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Abschuss von MH17: Laut USA keine Beweise für russische Beteiligung

Abschuss von MH17  

US-Geheimdienst findet keine Beweise für direkte russische Beteiligung

23.07.2014, 15:16 Uhr | AP

Abschuss von MH17: Laut USA keine Beweise für russische Beteiligung. Trümmerteil der abgestürzten Passagiermaschine MH17. (Quelle: Reuters)

Trümmerteil der abgestürzten Passagiermaschine MH17. (Quelle: Reuters)

US-Geheimdienstler haben neue Erkenntnisse zum Abschuss der Malaysia-Airlines-Maschine MH17 präsentiert. Eine direkte russische Verwicklung sei demnach nicht auszumachen.

Das Passagierflugzeug sei wohl von kremltreuen Separatisten mit einer Boden-Luft-Rakete vom Typ SA-11 vom Himmel über der Ostukraine geholt worden, sagten ranghohe Geheimdienstbeamte in Washington. Doch habe Russland erst die "Bedingungen" für den Abschuss "geschaffen", indem es die Aufständischen bewaffnet habe.

Die Geheimdienstbeamten äußerten sich bei einem Briefing vor Reportern, wollten jedoch anonym bleiben. Dabei beriefen sich die Informanten auf abgefangene Telefonmitschnitte, Satellitenfotos und von Rebellen auf sozialen Netzwerken geposteten Nachrichten, die zum Teil von US-Experten als authentisch eingestuft wurden.

Das wahrscheinlichste Szenario sei, dass die Maschine aus Versehen abgeschossen wurde, sagte einer der Geheimdienstler. Die Rebellen hätten einen Fehler gemacht. So hätten sie in der Vergangenheit schon zwölf ukrainische Kampfjets abgeschossen. Ob russische Funktionäre beim Start der Rakete zugegen waren, könnten sie nicht sagen.

Identität des Schützen unklar

Ebenso unklar sei, ob die Schützen in Russland im Umgang mit den Waffen ausgebildet wurden. Doch habe Moskau seine Bemühungen um eine Bewaffnung und Ausbildung der Separatisten in den vergangenen Wochen verstärkt - sogar noch nach dem Abschuss der Passagiermaschine der Malaysia Airlines.

Auf die Identität der mutmaßlichen Schützen angesprochen, antwortete einer der Geheimdienstler verhalten: "Wir kennen keine Namen, keinen Dienstgrad und sind uns auch nicht 100 Prozent über die Nationalität im Klaren."

Ermittlungen konzentrieren sich weiterhin auf Russland

Doch der nationale Sicherheitsberater Ben Rhodes sagte, die USA würden die Ermittlungen zu einer möglichen "direkten Verbindung" zwischen dem Raketenabschuss und Russland fortsetzen. Man sei der Ansicht, dass der russische Präsident Wladimir Putin und dessen Regierung eine Verantwortung für die Unterstützung der Separatisten habe, fügte Rhodes weiter.

Erst am Montag hatte US-Präsident Barack Obama erklärt, dass die Maschine der Malaysia Airlines über einem Territorium abgeschossen worden sei, das von russlandnahen Separatisten in der Ukraine kontrolliert werde. Zudem warf er Russland vor, die Rebellen trainiert und mit militärischem Gerät und Waffen ausgerüstet zu haben, darunter Flugabwehrraketen.

Flugschreiber an die Niederlande übergeben

Unterdessen haben niederländische Experten den Flugdatenschreiberübernommen. Vertreter Malaysias hätten ihn am Kiewer Flughafen übergeben, teilte das niederländische Außenministerium in Den Haag mit. Die prorussischen Separatisten hatten das Gerät zuvor ausgehändigt.

Auf Bitten der Niederlande sollen britische Experten die Flugschreiber im südenglischen Farnborough auswerten. Die Niederlande hatten zuvor die Leitung der internationalen Untersuchung zur Absturzursache von Flug MH17 übernommen.

Beim Absturz der Malaysia-Airlines-Maschine kamen am vergangenen Donnerstag alle 298 Menschen an Bord ums Leben. Fast zwei Drittel der Insassen waren Niederländer.

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