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Russisches Militärmanöver: Angst in Moldawien vor Putins Fingern

Russisches Militärmanöver  

Angst in Moldawien vor Putins Fingern

21.03.2014, 20:10 Uhr | AFP, rtr, dpa

Russisches Militärmanöver: Angst in Moldawien vor Putins Fingern. Hat Putin Interesse an Transnistrien? (Quelle: AP/dpa, stepmap.de)

Hat Putin Interesse an Transnistrien? (Quelle: AP/dpa, stepmap.de)

Wladimir Putin hatte zwar versprochen, nach der Krim keine weiteren territorialen Ansprüche zu erheben, doch in Russlands Nachbarländern bleibt die Furcht ungebrochen. An der Grenze zum Osten der Ukraine ist die russische Truppenpräsenz ungebrochen stark. Doch am am größten ist die Angst derzeit in der kleinen Republik Moldau, in Deutschland besser als Moldawien bekannt.

Mit einem Militärmanöver haben russische Truppen in dem noch kleineren Land Transnistrien die Regierung der Republik Moldau brüskiert. Die Truppenübung in der abtrünnigen Region diente nach Angaben der Armeeführung zur Vorbereitung auf eine mögliche Feindesattacke. Zu den Hauptaufgaben der Soldaten gehöre der "Schutz von Zivilisten im Kampfgebiet", wie ein Sprecher des westlichen Militärbezirks Russlands der Nachrichtenagentur Interfax sagte.

Erst am Dienstag hatte die moldauische Staatsführung ihrer Sorge Ausdruck verliehen, dass die von Russland betriebene Eingliederung der ukrainischen Krim-Halbinsel als Vorbild für die Region Transnistrien dienen könnte. Diese hatte sich 1992 mit Unterstützung Moskaus von Moldau losgesagt, wird international aber nicht als unabhängiger Staat anerkannt. Der moldauische Präsident Nicolae Timofti warf dem Sprecher des transnistrischen Parlaments diese Woche vor, in Moskau für eine Aufnahme in die Russische Föderation geworben zu haben.

Faktisch eine Exklave

Der schmale Landstreifen am Ostufer des Dnjestr-Flusses ist heute faktisch eine russische Exklave im Vorhof Europas. In Transnistrien sind 60 Prozent der Bewohner russischsprachig, etwa jeder zweite hat einen russischen Pass. Das abtrünnige Gebiet wird von Moskau zudem wirtschaftlich und politisch unterstützt. Im Jahr 2006 stimmte die Bevölkerung von Transnistrien mit 97,1 Prozent für die Angliederung an Russland - auf der Krim votierten am Sonntag laut offiziellen Angaben ebenfalls rund 97 Prozent dafür.

Seit dem Ende blutiger Kämpfe um Transnistrien im Jahr 1992 überwacht eine trinationale Friedenstruppe mit Soldaten aus Russland, Moldau und Transnistrien die einstige Konfliktzone. Allerdings hält Moskau gegen den Willen der Regierung von Moldau noch immer eigene Soldaten und Waffenvorräte dort zurück - entgegen einer 1999 getroffenen Rückzugsvereinbarung.


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