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NSA-Affäre: Die Linke greift Angela Merkel wegen Handy-Affäre an

"Erstaunliche Blauäugigkeit"  

Linke attackiert Bundeskanzlerin in der Handy-Affäre

29.10.2013, 10:48 Uhr | AFP

NSA-Affäre: Die Linke greift Angela Merkel wegen Handy-Affäre an. Ausgespäht: Bundeskanzlerin Angela Merkel (Quelle: dpa)

Ausgespäht: Bundeskanzlerin Angela Merkel (Quelle: dpa)

Nach dem Bekanntwerden der Ausspähung von Bundeskanzlerin Angela Merkel durch den US-Geheimdienst NSA prescht nun die Linke mit Vorwürfen und Forderungen vor: So fordert Linksparteichef Bernd Riexinger eine "Strafsteuer" für US-Unternehmen, um wirtschaftlichen Druck auf die Supermacht auszuüben.

"Wir könnten hier schnell einen ersten Warnschuss absetzen und den US-Internetriesen, die hier Milliardenumsätze machen und dann mit dem Geld und den Daten aus Europa verschwinden, eine Strafsteuer aufbrummen", sagte Riexinger "Handelsblatt Online".

Seine Co-Vorsitzende Katja Kipping warf Merkel in der "Leipziger Volkszeitung" vor, durch ihre "erstaunliche Blauäugigkeit" eine "schwere Hypothek für jede Regierung unter ihrer Führung" zu verantworten. "Bei jeder ihrer Entscheidungen wird man sich künftig fragen, ob die Amerikaner Druck ausgeübt haben."

In der vergangenen Woche hatte es Gerüchte gegeben, dass Merkel trotz mehrfacher Warnungen von Sicherheitsdiensten auf ihrem unverschlüsselten Parteihandy telefoniert habe.

US-Republikaner: NSA schützt Deutsche besser als die Bundeswehr

Der Unions-Innenexperte Hans-Peter Uhl (CSU) regte dagegen mehr Kompetenzen für das Innenministerium an. "Eine Lehre aus der NSA-Affäre muss sein, dass wir uns in den Koalitionsverhandlungen darauf verständigen, die Verantwortung für sichere Kommunikation komplett dem Innenministerium zu unterstellen. Das gilt auch für die Bundesnetzagentur", sagte Uhl der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Der republikanische US-Abgeordnete Peter King verteidigte derweil die Programme der NSA. "Tatsache ist, dass die NSA zum Schutz deutscher Menschenleben mehr unternommen hat als die deutsche Bundeswehr seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte King bei CNN. Die Deutschen sollten daher dankbar sein, das "Affentheater" nicht mitmachen zu müssen.

Senat will Affäre "vollständig überprüfen"

Nach der wachsenden Empörung über die NSA-Schnüffelei hatte der Geheimdienstausschuss im US-Senat am Montag eine umfassende Untersuchung angekündigt. Eine "vollständige Überprüfung" sei eindeutig notwendig, teilte die Vorsitzende des Ausschusses, Dianne Feinstein, am Montag (Ortszeit) mit. Die Aufsicht müsse gestärkt und erweitert werden. US-Präsident Barack Obama kündigte eine Prüfung der mit der nationalen Sicherheit befassten Geheimdienst-Einsätze an. In Deutschland will sich der Bundestag Mitte November mit der Spähaffäre beschäftigen.

"Ich bin strikt dagegen", sagte die demokratische Senatorin Feinstein mit Blick auf die Bespitzelung von Verbündeten. Zudem müsse der Präsident persönlich grünes Licht geben, bevor Staatschefs aus verbündeten Ländern überwacht würden.

Dass Präsident Barack Obama von der Handy-Überwachung von Bundeskanzlerin Angela Merkel nichts gewusst haben soll, bezeichnete Feinstein als "großes Problem". Die Politikerin hatte die NSA zuletzt wiederholt verteidigt. In dem 15-köpfigen, überparteilichen Geheimdienst-Ausschuss waren für Dienstag und Donnerstag Anhörungen zu "Geheimdienst-Fragen" hinter verschlossenen Türen geplant.

Obama: NSA-Aktionen kommen auf den Prüfstand

Der Sicherheitsexperte Rolf Tophoven hatte dagegen am Montag in einem Interview mit t-online.de praktisch ausgeschlossen, dass der US-Präsident in der Affäre ahnungslos gewesen sei.

Obama sagte in einem Interview des TV-Senders Fusion, die Tätigkeit der Geheimdienste komme auf den Prüfstand. Diese dürften nicht automatisch das tun, wozu sie in der Lage seien. Nach Angaben seiner sicherheitspolitischen Sprecherin Caitlin Hayden hatte Obama bereits im Sommer eine Untersuchung angekündigt, bei der auch der Umgang mit Staatschefs und die Absprachen mit Verbündeten geprüft würden.

Datenschutzbeauftragter: Hängen deutsche Dienste mit drin?

"Wir haben durch diesen Prozess bereits einige Entscheidungen getroffen und erwarten, weitere zu treffen", teilte sie laut dpa mit. Der Bericht des Weißen Hauses soll bis zum Ende des Jahres vorliegen.

Die NSA-Affäre soll am 18. November Thema im Bundestag sein. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar befürwortete in der "Passauer Neuen Presse" zudem einen Untersuchungsausschuss, wie ihn Grüne, Linke und nun auch die SPD fordern.

So könne geklärt werden, "wie sich deutsche Stellen im Zusammenhang mit den Überwachungsaktionen verhalten haben". Wichtig sei vor allem die Frage "nach der anlasslosen und massenhaften Überwachung der Alltagskommunikation der Bürgerinnen und Bürger".

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