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BKA-Beamter bezog Kinderpornos

 (Quelle: dpa)

Auf derselben Liste wie Edathy  

BKA-Beamter bezog Kinderpornos

28.02.2014, 21:11 Uhr | t-online.de, uwe

BKA-Beamter bezog Kinderpornos . Ein Spitzenbeamter des Bundeskriminalamts soll kinderpornografisches Material bezogen haben (Quelle: Reuters)

Ein Spitzenbeamter des Bundeskriminalamts soll kinderpornografisches Material bezogen haben (Quelle: Reuters)

Ein hochrangiger Spitzenbeamter des Bundeskriminalamts (BKA) soll im Besitz von kinderpornografischem Material gewesen sein. Das berichtet "Der Spiegel". Die Staatsanwaltschaft Mainz soll die Ermittlungen aufgenommen haben.

Demnach fand sich der Name des Kriminalbeamten auf derselben Liste wie der Name von SPD-Politiker Sebastian Edathy. Der Beamte soll mittlerweile in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden sein.

Selber Anbieter wie bei Edathy

Nach Informationen des "Spiegel" soll der Beamte sogenannte Posing-Bilder bei demselben kanadischen Anbieter bestellt haben wie Edathy. Das Material, das die Staatsanwaltschaft Mainz sicherstellte, ist diesem Fall jedoch unzweifelhaft illegal und strafrechtlich relevant.

Wie auch Edathy soll der BKA-Mann die Online-Bestellungen mit seiner Kreditkarte bei AzovFilms in Toronto bezahlt haben. Es handele sich um mehrere Bestellungen mit etlichen sogenannten Posing-Bildern von Kindern, schreibt das Nachrichtenmagazin.

Geldbuße bezahlt - Prozess vermieden

Die Beamten des BKA, die im Zusammenhang mit Kinderpornografie aus Kanada ermittelten, erkannten schließlich den eigenen Kollegen auf der Kundenliste. Im Februar 2012 übergab das BKA den Fall an die Staatsanwaltschaft Mainz.

"Die Grenze der schlichten Nacktheit war überschritten", so die Ermittlungsbehörden. Staatsanwaltschaft und Amtsgericht wären sich einig: Der Straftatbestand der Kinderpornografie sei erfüllt. Dass es im Fall des Kriminalbeamten jedoch nicht zu einem Prozess gekommen sei, habe daran gelegen, dass der Spitzenbeamte Ende 2012 einen Strafbefehl akzeptiert habe. Demnach zahlte er zwischen 10.000 und 20.000 Euro, um einen Prozess zu vermeiden.

Beamten entdeckt, Edathy nicht

Mit Kinderpornografie sei der BKA-Mann nicht befasst gewesen. Vielmehr soll er jahrelang in führender Position für die Abteilung "Schwere und Organisierte Kriminalität" gearbeitet haben. Dennoch bringt die Nähe zu den brisanten Ermittlungen in derselben Abteilung BKA-Chef Jörg Ziercke in Erklärungsnot. Warum wartete er mit dem Rauswurf ein Jahr? Mittlerweile erklärte das BKA, "dass der Beamte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr dienstlich tätig war". Sonderlich überzeugend klingt das nicht.

Und noch etwas muss Ziercke erklären: Im Zusammenhang mit der Frage, warum der Name eines Bundestagsabgebordneten keinem Ermittler aufgefallen sei, rechtfertigte sich der BKA-Chef in der ARD mit der großen Arbeitsbelastung, es handele sich schließlich um ein "Verfahren mit 800 Beschuldigten, mit 500 Stunden Videoaufnahmen und 70.000 Fotos."

Dagegen fiel der BKA-Mann den eigenen Leuten sehr schnell auf.

"Geschichte stinkt zum Himmel"

Unterdessen kam aus der Politik scharfe Kritik am BKA: Die Linke forderte umgehend eine Sondersitzung des Innenausschusses des Bundestages, zu der nicht nur Ziercke, sondern auch die Leiter der betroffenen Abteilungen geladen werden müssten. Es solle vor allem überprüft werden, ob die Zeitabläufe, wie sie auch von Ziercke dargestellt worden seien, überhaupt stimmen könnten, teilte der Fraktionsvize der Linken, Jan Korte, mit.

"Die ganze Geschichte stinkt zum Himmel", sagte der Vize-Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, "Handelsblatt Online". "Sollten diese Information stimmen, hat der BKA-Präsident dem Innenausschuss in zwei Sondersitzungen wesentliche Vorgänge vorenthalten und dadurch werden sämtliche dargestellten Zeitabläufe in Sachen BKA und Edathy in Frage gestellt."

Ähnlich äußerte sich CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl. "Es ist durch diese Enthüllung noch unglaubwürdiger geworden, dass der Name Edathy zwei Jahre von keinem BKA-Beamten erkannt worden sein soll", sagte Uhl gegenüber "Handelsblatt Online".

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