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Syrien: IS-Dschihadisten steinigen Frau zu Tode

Blutiger Vormarsch in Syrien  

IS-Dschihadisten steinigen Frau zu Tode

19.07.2014, 07:39 Uhr | AFP, dpa

Militante Dschihadisten haben nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation im Norden Syriens eine Frau zu Tode gesteinigt. Begründung: Die etwa 30 Jahre alte Frau soll Ehebruch begangen haben. Unterdessen gehen die Rebellen der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) auch in Syrien immer blutiger zu Werke.

Den Angaben zufolge ereignete sich die Steinigung in der Ortschaft Tabaka in der Provinz Rakka, die fast vollständig von Dschihadisten kontrolliert wird. Augenzeugen berichteten, die etwa 30 Jahre alte Frau sei auf einem öffentlichen Platz gesteinigt worden. Zuvor habe ein religiöses Gericht das Urteil gegen sie gefällt. Die Bewohner seien "entsetzt", wagten aber nicht, etwas gegen die grausamen Methoden zu unternehmen.

Wie die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, handelt es sich um die erste Hinrichtung der Dschihadistengruppe IS, die vor einiger Zeit ein grenzübergreifendes Kalifat im Irak und in Syrien ausgerufen hat. Nach ihren jüngsten, blutigen Eroberungen kontrollieren die IS-Dschihadisten nicht mehr nur große Teile des Irak, sondern inzwischen auch schon mehr als ein Drittel des syrischen Staatsgebiets. Weder andere Rebellengruppen, noch das Assad-Regime scheinen etwas entgegensetzen zu können.

115 Tote bei Gasfeld-Eroberung

Bei der Eroberung eines syrischen Gasfeldes haben IS-Kämpfer zuletzt mindestens 115 Menschen getötet. Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um regierungstreue Milizionäre und zivile Sicherheitsleute, doch seien auch elf Mitarbeiter der Gasförderanlagen von Schaar darunter, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Ihr Leiter Rami Abdel Rahman warf der IS Kriegsverbrechen vor.

Die Eroberung des Schaar-Feldes in der Provinz Homs am Donnerstag sei "der größte Anti-Regime-Einsatz" der IS-Extremisten, seit diese im vergangenen Jahr in den syrischen Bürgerkrieg eingegriffen haben, erklärte die Beobachtungsstelle. Die Organisation hatte die Opferzahl zuvor mit 90 angegeben, darunter 25 zivile Mitarbeiter des Gasfeldes östlich der Wüstenstadt Palmyra. Das Schicksal von 250 weiteren Menschen, die sich auf dem Gelände aufhielte, ist noch unklar.

Videos von "Massakern"

In Videos, die offenbar von den Extremisten aufgenommen und auf das Onlineportal YouTube gestellt wurden, waren dutzende Leichen zu sehen. Viele von ihnen waren verstümmelt. Ein Video zeigte einen Islamisten, der vor Leichen posierte und überwiegend auf Deutsch durchmischt mit arabischen Ausdrücken redete. Die Regierung bestätigte die Anzahl der Toten offiziell nicht, Anhänger der Führung in Damaskus veröffentlichten jedoch Fotos der Opfer und bezeichneten ihre Ermordung als "Massaker".

"Die Beobachtungsstelle verurteilt Massenexekutionen als Kriegsverbrechen", sagte Rahman. Dabei spiele es keine Rolle, welche Seite sie verübe und ob die Opfer Zivilisten oder Kämpfer seien: "Es sind Kriegsgefangene, sie dürfen nicht hingerichtet werden." Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein dichtes Netzwerk an Ärzten und Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben konnten noch nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.

Angst und Schrecken

Am Donnerstag hatte auch der Gouverneur der Provinz Homs den Angriff auf das Gasfeld bestätigt. Die IS-Extremisten hatten zuvor bereits die ölreiche Provinz Deir Essor zwischen Homs und der Grenze zum Irak unter ihre Kontrolle gebracht.

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