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Ukraine-Krise vor Eskalation: Experten fürchten "Blutvergießen"

Furcht vor Eskalation  

"Ukraine kann für Beginn eines Blutvergießens sorgen"

16.04.2014, 16:31 Uhr | t-online.de , dpa , Reuters

Ukraine-Krise vor Eskalation: Experten fürchten "Blutvergießen". Ukrainische Soldaten auf dem Weg nach Kramatorsk. (Quelle: Reuters)

Ukrainische Soldaten auf dem Weg nach Kramatorsk. (Quelle: Reuters)

In der Ukraine-Krise überschlagen sich die Ereignisse: Im Osten laufen Soldaten zu den Separatisten über. Die Nato kündigt eine Erhöhung der Militärpräsenz an den Ostgrenzen an. Experten befürchten, die Lage könnte außer Kontrolle geraten.

"Die Ukraine mag sehr wenig Macht haben", sagt Maria Lipman vom Carnegie-Zentrum in Moskau. "Aber sie hat genug Macht, um für den Beginn eines Blutvergießens zu sorgen." Lipman warnt, die "Gefahr eines großflächigen Krieges" müsse "immer vor Augen bleiben".

Die Nato beschloss, Flugzeuge, Schiffe und Soldaten in Richtung Osten zu schicken, um in der Ukraine-Krise militärische Stärke gegenüber Russland zu demonstrieren. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte, die Maßnahmen würden "unverzüglich" umgesetzt.

Er machte keine Angaben darüber, wie viele Soldaten, Flugzeuge oder Schiffe in Richtung der östlichen Nato-Länder in Bewegung gesetzt werden. "Es werden genug sein, um unsere Bereitschaft zu verbessern und um nötigenfalls für mehr vorzubereiten."

Deutschland beteiligt sich mit sechs Kampffliegern

Deutschland wird sich zunächst mit einem Schiff und sechs Kampffliegern an der Verstärkung der Nato-Präsenz in den östlichen Bündnisstaaten beteiligen. Das bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin.

Der Tender "Elbe" mit rund 45 Soldaten Besatzung soll von Ende Mai bis Anfang ein Minenräum-Manöver in der Ostsee leiten. Bis zu sechs Kampfflieger vom Typ "Eurofighter" sollen sich ab September für vier Monate an der Luftraumüberwachung über dem Baltikum beteiligen. Ob Deutschland darüber hinaus zur stärkeren Nato-Präsenz im Osten beitragen wird, ist noch unklar.

Entsendung auf Bitten der baltischen Staaten

"Wir haben ein Paket von militärischen Maßnahmen beschlossen, um unsere gemeinsame Verteidigung zu stärken und um die Stärke der Bündnissolidarität zu bekräftigen", sagte Nato-Generalsekretär Rasmussen. Wir werden mehr Flugzeuge in der Luft haben, mehr Schiffe im Wasser und wir werden auf dem Land eine erhöhte Bereitschaft haben." Er fügte hinzu: "Falls nötig, werden in den kommenden Wochen und Monaten weitere Maßnahmen folgen."

Der Nato-Rat reagierte mit der demonstrativen Entsendung von Militärs auf Bitten der drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland sowie Polens und Rumäniens. Vor allem im Baltikum gibt es große russischstämmige Bevölkerungsminderheiten. Die Botschaft dieser Beschlüsse sei: "Die Nato wird jeden Verbündeten beschützen und jede Bedrohung unserer grundlegenden Sicherheit abwehren", sagte Rasmussen.

Ukrainische Soldaten gekidnappt

In der ostukrainischen Region Lugansk sind unterdessen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew zwei ukrainische Soldaten von pro-russischen Aktivisten als "Geiseln" genommen worden. Ein Offizier und ein Soldat seien am von "Extremisten" gefangen genommen und an einen unbekannten Ort gebracht worden, erklärte das Ministerium.

Mehrere Einheiten der ukrainischen Streitkräfte seien an der Suche nach den beiden Militärs beteiligt. Kiew kündigte eine "harte Reaktion" auf derlei Angriffe auf ukrainische Soldaten an.

In den Städten Kramatorsk und Slawjansk liefen Regierungseinheiten mit bis zu zehn gepanzerten Fahrzeugen zu den Aktivisten über. Örtliche Medien berichteten, die Truppen seien mit den Fahrzeugen durch die beiden Städte rund 80 Kilometer nördlich der Gebietshauptstadt Donezk gefahren.

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