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Jetzt geht Kiew in die Offensive

Krise auf der Krim  

Jetzt geht Kiew in die Offensive

09.03.2014, 14:48 Uhr | AFP, dpa

. Eine Faust für Kiew: Ukrainer demonstrieren auf dem Maidan für die Rechte der Krimtataren (Quelle: AP/dpa)

Eine Faust für Kiew: Ukrainer demonstrieren auf dem Maidan für die Rechte der Krimtataren (Quelle: AP/dpa)

Nachdem sie im erbitterten Streit um die Krim tagelang stillgehalten hatte, hat die neue prowestliche Regierung in Kiew nun der moskautreuen Führung der Halbinsel den Geldhahn zugedreht. Gleichzeitig bekräftigte der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk den Anspruch seines Landes auf territoriale Unversehrtheit einschließlich der Halbinsel Krim.

Die Ukraine werde "keinen Zentimeter ihres Gebiets aufgeben", sagte Jazenjuk am Sonntag bei einer Kundgebung in Kiew. Der ukrainische Regierungschef wies Gebietsansprüche Russlands zurück, dessen Einheiten die Krim faktisch kontrollieren. Anlass der Kundgebung vom Sonntag war der 200. Jahrestag des Geburtstags des ukrainischen Nationalhelden Taras Schewtschenko.

"Das ist unser Land", sagte Jazenjuk. "Das sollen Russland und sein Präsident wissen."

Krim-Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew sagte am Sonntag in Simferopol, wegen einer Sperrung der Bankkonten könne das Autonome Gebiet laufende Geschäfte nicht mehr finanzieren. Die Führung habe sich bereits an Moskau gewandt, um bei russischen Banken Konten zu eröffnen.

Klitschko fordert Schließung der Grenzen

Die Halbinsel werde sowieso die russische Währung Rubel einführen, sollte die Mehrheit der Krim-Bevölkerung am kommenden Sonntag - wie erwartet - für einen Beitritt zu Russland stimmen, sagte Temirgalijew.

Die Bewohner der Halbinsel sollen in einem Referendum am nächsten Sonntag darüber entscheiden, ob sich die Krim der Russischen Föderation anschließt. Eine Mehrheit dafür gilt als wahrscheinlich. Die neue politische Führung der Krim will einen schnellen Beitritt zu Russland.

Die Partei Udar (Schlag) von Ex-Boxchampion Vitali Klitschko forderte am Sonntag die Schließung der ukrainischen Grenze mit Russland sowie eine Sperrung des Luftraums der Ex-Sowjetrepublik. Die Führung in Kiew müsse verhindern, dass "Provokateure" aus Russland ihre "Aggression" fortsetzen könnten, hieß es in einer Mitteilung.

Wieder Angriff auf ukrainische Militärstellung

Unterdessen attackierten prorussische Einheiten nach Angaben der Regierung in Kiew erneut ukrainische Militärstellungen auf der Krim. Mindestens 30 bewaffnete Männer in Uniformen ohne Hoheitsabzeichen seien in einen Stützpunkt im Westen der Halbinsel eingedrungen und hätten Technik zerstört, teilte das Verteidigungsministerium mit. In den vergangenen zwei Tagen war es mehrfacht zu ähnlichen Übergriffen gekommen.

Moskau hat entgegen den Beteuerungen von Präsident Wladimir Putin nach "Spiegel"-Informationen Tausende Soldaten auf die Krim gebracht. Sicherheitsexperten mehrerer NATO-Staaten könnten belegen, dass seit dem Beginn der Krise mindestens 2000 russische Soldaten auf die ukrainische Halbinsel geflogen worden seien, berichtet das Nachrichtenmagazin. Schätzungen der NATO gingen sogar von 6000 zusätzlichen Soldaten aus, die Moskau auf die Krim beordert habe.

Russland bestreitet, eigene Truppen auf die Schwarzmeerhalbinsel gebracht zu haben. Die mehrheitlich von Russen bewohnte Krim gehört völkerrechtlich zur Ukraine. Die neue prowestliche Regierung in Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Halbinsel vor etwa einer Woche völkerrechtswidrig unter seine Kontrolle gebracht zu haben.

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