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"Die letzten Stunden" - Armee droht Mursi offen mit Gewalt

"Die letzten Stunden" - Armee droht Mursi offen mit Gewalt

03.07.2013, 13:34 Uhr | rtr, AFP

"Die letzten Stunden" - Armee droht Mursi offen mit Gewalt. Beschützer oder Gefängniswärter? Ägyptische Soldaten vor dem Präsidentenpalast. (Quelle: AP/dpa)

Ägyptische Soldaten vor dem Präsidentenpalast - die Armee zieht die Fäden im Land (Quelle: AP/dpa)

Wenige Stunden vor dem Ablaufen des Ultimatums an Ägyptens Präsident Mohammed Mursi hat Militärchef Abdel Fattah al-Sisi offen mit Gewalt gegen die Führung des Landes gedroht. In einer neuen Erklärung des Obersten Rates der Streitkräfte unter der Überschrift "Die letzten Stunden" heißt es: "Wir schwören bei Gott, dass wir unser Blut für Ägypten und sein Volk opfern werden - gegen alle Terroristen, Extremisten und Unwissenden."

Die ägyptischen Streitkräfte sind nach den Worten ihres Chefs bereit, zur Verteidigung des Landes ihr Leben zu lassen.

In dem Kommunique auf der Facebook-Seite der Armeeführung wird Verteidigungsminister Abdel Fattah al-Sisi mit den Worten zitiert, es sei "ehrenhafter für uns zu sterben, als das ägyptische Volk terrorisiert und bedroht zu sehen".

Unterdessen zeigte das ägyptische Fernsehen Bilder von Al-Sisi bei einem Treffen mit seinem Generälen am heutigen Nachmittag.

Mursi zeigt sich stur

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hatte die Armee zuvor aufgefordert, ihr am Mittwochnachmittag auslaufendes Ultimatum zur Lösung des derzeitigen Konflikts in Ägypten zurückzunehmen.

Die Armee hatte in dem Ultimatum erklärt, falls die Staatsführung die Krise nicht beilege, werde das Militär selbst einen Fahrplan für den Übergang verkünden.

Die Tageszeitung "Al-Ahram" veröffentlichte dazu Einzelheiten: Demnach würde das Militär die derzeit geltende islamistische Verfassung aussetzen, das von Islamisten dominierte Parlament auflösen und eine Übergangsregierung einsetzen. Dies liefe auf die Entmachtung Mursis hinaus.

Übergangsrat aus Zivilisten

Bis es eine neue Verfassung gebe, solle ein überwiegend aus Zivilisten bestehender Übergangsrat eingesetzt werden, dem Vertreter der politischen Gruppen und Experten angehören sollten.

Die Verfassung solle innerhalb einiger Monate geändert werden. Anschließend solle ein neuer Präsident gewählt werden. Die Neuwahl des Parlamentes solle erst stattfinden, wenn es strikte Regeln für die Auswahl der Kandidaten gebe.

Muslimbrüder drohen mit "Märtyrern"

Ein Führungsmitglied von Mursis Muslimbruderschaft hat unterdessen seinerseits klar gemacht, dass die islamistische Bewegung nicht einfach die Macht abgeben werde. "Nach Märtyrertum zu streben, um den laufenden Putsch zu verhindern, ist das, was wir als Zeichen der Dankbarkeit vorherigen Märtyrern anbieten können, die in der Revolution ihr Leben gelassen haben", schrieb Mohammed Al-Beltagi auf seiner Facebook-Seite.

Ägypten kommt seit Tagen nicht zur Ruhe. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Anhängern des umstrittenen islamistischen Staatschefs wurden binnen einer Woche fast 50 Menschen getötet. Allein in der Nacht zum Mittwoch starben in der Hauptstadt Kairo mindestens 16 Menschen.

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