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Krise auf der Krim: Ukraine sieht sich "am Rande einer Katastrophe"

Krise auf der Krim  

Ukraine sieht sich "am Rande einer Katastrophe"

02.03.2014, 12:46 Uhr | AFP, AP, dpa

Krise auf der Krim: Ukraine sieht sich "am Rande einer Katastrophe". Truppen auf der Krim (Quelle: dpa)

Truppen auf der Krim: Seit Freitag besetzen Russen strategisch wichtige Punkte (Quelle: dpa)

Der neue ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk sieht sein Land "am Rande einer Katastrophe". Die Ukraine mobilisierte angesichts eines drohenden russischen Militäreinsatzes auf der Krim alle Reservisten. Außerdem drängte Jazenjuk den russischen Präsidenten Wladimir Putin am Sonntag erneut, seine Soldaten zurückzuziehen.

Reporter beobachteten, wie Hunderte russischer Soldaten sich in einem Konvoi mit zwölf Lastwagen vom Standort der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol auf die Regionalhauptstadt Simferopol zubewegten. Zu sehen waren auch ein bewaffnetes Armeefahrzeug vom Typ Tiger sowie zwei Rettungswagen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte sich am Samstag vom Parlament einen Truppeneinsatz im Nachbarland Ukraine genehmigen lassen, um russische Interessen dort zu wahren. Allerdings scheint die Halbinsel Krim bereits jetzt weitgehend unter Kontrolle des russischen Militärs - ohne dass es zu Kämpfen gekommen wäre.

Putin hatte Appelle des Westens ignoriert, die russischen Truppen in ihre Kasernen zurückzubeordern. Auch die neue ukrainische Führung in Kiew scheint der Entwicklung weitgehend machtlos gegenüber zu stehen.

Soldaten laufen offenbar über

Ukrainische Soldaten auf der Krim laufen offenbar derzeit massenhaft über. Die Militärangehörigen hätten sich den neuen prorussischen Machthabern auf der Krim angeschlossen, meldeten Korrespondenten der Staatsmedien.

Nach der Machtübernahme prorussischer Kräfte erklärte der ukrainische Innenminister Pawel Petrenko die neue Krim-Führung für nicht rechtmäßig. In der Autonomen Republik Krim habe es eine gewaltsame Besetzung von Gebäuden gegeben, Entscheidungen seien gefälscht worden, sagte Petrenko nach Angaben ukrainischer Medien. Es sei gemäß der Verfassung unzulässig, ein regionales Referendum anzusetzen. Die neue Krim-Führung will am 30. März in einer Volksbefragung über den "eigenständigen Status" der Autonomen Republik entscheiden lassen. Das könnte zur Abspaltung von der Ukraine führen.

Oppositionsführer und Ex-Boxchampion Vitali Klitschko rief zu einer Lösung des Konflikts ohne Blutvergießen auf. Ukrainische Politiker versuchten derzeit, einen konstruktiven Dialog mit den russischen Machthabern aufzubauen, sagte Klitschko nach Angaben seiner Partei."Wir sollten diese Frage nicht mit Hilfe von Gewalt und Waffen lösen, sondern auf dem Weg von Konsultationen", sagte er einer Mitteilung zufolge. Als Parlamentsabgeordneter sei er bereit, an einem konstruktiven Dialog mitzuwirken.

Außerdem warnte Klitschko vor einem Auseinanderbrechen der Ukraine. Russlands Drohung eines Militäreinsatzes sei eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Ex-Sowjetrepublik und eine Gefahr für die territoriale Einheit des Landes.

Die USA setzten als erste ernsthafte Konsequenz aus dem Moskauer Vorgehen auf der Krim ihre Teilnahme an Konferenzen zur Vorbereitung des G-8-Treffens im russischen Sotschi aus. Das teilte das Weiße Haus nach dem Telefonat zwischen Obama und Putin am Samstag mit. Der Gipfel der G8 in Sotschi ist für Juni geplant. Kurz darauf kündigte auch der kanadische Premier Stephen Harper den Rückzug aus den Vorbereitungsgesprächen zum G8-Gipfel an. Zudem wurde der kanadische Botschafter in Moskau zu Konsultationen nach Ottawa beordert.

Obama äußerte in dem 90-minütigen Gespräch seine "tiefe Besorgnis" über die Verletzung der ukrainischen Souveränität. Er habe klargemacht, dass andauernde Verstöße Russlands Ansehen in der internationalen Gemeinschaft schaden und zu "größerer politischer und wirtschaftlicher Isolation führen würden", hieß es in der Mitteilung des Weißen Hauses.

Strategische Punkte unter Kontrolle

Am Freitag hatten russische Soldaten damit begonnen, die beiden wichtigsten Flughäfen der Halbinsel Krim abzuriegeln und weitere strategische Punkte unter ihre Kontrolle zu bringen.

Auf der Krim, die seit 1954 zur Ukraine gehört, ist nicht nur die Schwarzmeerflotte stationiert. Knapp 60 Prozent der Bevölkerung dort versteht sich als russisch. Die am Donnerstag vom Krim-Parlament bestimmte Übergangsregierung hatte Russland um Beistand gebeten.

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