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Münchner NSU-Prozess: Streit um Rederecht spitzt sich zu

Münchner NSU-Prozess  

Streit um Rederecht spitzt sich zu

28.03.2014, 15:42 Uhr | dpa

Münchner NSU-Prozess: Streit um Rederecht spitzt sich zu. Rederecht: Der Vater des ermorderten Halit Yozgat, Ismail Yozgat, wurde in seinen Ausführungen vor Gericht trotzdem von Beate Zschäpes Verteidiger unterbrochen  (Quelle: dpa)

Rederecht: Der Vater des ermorderten Halit Yozgat, Ismail Yozgat, wurde in seinen Ausführungen vor Gericht trotzdem von Beate Zschäpes Verteidiger unterbrochen (Quelle: dpa)

Der Streit um das Rederecht von Angehörigen der ermordeten NSU-Opfer im Zusammenhang mit dem NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München spitzt sich zu. Die Verteidigung will nicht, dass die Hauptangeklagte Beate Zschäpe als "Mörderin" bezeichnet wird - auch nicht indirekt.

Wolfgang Heer, der Verteidiger Zschäpes, unterbrach den Vater des ermordeten Halit Yozgat bei dessen gestriger Erklärung. Im NSU-Prozess werden die Angehörigen der Opfer genauso gehört wie jene der Täter.

Verteidiger Zschäpes unterbricht Vater eines Opfers

Heer sagte, er müsse einschreiten, wenn seine Mandantin als "Mörderin" bezeichnet werde. Das allerdings ließ sich aus der weit ausholenden Erklärung von Ismail Yozgat nur indirekt entnehmen.

"Die Mörder sind gefasst"

Yozgat hatte unter anderem von den Verdächtigungen berichtet, denen seine Familie nach dem Mord an seinem Sohn Halit im Jahr 2006 ausgesetzt war. Die Verdächtigungen hätten bis 2011 angedauert, als die Taten des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) ans Licht kamen.

Die Ermittler waren lange Zeit davon ausgegangen, dass die Täter in den jeweiligen privaten oder geschäftlichen Umfeldern der insgesamt zehn Opfer zu suchen seien. Halit Yozgat hatte ein Internet-Cafe in Kassel betrieben.

"Die Mörder sind gefasst", sagte Yozgat am Ende seiner Erklärung. Und ergänzte, "Der allmächtige Gott hat unseren Gebeten entsprochen."

Vorsitzender Richter ließ Yozgat weitersprechen

Nach kurzer Diskussion in der Folge von Heers Einspruch ließ der Vorsitzende Richter, Manfred Götzl, Ismail Yozgat weiter sprechen. Allerdings betonte Götzl: "Was das Verfahren anbelangt, dann haben sie keine anderen Rechte als alle anderen Verfahrensbeteiligten."

Yozgat forderte in seinem emotionalen Appell unter anderem, das Gericht möge dafür sorgen, dass die Holländische Straße in Kassel, wo sein Sohn ermordet wurde und die Familie Yozgat schon lange lebt, in "Halitstraße" umbenannt werde.

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