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Syrien: Chef der Militärpolizei läuft zur Opposition über

Chef der syrischen Militärpolizei läuft zur Opposition über

26.12.2012, 15:14 Uhr | AFP, dapd

Syrien: Chef der Militärpolizei läuft zur Opposition über. Abdul Asis Jassim al-Schallal, Chef der syrischen Militärpolizei (Quelle: Reuters)

Abdul Asis Jassim al-Schallal, Chef der syrischen Militärpolizei, schließt sich der Volksrevolution an (Quelle: Reuters)

In Syrien ist ein weiterer ranghoher Beamter zur Opposition übergelaufen. Der Chef der Militärpolizei, Generalmajor Abdul Asis Jassim al-Schallal, erklärte in einem Video, er schließe sich der Volksrevolution an. Das Militär schütze nicht länger das Volk, sondern sei zu einer "Bande für Mord und Zerstörung" verkommen. Der Generalmajor warf den Streitkräften vor, Städte und Dörfer zu zerstören und Massaker an Unschuldigen zu verüben.

Das Video wurde am Dienstagabend vom Fernsehsender Al-Arabija gezeigt. Seit Beginn des Aufstands gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sind Dutzende Offiziere zur Opposition übergelaufen. Im Juni schloss sich mit Brigadegeneral Manaf Tlass erstmals ein Mitglied des inneren Machtzirkels Assads der Opposition an. Auch Tausende Soldaten verweigerten Assad die Gefolgschaft. Die meisten begründeten ihre Entscheidung mit Angriffen auf Zivilisten.

Den Angriffen der Regierungstruppen fielen unterdessen nach Angaben von Aktivisten in der Provinz Rakka mindestens 20 Menschen zum Opfer. Unter den Getöteten seien acht Kinder und drei Frauen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Ein Amateurvideo zeigte die Leichen von mehreren Menschen, unter ihnen Kinder, in einer Reihe in einem Zimmer. Einige hatten Blut an der Kleidung, im Hintergrund war ein Weinen zu hören.

Rebellen erobern Stadt im Grenzgebiet zur Türkei

Die Rebellen griffen den Angaben zufolge erneut den Militärstützpunkt Wadi Deif in der Provinz Idlib im Norden des Landes an. Der Stützpunkt in der Nähe der strategisch wichtigen Stadt Maaret al Numan wird sei Wochen von Regierungsgegnern belagert. Die Beobachtungsstelle erklärte, die neuerlichen Kämpfe hätten mindestens fünf Rebellen das Leben gekostet. Kampfflugzeuge hätten Stellungen der Rebellen in der Region angegriffen.

Das Regime hat zunehmend Schwierigkeiten, auf dem Landwege Nachschub in die Provinz Aleppo zu bringen, vor allem nach der Einnahme von Maaret al-Numan durch die Rebellen im Oktober. Die Stadt liegt an der Autobahn zwischen der Hauptstadt Damaskus und Aleppo, Syriens größter Stadt.

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Nach Wochen schwerer Kämpfe verbuchten die Rebellen Aktivisten zufolge einen weiteren militärischen Erfolg und eroberten die Stadt Harem im Grenzgebiet zur Türkei. Mohammed Kanaan, ein Aktivist in Idlib, sagte, Harem sei vollständig befreit. Zuletzt hätten die Aufständischen die historische Zitadelle der Stadt eingenommen, die die syrische Armee zu einem Militärstützpunkt gemacht habe.

"Harem ist sehr wichtig, weil es eine der Städte ist, die bislang dem Regime gegenüber loyal war", sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdul Rahman. Die Aufständischen haben inzwischen große Gebiete entlang der Grenze zur Türkei erobert, vor allem im Norden der Provinz Aleppo.

NATO-Staaten wollen eingriffen

Unterdessen wollen mehrere NATO-Staaten laut einem Zeitungsbericht ein militärisches Eingreifen in Syrien vorantreiben. Mit Blick auf die sich täglich verschärfende Lage in der Konfliktregion plädierten die Regierungen der USA, Großbritanniens und der Türkei dafür, mit einer "vorsichtigen Planung" zu beginnen, berichtete die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf NATO-Kreise.

Im Syrienkonflikt sind nach Angaben der Opposition inzwischen mehr als 45.000 Menschen getötet worden. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, kamen seit Beginn des Aufstands im März 2011 insgesamt 31.544 Zivilisten und Rebellen ums Leben. Unter den Opfern seien ferner 11.217 Regimesoldaten. Auch 1511 Deserteure starben demnach. 776 weitere Opfer haben den Aktivisten zufolge noch nicht identifiziert werden können.

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