber dennoch an einen Wahlsieg des Amtsinhabers.

Denn Romney liegt in einigen wichtigen Swing States zurück, wenn auch nur leicht. Deshalb entschied er sich wohl für einen Wahlkampf bis zur letzten Minute. Nach Auftritten in Ohio und Pennsylvania wollte er daheim in Boston die Ergebnisse abwarten. Besonders umkämpft sind außerdem Florida, Colorado, New Hampshire, Virginia, Wisconsin, Iowa und Nevada.

Nach Berechnungen des Center for Responsive Politics dürfte das Werben um Stimmen bei den Präsidenten- und Kongresswahlen so kostspielig gewesen sein wie nie zuvor: Mit 5,8 Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) verschlang der Wahlkampf sieben Prozent mehr als noch vor vier Jahren.

Obama verzichtete am Wahltag auf weitere Auftritte: Er wollte nach Angaben einer Sprecherin den Dienstag in seiner Heimatstadt Chicago verbringen und sich in Fernseh- und Radiointerviews an die noch unentschiedenen Bürger wenden.

Obama pflegt Basketball-Ritual

Außerdem wollte er seinem Wahltagsritual folgen und mit Freunden und engen Beratern Basketball spielen. Ein einziges Mal verzichtete er auf die Tradition - und verlor 2008 prompt die Vorwahl in New Hampshire. "Diesen Fehler werden wir nicht noch einmal machen", sagte sein Berater Robert Gibbs.

Der Präsident selbst hat bereits gewählt. Wie er machten mehr als 30 Millionen Bürger in den letzten Wochen von der Möglichkeit der Briefwahl oder der vorgezogenen Stimmabgabe Gebrauch; ausgezählt wird aber erst am Wahltag. Romney gab seine Stimme am Morgen in der Nähe des Ortes Belmont im Staat Massachusetts ab. Auf die Frage, wen er gewählt habe, antwortete er: "Ich glaube, Sie wissen das." 

In den USA entscheidet nicht die Gesamtzahl der für einen Kandidaten landesweit abgegebenen Stimmen über den Einzug ins Weiße Haus, sondern der Gewinn der Wahlmännerstimmen, die jedem Staat zugeordnet sind. Der Sieger braucht mindestens 270. Das System kann zu widersprüchlichen Ergebnissen führen wie 2000, als der Demokrat Al Gore zwar US-weit die meisten Wählerstimmen bekam, der Republikaner George W. Bush aber mit der Mehrheit der Wahlmänner Präsident wurde.

Erster Erfolg für Obama

Den ersten Sieg konnte Obama gleich nach Öffnung der ersten Wahllokale in zwei kleinen Ortschaften im Staat New Hampshire einstreichen, die traditionell die Stimmabgabe eröffnen. In Hart's Location gewann der demokratische Amtsinhaber kurz nach Mitternacht (Ortszeit) mit 23 Stimmen, für seinen Herausforderer Mitt Romney von den Republikanern votierten neun Bürger. In Dixville Notch spiegelte sich mit einem Patt von fünf zu fünf Stimmen das bundesweit erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen wider.

Total im Schatten des Duells ums Weiße Haus stehen die Wahlen aller 435 Sitze im Repräsentantenhaus und eines Drittels (33 Sitze) im Senat. Experten erwarten, dass die Demokraten ihre knappe Mehrheit im Senat verteidigen und das Repräsentantenhaus wieder von den Republikanern dominiert wird. Diese Konstellation lässt erwarten, dass es das Weiße Haus auch in der nächsten Legislaturperiode schwer haben wird, in einem vom Parteienstreit blockierten Kongress etwas durchzusetzen.

Der Wahlkampf war angesichts einer Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent von Wirtschaftsthemen dominiert worden. Aber auch die Sturmkatastrophe an der US-Ostküste könnte noch eine Rolle spielen. Wegen des Hurrikans "Sandy", der vergangene Woche über die Ostküste hinwegzog, könnte es in wenigen Wahlkreisen zu Verzögerungen bei der Auszählung kommen.

Als Grund wurde angegeben, dass die Frist für die Auszählung der Briefwahlstimmen verlängert wurde. In New Jersey sollten Sturmopfer ihre Stimmen auch per E-Mail abgeben können, wie es auch Soldaten und US-Bürger im Ausland tun können.

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