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Flug MH370: Erstes Schiff am Fundort möglicher Trümmer der Boeing 777

 (Quelle: dpa)

Vermisste Boeing  

Schiff erreicht Fundort von möglichen Trümmerteilen

20.03.2014, 16:03 Uhr | AFP, dpa, rtr

Flug MH370: Erstes Schiff am Fundort möglicher Trümmer der Boeing 777. Norwegischer Frachter erreicht Fundort von möglichen Trümmerteilen  (Quelle: Reuters)

Der Frachter "St. Petersburg" war eigentlich auf dem Weg nach Melbourne, hat aber seinen Kurs geändert (Quelle: Reuters)

Neue Hoffnung bei der Suche nach der vermissten malaysischen Boeing: Ein norwegisches Schiff hat die Zone im Indischen Ozean erreicht, in der auf Satellitenbildern mögliche Wrackteile der Passagiermaschine entdeckt worden waren. Die Suche wurde nach Einbruch der Dunkelheit abgebrochen.

Der Frachter "St. Petersburg" sei am Donnerstag vor Ort eingetroffen, um sich an der Suche zu beteiligen, sagte eine Sprecherin des norwegischen Eigners, Cecilie Moe. Die Crew hätte die Gegend mit Ferngläsern abgesucht, berichtet der britische "Guardian". Ein Schiff der australischen Marine ist ebenfalls unterwegs, aber noch mehrere Tagesreisen entfernt. Es könnte daher dauern, bis es konkrete Angaben zu den möglichen Wrackteilen gibt.

Größeres Teil misst 24 Meter

Nach Angaben der australischen Behörden wurden auf Satellitenaufnahmen zwei Objekte entdeckt, bei denen es sich um Wrackteile der seit dem 8. März vermissten Boeing 777 der Malaysia Airlines handeln könnte. Das größere Teil misst demnach 24 Meter, das kleinere 5 Meter.

Foto-Serie mit 4 Bildern

Regierungschef Tony Abbott sagte: "Neue und glaubhafte Informationen sind ans Licht gekommen". Die Aufnahmen seien allerdings undeutlich. Abbott sagte im Parlament, es werde "extrem schwierig, diese Objekte zu lokalisieren". Und es könne sich durchaus herausstellen, dass doch keine Verbindung zum Malaysia-Airlines -Flug MH370 bestehe.

Komplizierte Suche

Australien hat vier Flugzeuge und zwei Schiffe in das Gebiet geschickt. Die Suche gestaltet sich allerdings schwierig: Die Besatzung der ersten Maschine meldete am Nachmittag schlechte Sicht und keinen Fund. Jetzt müssen die Suchtrupps bis zum Morgen warten.

Die Flugzeuge können nur rund zwei Stunden suchen, weil das Gebiet so weit von Land entfernt ist. Dann müssten sie umkehren, um mit dem verbliebenen Kerosin an Bord den Landeplatz bei Perth erreichen zu können.

Das Gebiet liegt etwa 2500 Kilometer südwestlich von Perth an der australischen Westküste - in etwa entlang der Flugroute, die die Maschine mit 239 Menschen an Bord genommen haben könnte. Die australische Seesicherheitsbehörde AMSA schätzte, dass das Meer in der Gegend mehr als 1000 Meter tief ist. Nach den Worten von Verteidigungsminister David Johnston gehört das Gebiet zu den "entlegensten der Welt".

Treiben Teile der verschwundenen Boeing südöstlich von Australien?Treiben Teile der verschwundenen Boeing südöstlich von Australien?

"Bislang wichtigste Spur"

Der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein sprach in Kuala Lumpur von der "bislang wichtigsten Spur". Die chinesische Regierung verfolgt die Suche mit "großer Aufmerksamkeit". "Wir bieten Australien unsere Hilfe an", sagte der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Hong Lei. Mehr als 150 der 239 Insassen des verschollenen Flugzeugs sind Chinesen.

Seit dem Verschwinden der Maschine hatte es mehrfach Meldungen über vermeintliche Flugzeugbruchstücke, etwa im Südchinesischen Meer, gegeben. Jedes Mal stellte sich das bisher als Fehlalarm heraus.

Die jüngsten Bilder stammten von kommerziellen Satelliten, berichtete Commodore John McGarry vom australischen Militär. Geheimdienste hatten die Bilder ausgewertet. Die Satelliten seien nun so programmiert worden, dass sie weitere Bilder des Gebiets in höherer Auflösung lieferten.

Suche konzentriert sich auf südliche Route

Die Boeing 777-200 der Malaysia Airlines war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking vom Radar verschwunden. Die Polizei ermittelt wegen Sabotage, Entführung, Terrorismus oder Selbsttötung eines der Piloten.

Die Ermittler sind nach Signal- und Datenanalysen inzwischen überzeugt, dass die Maschine nach dem Start radikal vom Kurs abwich und noch stundenlang weiterflog, entweder in nordwestlicher oder südwestlicher Richtung.

Weil keines der Länder auf der nordwestlichen Route Radarsichtungen eines Flugzeugs meldete, konzentrierte sich die Suche auf die südliche Route. Sie führt weitgehend über Meer. Dort koordiniert AMSA die Suche. Sie ist eine der erfahrendsten Such- und Rettungsinstitutionen der Welt.

AMSA hat die Besatzung kommerzieller Schiffe in dem Gebiet gebeten, ebenfalls Ausschau nach möglichen Wrackteilen zu halten.

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