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NSU-Anschlag in Köln: Maas schämt sich "für deutschen Staat"

Gedenkfeier zu NSU-Anschlag  

"Ich schäme mich für den deutschen Staat"

10.06.2014, 06:45 Uhr | dpa, AFP

NSU-Anschlag in Köln: Maas schämt sich "für deutschen Staat". NSU, Köln (Quelle: dpa)

Am 9. Juni 2004 war in der Keupstraße in Köln-Mülheim eine Nagelbombe explodiert, 22 Menschen wurden verletzt, mehrere davon lebensgefährlich (Quelle: dpa)

Am zehnten Jahrestag des Nagelbomben-Anschlags von Rechtsterroristen in Köln haben deutsche Politiker den Opfern ihr tiefes Mitgefühl ausgesprochen und alle Bürger zu gegenseitigem Respekt und zu gemeinsamem Eintreten gegen Hass und Gewalt aufgerufen. "Ich schäme mich dafür, dass der deutsche Staat es nicht geschafft hat über so viele Jahre, dafür zu sorgen, dass unbescholtene Bürgerinnen und Bürger besser geschützt wurden", sagte Justizminister Heiko Maas (SPD).

Joachim Gauck fand deutliche Worte: "Euer Hass ist unser Ansporn", sagte der Bundespräsident auf einer Großkundgebung in der Domstadt an die Adresse "rechtsextremer Verächter der Demokratie". Den Opfern des Terrors und ihren Angehörigen sprach der Präsident sein Mitgefühl aus.

Das "Miteinander der Verschiedenen"

"Wir denken heute auch daran, wie viele Betroffene sich später allein gelassen oder sogar als Verdächtige behandelt fühlen mussten, wie viel Misstrauen damals gesät wurde", sagte Gauck auf der Kundgebung, die unter dem Motto "Birlikte" (übersetzt: "Zusammenstehen") stattfand.

Gauck zufolge hat der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) mit seinen Morden und dem Bombenanschlag wie in der Kölner Keupstraße "zu zerstören versucht, was uns in Deutschland wertvoll ist: das selbstverständliche Miteinander der Verschiedenen".

Bedauerliches Versagen deutscher Behörden

Am 9. Juni 2004 war in der Keupstraße in Köln-Mülheim eine Nagelbombe explodiert. 22 Menschen wurden verletzt, manche lebensgefährlich. Die Polizei glaubte lange nicht an einen rechtsextremen Hintergrund. Erst Ende 2011 wurde deutlich, dass die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wohl auch für diesen Anschlag verantwortlich waren.

Auf der Gedenkveranstaltung wurde immer wieder auch das Versagen der deutschen Behörden angesprochen. "Die falschen Verdächtigungen der Behörden waren für mich der eigentliche Anschlag, fast noch schlimmer als die Tat selbst", sagt Uzay Özdag, der in einer Familienkonditorei in der Keupstraße arbeitet.

Die Gedenkveranstaltung für die Opfer und ihre Familien wertete der Bundespräsident auch als eine Botschaft an die rechtsextremen Verächter unserer Demokratie: "Wir zeigen, wie wir in unserem Land leben wollen: respektvoll und friedlich. Wir sind verschieden. Aber wir gehören zusammen. Und wir stehen zusammen, um allen, die von fremdenfeindlicher Gewalt bedroht sind, zu sagen: Ihr seid nicht allein."

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