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Nato-Kommandeur warnt: Russland bereit für Blitz-Einmarsch der Ukraine

Nato-Kommandeur warnt  

Russland bereit für Einmarsch der Ukraine

02.04.2014, 14:07 Uhr | t-online.de, rtr, dpa

Nato-Kommandeur warnt: Russland bereit für Blitz-Einmarsch der Ukraine. Russland konzentriert Truppen nicht nur auf der Krim. Auch an der seiner Westgrenze zur Ukraine marschieren Soldaten auf (Quelle: Reuters)

Russland konzentriert Truppen nicht nur auf der Krim. Auch an der seiner Westgrenze zur Ukraine marschieren Soldaten auf (Quelle: Reuters)

Russland hat nach Einschätzung der Nato an seiner Grenze zur Ukraine alle für einen Einfall notwendigen Truppen konzentriert. Nato-Oberkommandeur Philip Breedlove sagte in Brüssel, mit diesen Militärkräften könne Russland alle seine Ziele im Nachbarland in drei bis fünf Tagen erreichen. Die Lage an der Grenze sei "unglaublich besorgniserregend".

Die Nato schätzt, dass in der Grenzregion 35.000 bis 40.000 russische Soldaten bereit stehen. In der Nacht wurden kleinere russische Truppenbewegungen ausgemacht, es gebe aber keine Anzeichen für eine Rückkehr der Soldaten in ihre Kasernen. Am Montag hatte die Regierung in Moskau erklärt, ihre Truppenkonzentration im Grenzgebiet zur Ukraine abzubauen.

Die Nato-Außenminister hatten Breedlove aufgefordert, bis zum 15. April Maßnahmen zu prüfen, wie die wegen der Ukraine nervösen osteuropäischen Nato-Länder unterstützt werden können. Dies würde auch Verstärkungen zu Land, Luft und See einschließen, sagte Breedlove in einem Interview mit dem "Wall Street Journal".

Verbindung zur Krim

Breedlove spekuliert, Russland könnte in den Süden der Ukraine einmarschieren um einen Landkorridor zur Halbinsel Krim zu schaffen.

Unterdessen hat Russland die Ankündigung der Nato bedauert, die Zusammenarbeit mit Moskau vorerst einzufrieren. Diese Entscheidung komme weder Russland noch den Nato-Mitgliedern zugute, betonte das Außenministerium in Moskau.

Rückfall in den "Kalten Krieg"

Profitieren würden in erster Linie Terroristen und das organisierte Verbrechen. Auch die Reaktion auf Naturkatastrophen werde fortan schwieriger, hieß es. Zudem kritisierte das Ministerium: "Die Sprache der Mitteilung erinnert an das Vokabular aus der Zeit des Kalten Krieges."

Der einflussreiche Außenpolitiker Alexej Puschkow sagte, die Nato habe ihren Sinn mit dem Zusammenbruch des Kommunismus verloren und wolle nun mit Hilfe der Ukraine-Krise frisches Blut in ihre Adern pumpen.

Es handele sich um einen Versuch, das Bündnis aus seinem Zustand als "halbe Leiche" zu erwecken, sagte Puschkow. Er ist Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma.

Vizeregierungschef Dmitri Rogosin wiederum spottete, bei der Ankündigung der Nato könne es sich nur um einen Aprilscherz handeln. "Die Nato hat entschieden, die Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation bis Juni auf Eis zu legen. Und mitgeteilt hat sie dies am 1. April", schrieb Russlands ehemaliger Nato-Botschafter beim Kurznachrichtendienst Twitter.

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