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Ukraine-Krise: Kampf um Donezk flammt auf - Tote auch in Lugansk

Tote und Verletzte  

Kampf um Donezk flammt auf

21.07.2014, 22:36 Uhr | t-online.de, rtr, dpa, AFP, AP

Ukraine-Krise: Kampf um Donezk flammt auf - Tote auch in Lugansk. Die Kämpfe um die Städte in der Ost-Ukraine sind aufgeflammt. (Quelle: AP/dpa)

Die Kämpfe um die Städte in der Ost-Ukraine sind aufgeflammt. (Quelle: AP/dpa)

Ein Kämpfer der Separatisten steht in Tarnkleidung unweit vom Bahnhof von Donezk und fuchtelt mit seiner Waffe herum. "Hier ist Krieg, haut ab zum Teufel!" schreit er verängstigte Zivilisten an. Und das machen sie auch: Hunderte Ukrainer ergreifen panisch die Flucht aus der ostukrainischen Stadt, einer Hochburg der prorussischen Aufständischen. Zu Fuß, in Kleinbussen und mit dem Zug verlassen sie Donezk, während ukrainische Regierungstruppen versuchen, die von Rebellen gehaltene Stadt zurückzuerobern.

Am Vormittag hätten die Regierungstruppen angegriffen, sagt ein Rebell, der sich Wolodja nennt. "Sie haben sich dem Bahnhof bis auf zwei Kilometer genähert." Artilleriegeschosse schlagen in der Bahnhofsgegend ein, ein Markt in der Nähe geht in Flammen auf, ein neunstöckiges Gebäude wird getroffen. In der Ferne donnert es.

Nun kontrollieren die ukrainischen Truppen schon seit Längerem einen Teil des Donezker Flughafens. Doch noch nie kam der Konflikt so nah an das Herz der Stadt heran wie am Montag. Vor dem Beginn des Konflikts vor mehreren Monaten lebte in Donezk fast eine Million Menschen. Heute ist das Gebiet eine Kampfzone, in der die ukrainische Armee um die Rückeroberung der an die Rebellen verlorenen Städte kämpft. "Die aktive Phase des Anti-Terror-Einsatzes geht energisch in Donezk weiter", sagt ein ukrainischer Militärsprecher.

"Wie komme ich zu meiner Tochter?"

Wer könne, solle fliehen, in der umkämpften Bahnhofsgegend sollen sie in ihren Häusern bleiben, heißt es aus der Verwaltung. Die Aufständischen sperren mehrere Straßen in der Nähe des Bahnhofs ab. "Ich wohne dort drüben", sagt eine rund 40-jährige Bewohnerin, Tatjana. "Wie komme ich zu meiner Tochter?"

Ihr stehen die Tränen in den Augen, ihre Hand zittert, als sie sich eine Zigarette ansteckt. Aber die Aufständischen lassen nicht mit sich reden. Sie schießen auch mal in die Luft, um jede Diskussion abzuwürgen. "Wie soll ich das denn machen", schreit ein anderer Bewohner in sein Handy, "sie lassen keinen durch".

Die Lage ist unübersichtlich, fünf Tote und zwölf verletzte Zivilisten soll es allein am Montag geben. Am fast verlassenen Bahnhof macht sich am Nachmittag ein Zug bereit zur Abfahrt nach Mariupol, rund hundert Kilometer weit entfernt. Rebellen helfen den Passagieren beim Koffertragen und Einsteigen, als sich der Zug in Bewegung setzt. Das Bahnhofsgelände gibt den Blick auf den Flughafen frei, schwarzer Rauch steigt dort auf. "Vorsicht", warnen die Aufständischen noch, "es gibt Scharfschützen".

Tote auch in Lugansk

Auch im benachbarten Lugansk starben bei erbitterten Kämpfen mindestens zwei Zivilisten. Hier seien auch mindestens 26 Häuser durch Granatwerfer beschädigt worden, teilte die Stadtverwaltung mit.

Die Städte Donezk und Lugansk gelten als wichtigste Hochburgen der Rebellen, die beide strategisch bedeutsamen Ballungszentren zu Volksrepubliken erklärt haben. Nach der Einnahme der Rebellen-Hochburg Slawjansk vor knapp drei Wochen läuteten die Regierungstruppen auch Militäroffensiven auf Donezk und Lugansk ein, um die Aufständischen von dort zu vertreiben. Bislang konnten sie die beiden Städte aber nicht zurückerobern.

Fußballer verweigern Rückreise nach Donezk

Wegen der Kämpfe in der Ost-Ukraine wollen sechs südamerikanische Fußballspieler des Vereins Schachtar Donezk nicht zur neuen Saison zurückkehren. Fünf brasilianische und ein argentinischer Spieler blieben am Wochenende nach einem Freundschaftsspiel gegen Olympique Lyon in Frankreich.

Klub-Besitzer Rinat Achmetow warnte die Spieler vor Konsequenzen. "Sie werden leiden", teilte er mit. Denn durch ihr Verhalten würden Entschädigungsklauseln greifen, die sie zur Zahlung von mehreren Millionen Euro verpflichten.

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