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Chemiewaffen in Syrien: Frankreich findet Beweise für Giftgaseinsatz

Giftgaseinsatz in Syrien  

Frankreich veröffentlicht Beweise

03.09.2013, 09:22 Uhr | dpa, AP, AFP

Chemiewaffen in Syrien: Frankreich findet Beweise für Giftgaseinsatz. Syrien-Konflikt, Giftgas (Quelle: Reuters)

Die schrecklichen Bilder nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff vom 21. August erschütterten die Welt. (Quelle: Reuters)

Frankreich hat nach eigenen Angaben Beweise für den "massiven" Einsatz von Chemiewaffen durch das Regime in Syrien. Die Regierung in Paris stellte am Montag einen neunseitigen Geheimdienst-Bericht ins Internet, der das angeblich belegt. Wie Paris auf den Giftgas-Angriff reagieren will, ist weiter ungewiss.

In dem Bericht ist von einem "massiven und koordinierten" Einsatz von Chemiewaffen "gegen die Zivilbevölkerung" die Rede. Dabei sei nach einem "klassischen taktischen Schema" vorgegangen worden, das der Doktrin der syrischen Armee entspreche.

"Angriff kann nur vom Regime ausgeführt worden sein"

Die syrische Opposition wäre dagegen nicht in der Lage gewesen, Chemiewaffen in dem Umfang zu lagern und einzusetzen, wie dies am 21. August geschehen sei. Dazu würden den Rebellen "Erfahrung und Wissen" fehlen, heißt es in dem Geheimdienstbericht. "Der Angriff vom 21. August kann nur vom Regime angeordnet und ausgeführt worden sein."

Der Bericht beinhalte Satellitenbilder, die zeigten, dass die Anschläge aus von Regierung kontrollierten Gebieten heraus geführt worden seien und auf Rebellen gezielt hätten. Assads Armee habe seitdem die Gebiete bombardiert, um Beweise zu vernichten.

Dutzende Videos analysiert

Paris will 47 Videos systematisch technisch ausgewertet haben. Hinzu kämen Augenzeugenberichte. Nach den französischen Erkenntnissen wurden bei dem angeblichen Giftgaseinsatz am 21. August bis zu 1500 Menschen getötet.

Die betroffenen Gebiete sollen zuvor vollständig in der Hand von Rebellen gewesen sein. Nach "glaubwürdigen Informationen mehrere Partner" gab es am Tag vor dem Angriff spezifische Vorbereitungen der syrischen Streitkräfte.

Paris kündigt Antwort an

Frankreichs Regierungschef Jean-Marc Ayrault sagte in Paris, niemand "leugnet die Realität" über den Chemieangriff und die Verantwortung der syrischen Regierung. "Dieser Akt kann nicht ohne Antwort bleiben."

Ayrault war zuvor mit seinen Außen- und Verteidigungsministern sowie Abgeordneten und Vertretern der Geheimdienste zusammengekommen, um über Syrien zu beraten. Die Regierung sieht sich einem starken Widerstand gegen eine französische Beteiligung an einem Militäreinsatz in Syrien gegenüber: Laut einer Umfrage lehnen ihn fast zwei Drittel der Bevölkerung ab.

Staatschef François Hollande versuche, "so schnell wie möglich eine Koalition" für ein gemeinsames Vorgehen gegen die syrische Führung zu bilden, sagte Ayrault am Montagabend. Ein möglicher Syrien-Einsatz soll am Mittwoch Gegenstand einer Parlamentsdebatte in Paris werden.

Syriens Präsident Baschar al-Assad hat Frankreich im Fall eines Militärschlags gegen sein Land mit Konsequenzen gedroht. Sollte sich die Pariser Regierung zu einem Einsatz entschließen, werde dies negative Folgen haben, sagte Assad in einem am Montag vorab veröffentlichten Interview von "Le Figaro".

Assad-Regime warnt vor Konsequenzen

Der Nahe Osten sei ein Pulverfass, und das Feuer komme näher. "Alle werden die Kontrolle über die Lage verlieren, sobald das Pulverfass hochgeht", warnte Assad.

Der stellvertretende syrische Außenminister Faisal Mekdad hatte zuvor einen möglichen US-Militäreinsatz in seinem Land als "Unterstützung für Al-Kaida" bezeichnet. In einem Interview mit dem Sender BBC erklärte Mekdad zudem, für die Angriffe mit chemischen Waffen in Syrien seien nicht die Truppen von Präsident Baschar al-Assad zuständig, sondern vielmehr von den USA unterstützte Gruppen.

Ein Einsatz der USA in Syrien werde den "Hass auf die Amerikaner" verstärken und den gesamten Nahen Osten destabilisieren, sagte Mekdad.

Frankreich hatte sich nach dem mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz zu einem Militäreinsatz an der Seite der USA bereit erklärt. US-Präsident Barack Obama kündigte am Wochenende aber an, dazu zunächst den US-Kongress befragen zu wollen.

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