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Russland schickt Truppen Richtung Ukraine: Wie weit geht Putin?

Wie weit geht Putin?  

Russland schickt immer mehr Truppen an Grenze zur Ukraine

27.03.2014, 12:25 Uhr | rtr , dpa

Russland schickt Truppen Richtung Ukraine: Wie weit geht Putin?. Russland verlegt mehrere tausend zusätzliche Soldaten an die Grenze zur Krim. (Quelle: Reuters)

Russland verlegt mehrere tausend zusätzliche Soldaten an die Grenze zur Krim. (Quelle: Reuters)

Ist der Machthunger von Russlands Präsident Wladimir Putin mit der Einverleibung der Krim noch nicht gestillt? Die Ängste des Westens erhalten jedenfalls neue Nahrung: Russland treibt den Truppenaufbau an der Grenze zur Ukraine weiter voran.

Es werde davon ausgegangen, dass mehr als 30.000 russische Soldaten dorthin verlegt worden seien, verlautete aus europäischen und US-Sicherheitskreisen. In der vergangenen Woche lag die Zahl Medienberichten zufolge noch bei 20.000.

Unter den an die Ostgrenze der Ukraine verlegten Truppen seien Spezialeinheiten und Milizen mit Uniformen ohne Hoheitsabzeichen, verlautete aus den Kreisen. Auch die Einheiten, die die Kontrolle über die ukrainische Halbinsel Krim übernommen hatten, waren nicht eindeutig als russische Soldaten zu erkennen.

USA schließen russische Militäraktion nicht aus

Die Eingliederung der Halbinsel in die russische Föderation hat im Westen Befürchtungen ausgelöst, dass Russland auch in der Ost-Ukraine intervenieren könnte. Wie auch auf der Krim gibt es dort einen großen russischstämmigen Bevölkerungsanteil.

In US-Regierungskreisen hieß es, es sei unklar, welches Ziel Putin mit der Truppenverlegung an die Grenze verfolge. Eine Militäraktion könne allerdings nicht ausgeschlossen werden.

Die britische Zeitung "Times" sieht das offenbar ähnlich: "Die Ukrainer haben allen Grund zu befürchten, dass Putin nicht bei der Krim haltmachen wird. Er war in seiner Heimat noch nie so beliebt wie jetzt. Die Versuchung dürfte groß sein, noch so einen Coup zu wagen, der ihm in diesem Monat lautstarke Ovationen eingebracht hat."

Putins Beliebtheit steigt dank Krim-Annexion

Zuletzt hatten Umfragen ergeben, dass Putin nach Jahren schwächelnder Zustimmungswerte mit seinem Ringen um die Krim an Popularität gewinnt. Dem staatlichen Meinungsforschungsinstitut Wziom zufolge stieg die Zufriedenheit der Bürger erstmals seit drei Jahren auf über 70 Prozent (71,6 Prozent).

Zudem empfinden die meisten Russen der Umfrage zufolge Nationalstolz und ein "Gefühl historischer Gerechtigkeit" nach dem Anschluss der Krim. Rund 79 Prozent der Befragten hätten gesagt, die Krim-Politik des Kremls sei auch ein Ausdruck für "Russlands Wiederkehr als Großmacht", teilte das unabhängige Lewada-Institut in Moskau mit.

"Missbilligung" oder "Empörung" über die Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel empfinden nur etwa acht Prozent. Experten bemängeln jedoch, dass Kritiker der staatlichen Krim-Politik in Russland kaum Möglichkeit hätten, sich öffentlich etwa in Staatsmedien zu äußern.

USA wollen NATO-Präsenz in Osteuropa verstärken

Die USA wollen vor dem Hintergrund der Krim-Krise unterdessen die NATO-Präsenz in Osteuropa stärken. Dies solle durch intensivere Rotation von Militäreinheiten erreicht werden, sagte der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes. Einzelheiten nannte er nicht, das Thema werde bei einer NATO-Ministerkonferenz nächste Woche erörtert.

Rhodes machte klar, dass Washington erwarte, dass sich auch die europäischen NATO-Partner daran beteiligen. Ziel sei eine "dauerhafte Präsenz", um die Verbündeten zu beruhigen. Rhodes nannte dabei Polen und die Baltenstaaten.

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