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Ukraine droht Separatisten im Osten mit "schlagkräftiger Antwort"

Ultimatum aus Kiew  

Ukraine droht Separatisten im Osten mit "schlagkräftiger Antwort"

09.04.2014, 16:14 Uhr | rtr, dpa

Ukraine droht Separatisten im Osten mit "schlagkräftiger Antwort". Schon seit dem Wochenende halten pro-russische Demonstranten im Osten der Ukraine mehrere Gebäude besetzt (Quelle: dpa)

Schon seit dem Wochenende halten pro-russische Demonstranten im Osten der Ukraine mehrere Gebäude besetzt (Quelle: dpa)

Die ukrainische Regierung droht den pro-russischen Separatisten im Osten des Landes mit Gewalt. "Diese Krise wird innerhalb der nächsten 48 Stunden gelöst sein", sagte Innenminister Arsen Awakow in Kiew. Die Regierung wolle zwar eine friedliche Lösung erreichen. Sollten die Aufständischen jedoch den Konflikt verschärfen, gäben die Sicherheitskräfte eine "schlagkräftige Antwort".

Einem Fernsehbericht zufolge verlegte die Führung in Kiew Militärtechnik in die Stadt Lugansk, wo moskautreue Aktivisten ein Gebäude des Geheimdienstes SBU besetzt halten. Bei der Besetzung erbeuteten sie nach eigener Darstellung auch Maschinengewehre. Ein Polizeisprecher dementierte aber einen Bericht, wonach die Separatisten in dem Gebäude bis zu 60 Geiseln genommen hätten.

Barrikaden und Brandbomben

Auch in der Industriemetropole Donezk halten pro-russische Demonstranten weiter das Hauptgebäude der Regionalregierung besetzt. Die Separatisten errichteten Barrikaden und bewaffneten sich mit Brandbomben.

Im Osten der Ukraine leben viele Russischstämmige, die die neue Regierung in Kiew ablehnen. Wie viele Menschen genau sich dem Aufstand angeschlossen haben, ist unklar. Sie fordern eine Volksabstimmung über eine Abspaltung von der Ukraine nach dem Vorbild der Halbinsel Krim.

Die Regierung in Kiew und die USA beschuldigen weiter Russland, hinter den Aufrührern in der Region zu stecken. Der Kreml wies den Vorwurf zurück. Das Land hat im Grenzgebiet Zehntausende Soldaten stationiert.

Die USA und Europa drohten Russland mit harten Wirtschaftssanktionen, sollte die Regierung in Moskau die territoriale Integrität der Ukraine weiter verletzen. Die Strafmaßnahmen könnten auch das Russland-Geschäft deutscher Unternehmen beeinträchtigen.

Merkel mit scharfer Kritik an Moskau

Bundeskanzlerin Angela Merkel warf dem Kreml mangelnde Kooperationsbereitschaft vor. "Es ist leider an vielen Stellen nicht erkennbar, wie Russland zur Entspannung der Situation beiträgt", sagte sie im Bundestag. Insbesondere forderte sie die Führung in Moskau auf, sich mit der neuen ukrainischen Regierung endlich an einen Tisch zu setzen. "Es ist dringend wichtig, dass es internationale Gespräche unter Beteiligung der Ukraine gibt."

Das Außenministerium in Moskau teilte seinerseits mit, "die Tätigkeit russischer Streitkräfte bedroht weder die Sicherheit der USA noch die anderer OSZE-Staaten". Es gebe an der Grenze zur Ukraine keine ungewöhnlichen Bewegungen.

Zugleich zeigten sich die Russen besorgt über Äußerungen von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, in Osteuropa, im Baltikum und in der Schwarzmeerregion unter dem Vorwand der Ereignisse in der Ukraine selbst Truppen zu konzentrieren. Gerade wurde auch die Anzahl der in den baltischen Staaten stationierten Kampflugzeuge der Nato aufgestockt.

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