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Syrien-Krieg: Deutsche Dschihadisten "verheitzt"

Verfassungsschutz warnt  

Deutsche Islamisten werden in Syrien "verheizt"

09.03.2014, 13:18 Uhr | AFP, dpa, t-online.de

Syrien-Krieg: Deutsche Dschihadisten "verheitzt". Syrien, Bürgerkrieg (Quelle: Reuters)

Die Zahl islamistischer Extremisten aus Deutschland, die als Kämpfer nach Syrien gegangen sind, nimmt zu. (Quelle: Reuters)

Etwa 20 radikale Islamisten aus Deutschland sind nach Erkenntnissen von Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen bislang im syrischen Bürgerkrieg ums Leben gekommen. Die hohe Zahl der Todesopfer deute auf eine schlechte Kampfausbildung hin. "Man könnte sagen: Sie werden verheizt", so Maaßen in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Nach Maaßens Einschätzung deute die hohe Zahl der Todesopferdarauf hin, dass die deutschen Islamisten schlecht ausgebildet in Kämpfe geschickt würden, die sie nicht erfolgreich bestehen könnten.

300 Islamisten aus Deutschland

Seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien vor rund zwei Jahren sind etwa 300 Islamisten aus Deutschland in das Krisenland gereist – Tendenz steigend. Von den rund 300 Islamisten, die aus Deutschland in Richtung Syrien gereist sein sollen, gelangen aber offenbar nur wenige tatsächlich zum Kampfeinsatz, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Deutsche Sicherheitsbehörden gehen von etwa einem Dutzend aus, die aktuell im Einsatz sind.

Nahezu alle von ihnen stünden aufseiten der als besonders brutal geltenden Organisation "Islamischer Staat im Irak und Syrien". Die salafistische Terrormiliz ist ein Ableger des Terrornetzes Al-Kaida, hat sich aber mit deren Führung überworfen.

Problem für die Innere Sicherheit

Der Verfassungsschutz befürchtet laut Maaßen eine wachsende Terrorgefahr durch nach Deutschland zurückkehrende Islamisten. Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen von einem Potenzial von rund 5000 Islamisten in Deutschland aus, die grundsätzlich bereit wären, in Syrien gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu kämpfen.

"Diese Leute haben ein extremes Maß an Verrohung, das sie brandgefährlich macht", zitierte der "Focus" einen leitenden Antiterror-Experten des Bundesnachrichtendienstes (BND).

Erstmals deutsche Islamistin in Syrien geschult

Unter den 300 deutschen Islamisten in Syrien ist erstmals auch eine Frau. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, wird derzeit eine 16 Jahre alte Gymnasiastin aus Konstanz in Syrien für Kampfeinsätze geschult.

Das Mädchen namens Sarah O. reiste demnach Ende Oktober 2013 im Alter von damals 15 Jahren allein über die Türkei ein. Sie wird nahe der Stadt Aleppo vermutet. In Internet-Foren habe sie Fotos von sich mit Waffen gezeigt und dafür geworben, dass muslimische Frauen kämpfen müssten, wenn nicht genug Männer das täten.

"Auch junge Frauen reisen allein und mit einer eigenen islamistischen Motivation nach Syrien", so Maaßen. Der Fall in Konstanz passe in dieses Bild. "Wir wissen von rund einem Dutzend jugendlicher Islamisten unter 18 Jahren, die in Richtung Syrien gereist sind."

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