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Überfall in Saudi-Arabien: BND-Agenten unter Beschuss

Überfall in Saudi-Arabien  

BND-Agenten unter Beschuss

14.01.2014, 17:07 Uhr | Von Matthias Gebauer

Überfall in Saudi-Arabien: BND-Agenten unter Beschuss. Zwei Mitarbeiter des BND entgingen wohl nur knapp ihrer Entführung während einer "routinemäßigen Missionsfahrt"  (Quelle: dpa)

Zwei Mitarbeiter des BND entgingen wohl nur knapp ihrer Entführung während einer "routinemäßigen Missionsfahrt" (Quelle: dpa)

Bei der Attacke auf ein deutsches Diplomaten-Fahrzeug in Saudi-Arabien waren offenbar zwei Agenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) direkt beteiligt. Beide entkamen am Montagnachmittag im Osten des Landes nur knapp einem möglichen Entführungsversuch unter Waffengewalt.

Nach Informationen von Spiegel Online wurden die beiden Agenten, die regulär bei der Botschaft in Riad akkreditiert sind, bei einer Autofahrt von Bewaffneten auf Motorrädern gestoppt. Dies geschah gegen 17.30 Uhr Ortszeit nahe der Ortschaft Awamiya. Der Botschaftswagen war durch sein Diplomatenkennzeichen leicht zu erkennen. Laut den Aussagen der BND-Agenten fuchtelten die Angreifer mit automatischen Gewehren herum und signalisierten den Deutschen, sofort auszusteigen.

Die BND-Leute gaben Gas, um der gefährlichen Situation zu entfliehen. Daraufhin wurden sie von einem Motorradfahrer und einem zusätzlichen Auto verfolgt. Die Situation mündete in einer Verfolgungsjagd. Aus dem Auto und von dem Motorrad aus wurde der Wagen mit AK-47-Gewehren beschossen und dabei schwer beschädigt. Die BND-Leute kamen wegen der Panzerung des Wagens nicht zu Schaden. Das Auto brannte später aus.

Anwohner half den Agenten

Nur durch Glück, so beschreiben es Insider, seien die Deutschen durch die Hilfe eines Anwohners gerettet worden, dieser versteckte sie in seinem Haus. Dort konnten sie später abgeholt und sicher zurück in die Hauptstadt Riad gebracht werden. Die Lage sei teilweise sehr brenzlig gewesen, hieß es in Berlin. Eine Entführung der beiden wäre aus Sicht des BND eine Katastrophe gewesen.

Der Angriff ist die heftigste Attacke auf BND-Agenten seit einigen Jahren. In Bundesregierung und Nachrichtendienst herrscht helle Aufregung. Am Dienstag unterrichtete BND-Präsident Gerhard Schindler im Bundeskanzleramt die Mitglieder der sogenannten nachrichtendienstlichen Lage über den Vorfall.

Routinemäßige Missionsfahrt

Über den Hintergrund der Attacke ist bisher wenig bekannt. Aufgrund des Versuchs, die beiden Agenten aus dem Wagen zu zwingen, geht man davon aus, dass die beiden entführt werden sollten. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, dass man bisher nicht von einem terroristischen Anschlag ausgeht, der sich gezielt gegen Deutsche richtete. Vielmehr sei der Jeep, der reguläre Diplomatenkennzeichen führte, möglicherweise von Kriminellen identifiziert worden, die Ausländer entführen und Lösegeld erpressen wollten.

Die Botschaft wandte sich an die lokalen Behörden, um den Vorfall aufzuklären. Die Region Saudi-Arabiens, in der die beiden BND-Mitarbeiter unterwegs waren, gilt als Krisenherd im autokratisch geführten Königreich. In dem Ort, in dem vorwiegend Angehörige der schiitischen Minderheit leben, hatte es in den vergangenen zwei Jahren mehrfach Protestkundgebungen gegen die Regierung gegeben. Dabei kam es auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften.

In Berlin hieß es, die beiden BND-Leute seien zu einer Erkundungsfahrt in der Region unterwegs gewesen. Solche Missionen gehören zur Routine des Nachrichtendienstes. Meist stehen Gespräche mit lokalen Stammesführern und Sicherheitskräften auf dem Programm, um die Situation besser einschätzen zu können. Dabei werden die BND-Agenten nicht durch Bodyguards der Botschaft begleitet, sind aber meist leicht bewaffnet.

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