Grausige Tat im syrischen Bürgerkrieg: In der Stadt Homs sollen Rebellen einen etwa zehnjährigen Jungen dazu gebracht haben, einem Mann den Kopf abzuhacken.
Im Internet wurde ein Video veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie das Kind mit einem Schwert einem wehrlosen, am Boden liegenden Mann den Kopf abtrennt. Dabei wird der Junge von mehreren Männern angefeuert.
In dem Video wird außerdem noch die Leiche eines zweiten enthaupteten Mannes gezeigt, wobei unklar blieb, ob dieser ebenfalls von dem Kind getötet wurde. Bei den Toten soll es sich nach Informationen aus Oppositionskreisen um entführte Offiziere handeln.
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Die Opfer waren Alawiten wie Präsident Baschar al-Assad
Den Angaben zufolge gehören sie zu einer Gruppe von insgesamt zehn Offizieren, die der religiösen Minderheit der Alawiten angehören und von Rebellen in Homs entführt worden waren. Zwei von ihnen sollen später gegen Lösegeld wieder freigelassen worden sein. Sechs befinden sich angeblich noch in Gefangenschaft. Präsident Baschar al-Assad und viele Kommandeure in Armee und Geheimdienst sind Alawiten. Die Mehrheit der Syrer sind sunnitische Muslime.
Ein syrischer Regimegegner, der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen wollte, sagte der Nachrichtenagentur dpa, er zweifle nicht an der Authentizität der Videoaufnahme, die am Sonntag gemacht worden sein soll.
Nachrichten und Videos
Nach Informationen von "Spiegel-Online" wurde das Video von dem syrischen Radiosender Sham FM auf seiner Facebook-Seite und seinem Youtube-Kanal veröffentlicht. Der Sender gilt als regimetreu. Denkbar wäre demnach auch, dass das Video von Assad-Anhängern gemacht wurde, um die Rebellen zu diskreditieren.
Westerwelle: Assads Macht schwindet
Unterdessen verlieren Assads Truppen nach Angaben von Regimegegnern weiter an Boden. Auch die Bundesregierung geht davon aus, dass sich Präsident Baschar al-Assad nicht mehr lange an der Macht halten kann. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte der "Süddeutschen Zeitung". "Anzeichen mehren sich, dass die Macht des Assad-Regimes weiter erodiert."
Deutschland wies am Mittag vier weitere syrische Diplomaten aus. Zu den genauen Gründen der Ausweisung äußerte sich das Auswärtige Amt nicht. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach jedoch von einem "klaren Zeichen, dass wir die Beziehungen zum Assad-Regime auf ein absolutes Minimum reduzieren". Bereits im Mai hatte Syriens Botschafter auf Beschluss der Bundesregierung seinen Posten räumen müssen.
Erfolg für die Rebellen in Scheich Sleiman
Syrische Aktivisten veröffentlichten Videoaufnahmen, die zeigen sollen, wie eine islamistische Brigade eine Kommandozentrale in Scheich Sleiman in der Provinz Aleppo einnimmt. Auf anderen Bildern ist zu sehen, wie Rebellen mit einem erbeuteten Panzer umherfahren.
Bei der Schlacht um den Stützpunkt sollen ein Soldat und zwei Rebellen getötet worden sein. Fünf Soldaten fielen angeblich den Angreifern in die Hände. 140 Soldaten sollen geflohen sein. Gefechte wurden auch aus Vierteln in der Innenstadt von Damaskus gemeldet. Bis zum Nachmittag zählten Aktivisten 29 Todesopfer, darunter sechs Kinder.
Nach UN-Angaben sind seit Beginn der blutigen Auseinandersetzungen vor bald zwei Jahren mehr als 474.000 Menschen nach Jordanien, in den Libanon, den Irak, in die Türkei oder nach Nordafrika geflohen. Mindestens 40.000 Menschen wurden getötet

