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Bundeskanzlerin Angela Merkel droht mit Boykott des G8-Gipfels

Bundeskanzlerin macht Ernst  

Merkel droht mit Boykott des G8-Gipfels

08.03.2014, 20:43 Uhr | AP, AFP, rtr, t-online.de, dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel droht mit Boykott des G8-Gipfels. Angela Merkel wird am G8-Gipfel im russischen Sotschi möglicherweise nicht teilnehmen. (Quelle: dpa)

Angela Merkel wird am G8-Gipfel im russischen Sotschi möglicherweise nicht teilnehmen. (Quelle: dpa)

Während die USA und Frankreich weitere Sanktionen für Russland angedroht haben, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel einen möglichen Boykott des G8-Gipfels im Juni angekündigt. Merkel macht ihr Erscheinen beim geplanten Treffen der acht führenden Industriestaaten im russischen Sotschi einem Bericht zufolge von der weiteren Entwicklung auf der Krim abhängig.

Sollte es Mitte März ein Referendum über die Zukunft der ukrainischen Halbinsel am Schwarzen Meer geben, wolle Merkel nicht an dem für Anfang Juni anberaumten Treffen teilnehmen, berichtete das Magazin "Der Spiegel". Die Zeitschrift berief sich dabei auf Kreise der Bundesregierung. Russland hat derzeit die G8-Präsidentschaft inne.

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete, die Bundesregierung wolle in den kommenden Tagen einen weiteren Versuch starten, um Russland in der Ukraine-Krise zum Einlenken zu bewegen. "Russland deeskaliert nicht, sondern verschärft mit seiner Drohung eines Anschlusses der Krim die Lage noch weiter", hieß es dem Blatt zufolge aus dem Auswärtigen Amt. Ziel sei daher "eine möglichst breit angelegte internationale Koalition", die sich "mit aller Kraft gegen diese Entwicklung stemmt".

USA und Frankreich drohen mit neuen Sanktionen

Angesichts mangelnder Fortschritte hin zu einer Beilegung der Ukraine-Krise erwägen Frankreich und die USA derweil neue Strafmaßnahmen gegen Russland. Dies gab die französische Präsidentschaft nach einem Telefonat zwischen den Staatschefs Francois Hollande und Barack Obama bekannt.

Die beiden Präsidenten forderten Moskau demnach auf, seine "seit Ende Februar auf die Krim geschickten Truppen abzuziehen" sowie alles zu tun, um den Zugang internationaler Beobachter auf die ukrainische Halbinsel zu ermöglichen.

Sollte es keinen Fortschritt in diesem Sinne geben, würden weitere Sanktionen ergriffen, hieß es weiter. Diese würden die "Beziehungen zwischen der internationalen Gemeinschaft und Russland spürbar treffen", was in niemandes Interesse sei.

Polen evakuiert Konsulat auf der Krim

Die polnische Regierung evakuierte unterdessen das Konsulat des Landes in Sewastopol auf der Krim. Grund seien "die von den bewaffneten russischen Kräften ausgelösten Spannungen", schrieb Außenminister Radoslaw Sikorski per Twitter. "Alle Mitarbeiter unseres Konsulats wurden weggebracht, sie befinden sich derzeit allesamt in Sicherheit", hieß es dort weiter.

Erstes Gespräch zwischen Russland und Ukraine

Vertreter von Russland und der Ukraine trafen sich am Nachmittag erstmals in der Krim-Krise persönlich zu einem Gespräch. Der russische Vizeaußenminister Grigori Karassin sei in Moskau mit dem ukrainischen Botschafter Wladimir Jeltschenko zusammengekommen, teilte das Außenministerium in der russischen Hauptstadt mit.

"In aufrichtiger Atmosphäre wurden Fragen der russisch-ukrainischen Beziehungen besprochen", hieß es in einer Mitteilung der Behörde.

Moskau erkennt die prowestliche neue Führung in Kiew nicht an, weil sie aus Sicht des Kreml mit einem "Umsturz" an die Macht gekommen sei. Die Ukraine hatte Russland mehrfach zum Dialog aufgefordert.

Klare Worte vom ukrainischen Außenminister

Zuvor hatte sich die Stimmung zwischen den beiden Ländern verschärft. "Die Krim war, ist und bleibt ukrainisch", hatte Außenminister Andrej Deschtschiza in Kiew gerufen.

Eine Woche vor dem geplanten Referendum auf der Krim hat die ukrainische Regierung mit Nachdruck ihren Gebietsanspruch auf die Halbinsel bekräftigt. Mit gutem Grund: In der Nacht auf Samstag gingen mutmaßlich russische Soldaten und ihre Unterstützer erstmals gewaltsam gegen ukrainische Truppen vor.


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