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Wahl in Ägypten: Erdrutschsieg für Al-Sisi

Wahl in Ägypten  

Erdrutschsieg für den Feldmarschall

29.05.2014, 12:17 Uhr

Wahl in Ägypten: Erdrutschsieg für Al-Sisi. Anhänger von Feldmarschall Al-Sisi feiern seinen erwarteten Wahlsieg auf dem Tahir-Platz. (Quelle: AP/dpa)

Anhänger von Feldmarschall Al-Sisi feiern seinen erwarteten Wahlsieg auf dem Tahir-Platz. (Quelle: AP/dpa)

Bei der Präsidentschaftswahl in Ägypten steuert der frühere Militärchef Feldmarschall Abdel Fattah al-Sisi erwartungsgemäß auf einen haushohen Sieg zu. Nach inoffiziellen Zwischenergebnissen aus rund 2000 Wahllokalen stimmten bisher 97 Prozent der Wähler für ihn, wie am Mittwochabend der private TV-Sender CBC berichtete. Um das höchste Staatsamt hatte sich neben Feldmarschall Al-Sisi nur der als chancenlos geltende Linkspolitiker Hamdien Sabahi beworben. Er war bei der letzten Präsidentenwahl 2012 Dritter geworden.

Auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo versammelten sich am Abend jubelnde Anhänger des Wahlsiegers. Das offizielle Endergebnis soll kommende Woche veröffentlicht werden. Wahlberechtigt waren etwa 53,9 Millionen Bürger. Die Muslimbrüder, deren Präsident Mohammed Mursi vom Militär 2013 gestürzt worden war, hatten allerdings zum Wahlboykott aufgerufen.

Aus der Wahlkommission verlautete, bis zum Ende des zweiten Wahltages hätten etwa 40,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Beobachter sagten, eine Beteiligung von mehr als 50 Prozent werde wahrscheinlich nicht erreicht.

Verhaftungswelle von Mitgliedern der Muslimbruderschaft

Der Islamist Mursi war nach Massenprotesten gegen seine Regierung im Juli 2013 von der Armee abgesetzt und in Gewahrsam genommen worden. Seither wurden mehrere Gerichtsverfahren gegen ihn eröffnet. Menschenrechtsorganisationen und westliche Regierungen hatten die neue ägyptische Führung in den vergangenen Monaten mehrfach aufgefordert, ihre Welle der Verhaftungen von Mitgliedern der Muslimbruderschaft zu beenden.

Seit der gewaltsamen Räumung der Protestlager der Bruderschaft im Sommer 2013 in Kairo mit mehr als 600 Toten wurde das Demonstrationsrecht eingeschränkt. Außer den Muslimbrüdern landeten auch mehrere Dutzend linke Aktivisten und Blogger in Haft sowie Journalisten des Fernsehsenders Al-Dschasira.

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