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Ukraine: "Putin ein "Arschloch" laut Außenminister Deschtschiza

Ukrainischer Außenminister sorgt für Eklat  

"Ja, Putin ist ein Arschloch, ja"

16.06.2014, 09:33 Uhr | dpa

Ukraine: "Putin ein "Arschloch" laut Außenminister Deschtschiza. Der ukrainische Außenminister Andrej Deschtschiza. (Quelle: imago / ITAR TASS)

Der ukrainische Außenminister Andrej Deschtschiza hat sich Ärger mit Russland eingehandelt. (Quelle: imago / ITAR TASS)

Der verbale Aussetzer des ukrainischen Außenministers belastet das ohnehin sehr angespannte Verhältnis des Landes zu Russland weiter: Mit einem üblen Schimpfwort gegen Kremlchef Wladimir Putin hat sich Andrej Deschtschiza den Unmut Russlands zugezogen.

Deschtschiza hatte im Gespräch mit Demonstranten vor der russischen Botschaft in Kiew den Präsidenten mit einem Begriff aus der Fäkalsprache bezeichnet - ein Mitschnitt davon verbreitete sich schnell im Internet. Laut der Nachrichtenagentur Reuters sagte er: "Ja, Putin ist ein Arschloch, ja" - eine Aussage, die dann von der Menge wiederholt wurde.

Zahlreiche User äußerten sich in Kommentaren zustimmend, Kritik kam aber aus Moskau. Offenbar besitze Deschtschiza "keine Kultur", teilte am Sonntag das russische Außenministerium der Agentur Itar-Tass zufolge mit. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Worte des Ministers als skandalös.

Ukraine droht mit Abbruch der Beziehungen

Im Kampf gegen pro-russische Separatisten hat die Ukraine unterdessen einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Russland nicht ausgeschlossen. Falls Russland auch weiterhin zur Verschärfung der Lage im Osten der früheren Sowjetrepublik beitrage, müsse die Ukraine zu diesem "äußersten Mittel" greifen, sagte Außenminister Andrej Deschtschiza in Kiew.

Russland verhindere nicht, dass über die gemeinsame Grenze Verstärkung für die Aufständischen gelange. Der Sicherheitsrat in Kiew werde daher an diesem Montag über eine mögliche Schließung der Grenze beraten, so der Minister weiter.

Beziehungen verschlechtert

Die russisch-ukrainischen Beziehungen haben sich seit dem Machtwechsel in Kiew im Februar stark verschlechtert und sind seitdem ohnehin reduziert. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte wiederholt bestritten, Moskau habe Einfluss auf die Separatisten in der Ost-Ukraine.

Der neu gewählte Präsident der Ukraine, Pedro Poroschenko, hat nach dem Abschuss eines ukrainischen Militärflugzeugs klar gmacht, diesen "terroristischen Akt" zu vergelten.

Verbindung Moskaus zu den Separatisten unklar

Die militanten Aufständischen wiesen unterdessen Vorwürfe des Westens zurück, dass sie aus Russland drei Panzer erhalten hätten. Seines Wissens seien die Fahrzeuge aus ukrainischen Depots erbeutet worden, sagte Separatistenführer Andrej Purgin. Die russische Armee habe das Kriegsgerät vom Typ T-64 "längst aussortiert".

Ukrainische Sicherheitskräfte setzten unterdessen ihre "Anti-Terror-Operation" fort. Bei tagelangen Luftangriffen auf Stellungen militanter Gruppen bei Kramatorsk seien mehr als 50 Separatisten getötet und etwa 150 verletzt worden, sagte Armeesprecher Wladislaw Selesnjow.

Viele davon seien Kämpfer aus dem benachbarten russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus. Zuletzt hatte es allerdings häufig abweichende Angaben über Opferzahlen gegeben.

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