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Wladimir Putin behält sich Militärintervention in Ukraine vor

Alarmierendes Interview  

Putin behält sich Militärintervention vor

17.04.2014, 12:38 Uhr | t-online.de , AFP , AP

Wladimir Putin behält sich Militärintervention in Ukraine vor. "Verbrechen" begehen nur die anderen: Wladimir Putin bei seinem TV-Auftritt (Quelle: Reuters)

"Verbrechen" begehen nur die anderen: Wladimir Putin bei seinem TV-Auftritt (Quelle: Reuters)

Der russische Präsident Wladimir Putin behält sich eine Militärintervention in der Ukraine vor: "Der Föderationsrat hat mir das Mandat für eine Entsendung von Truppen in die Ukraine gegeben. Ich hoffe sehr, dass ich nicht gezwungen sein werde, das zu tun", sagte der Staatschef in der russischen TV-Sendung "Direkter Draht".

In dem vielbeachteten Fernsehauftritt kurz vor dem Beginn des Genfer Friedensgipfels zum Ukraine-Konflikt spielte Putin sämtliche Vorwürfe des Westens und der Ukraine zurück und gab sich in Fragen der Konfliktbewältigung betont rational.

Weder Flugzeuge noch Panzer könnten die Krise lösen, sagte der Kremlchef in der landesweiten Sendung. Das könnte nur "Dialog und demokratische Prozesse". Er sei überzeugt, dass Russland mit der Ukraine gegenseitiges Verständnis erreichen werde. Beide Länder hätten zahlreiche gemeinsame Interessen.

"Weiteres schweres Verbrechen"

Gleichzeitig machte er der ukrainischen Regierung schwere Vorwürfe: Kiew führe das Land in den Abgrund. Man müsse zu einem "echten Dialog" mit den Ost-Ukrainern bereit sein. Bisher habe die ukrainische Regierung nur "Oligarchen" statt Diplomaten geschickt. Dass Kiew zuletzt bewaffnete Einheiten in den Osten des Landes entsandt habe, sei ein "weiteres schweres Verbrechen" der ukrainischen Führung in Kiew.

Putin wies Vorwürfe zurück, russisches Militär oder Instrukteure steuerten die Lage in der Ost-Ukraine, beziehungsweise im März bei der Annexion der Krim. Solche Gerüchte seien "Blödsinn". Vielmehr hätten sich die Menschen im Osten der Ukraine gegen die Behörden in Kiew erhoben, die ihre Rechte und legitimen Forderungen ignorierten.

Man habe bei der Annexion der Krim aber das Gefühl gehabt, sie sei von langer Hand geplant gewesen, warf der ansonsten recht zahm agierende Moderator ein. "Nein, wir waren nur sehr gut organisiert", gab Putin zurück.

Tote bei Sturm auf Kaserne

Der Westen und die Ukraine werfen Russland vor, die Proteste im Osten des Landes zu unterstützen. Pro-russische Bewaffnete haben mittlerweile in mindestens zehn Städten der Ost-Ukraine Regierungs- und Verwaltungsgebäude besetzt sowie Barrikaden errichtet.

Beim Versuch, eine Militärbasis der Nationalgarde im Hafen von Mariupol zu erobern, wurden ukrainischen Angaben zufolge drei pro-russische Kämpfer getötet und 13 weitere verletzt.

Heute sollen die USA, die Europäische Union, Russland und die Ukraine in Genf über eine diplomatische Lösung der Krise verhandeln.

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