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Giftgaseinsatz durch Assad: Frankreich will Beweise vorlegen

Giftgaseinsatz in Syrien  

Frankreich will Beweise gegen Assad vorlegen

02.09.2013, 14:21 Uhr | dpa, AP, AFP

Giftgaseinsatz durch Assad: Frankreich will Beweise vorlegen. Inspektoren der Vereinten Nationen untersuchen den Giftgasangriff vom 21. August in Syrien (Quelle: Reuters)

Inspektoren der Vereinten Nationen untersuchen den Giftgasangriff vom 21. August in Syrien (Quelle: Reuters)

Die französische Regierung will gegenüber dem Parlament eine Reihe von bisher als geheim eingestuften Dokumenten offenlegen, die den Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Regierung beweisen sollen. Bei seinem Treffen mit führenden Parlamentsvertretern am Montagnachmittag werde Regierungschef Jean-Marc Ayrault die Unterlagen vorlegen, hieß es vor dem Treffen aus mit dem Dossier befassten Kreisen.

Einige dieser Dokumente könnten mit Blick auf die am Mittwoch anstehende Parlamentsdebatte auch ganz öffentlich gemacht werden.

Wachsender Widerstand gegen Militäreinsatz

Die sozialistische Regierung in Paris sieht sich derzeit wachsendem Widerstand gegen eine französische Beteiligung an einem Militäreinsatz in Syrien gegenüber, der laut einer Umfrage von fast zwei Drittel der Bevölkerung abgelehnt wird.

Nach dem Nein des britischen Unterhauses und der Entscheidung von US-Präsident Barack Obama, zu dem Einsatz den Kongress zu befragen, wurden zudem Forderungen nach einer Abstimmung auch in Frankreich laut. In dem Land entscheidet laut Verfassung allein der Präsident über Militäreinsätze.

In einer aktuellen Information der französischen Geheimdienste heißt es nach Angaben aus Regierungskreisen, dass der syrische Machthaber Baschar al-Assad über mehrere hundert Tonnen Senfgas und Saringas verfüge. Insgesamt habe die syrische Regierung mehr als tausend Tonnen Chemiewaffen in ihren Lagern.

"Beweise unterschiedlicher Art"

Darüber hinaus wird in Paris versichert, dass eine Reihe von "Beweisen unterschiedlicher Art" vorlägen, um die Verantwortung der syrischen Regierung für den mutmaßlichen Chemiewaffen-Einsatz vom 21. August nachzuweisen. Dabei sollen nach US-Angaben mehr als 1400 Menschen getötet worden sein, darunter mehr als 400 Kinder.

Nach Angaben von US-Außenminister John Kerry wurde bei dem Angriff Sarin eingesetzt. Dies ergebe sich aus Haar- und Blutproben, die Washington von Rettungskräften in Damaskus erhalten habe, sagte Kerry. Der Außenminister betonte, dass die Ergebnisse nicht aus der Untersuchung der UN-Chemiewaffeninspekteure stammten.

Das Nervengas Sarin zählt zu den giftigsten Kampfstoffen überhaupt. Die Phosphorverbindung wird durch Einatmen und über die Haut aufgenommen. Schon ein Milligramm Sarin kann in Minuten zu Atemlähmung und Herzstillstand führen.

Russland fordert mehr Beweise

Russland fordert die USA unterdessen auf, ihre Giftgas-Vorwürfe an das Regime in Syrien mit detaillierten Beweisen zu belegen. "Washington hat uns Material übergeben, das aber nichts Konkretes dazu enthielt, wo die Proben von wem entnommen wurden", sagte Außenminister Sergej Lawrow.

"Als wir nach Details fragten, sagten unsere amerikanischen Partner, dass diese geheim seien", meinte Lawrow der Agentur Interfax zufolge. "Das überzeugt uns nicht. So ist keine Zusammenarbeit möglich", sagte er. Russland ist ein enger Verbündeter Syriens und blockiert zusammen mit China seit langem die scharfe Verurteilung des Assad-Regimes durch die Vereinten Nationen.

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