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MH17-Opfer: Verschwundene Leichen lagern in gekühlten Waggons

Drama um MH17-Opfer  

Leichen lagern in Eisenbahn-Waggons

21.07.2014, 15:09 Uhr | AFP, t-online.de, dpa, AP

MH17-Opfer: Verschwundene Leichen lagern in gekühlten Waggons. Jetzt ist klar: Die bislang geborgenen Leichen lagern in gekühlten Eisenbahn-Waggons. (Quelle: Reuters)

Jetzt ist klar: Die bislang geborgenen Leichen lagern in gekühlten Eisenbahn-Waggons. (Quelle: Reuters)

Die pro-russischen Separatisten im Osten der Ukraine haben den Aufenthaltsort der bislang gefundenen 196 Leichen der Opfer des Fluges MH17 bekanntgegeben. Die Leichen der Opfer würden in gekühlten Containern am Bahnhof der Stadt Tores aufbewahrt, bis internationale Fachleute vor Ort seien, sagte Rebellenführer Alexander Borodaj.

Zuvor war bekannt geworden, dass ukrainische Rettungskräfte von bewaffneten Aufständischen gezwungen worden seien, die Leichen zu übergeben. Diese wurden angeblich mit Lastwagen an einen zunächst unbekannten Ort verfrachtet. Das teilte die ukrainische Katastrophenschutzbehörde mit.

Aufständische wollen Flugschreiber übergeben

Außerdem sind die Separatisten anscheinend bereit, den Flugschreiber an internationale Ermittler zu übergeben. Sie hätten nach eigenen Angaben am Absturzort der Maschine "Flugzeugteile" gefunden, die "Black Boxes ähneln". Die gefundenen Teile könnten sie nicht selbst untersuchen, weil sie dafür keine Spezialisten hätten, sagte Borodaj. Ukrainischen Ermittlern brächten die Rebellen "kein Vertrauen" entgegen, das Material könne jedoch "internationalen" Ermittlern übergeben werden.

Eine internationale Untersuchung soll die Ursache des Absturzes aufklären. Die Black Boxes wären dafür immens wichtig. Bei ihnen handelt es sich um ein Gerät, das die Flugdaten aufzeichnet und ein weiteres, das die Gespräche im Cockpit speichert.

USA: Waffen stammen aus Russland

Ungeklärt ist bislang noch, woher das Waffensystem stammt, das für den Abschuss von MH17 benutzt wurde. Nach Einschätzung von US-Außenminister John Kerry ist die Maschine mit einem Raketensystem abgeschossen worden, das den pro-russischen Separatisten von Russland gestellt wurde. "Es ist ziemlich klar, dass dieses System von Russland in die Hände der Separatisten gelangte", sagte Kerry dem US-Nachrichtensender CNN. Dabei handele es sich um das Flugabwehrsystem "Buk".

Rebellen behindern Bergungsarbeiten

Trotz wiederholter Aufforderungen aus dem Ausland gewährten die Rebellen auch am Sonntag internationalen Experten keinen freien Zugang zum Absturzort und zu den Leichen. Die Arbeiten der Hilfskräfte würden überwacht und erheblich behindert, sagte ein Sprecher des Zivilschutzministeriums in Kiew. Der ukrainische Vize-Regierungschef Wladimir Groisman sprach von bis zu 900 Aufständischen rund um die Absturzstelle in der Nähe der Ortschaft Grabowo.

Am Absturzort selbst war der Verwesungsgeruch noch am Samstag wahrzunehmen. Dutzende Leichen lagen in Säcken am Rande einer Straße in der brütenden Sommerhitze. Am Sonntag sahen AP-Reporter keine Leichen mehr, Helfer suchten nach Körperteilen.

An den Arbeiten beteiligen sich nach Angaben der ukrainischen Regierung etwa 380 Mitarbeiter des ukrainischen Bergungsdienstes. Darunter sind auch Taucher, die einen nahen See absuchen. Der Bereich der Bergungsarbeiten sei von 25 auf 34 Quadratkilometer ausgeweitet worden, hieß es.

Die Maschine der Malaysia Airlines war am Donnerstag über dem zwischen Rebellen und der ukrainischen Regierung umkämpften Gebiet an der russischen Grenze abgestürzt. Nach ukrainischen und amerikanischen Erkenntnissen wurde sie mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen. Die Ukraine und die Separatisten beschuldigen sich gegenseitig, dafür verantwortlich zu sein.

Die Ukraine kämpft im Osten des Landes gegen pro-russische Separatisten. Sie wirft Russland vor, die Rebellen zu unterstützen. Die Regierung in Moskau weist dies zurück.

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