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Ukraine: Separatisten versorgen sich im Museum mit Nachschub

Krise in der Ukraine  

Separatisten versorgen sich im Museum mit Nachschub

26.07.2014, 18:06 Uhr | dpa, AP, AFP

Ukraine: Separatisten versorgen sich im Museum mit Nachschub. Pro-russische Separatisten haben sich im Weltkriegsmuseum von  Donezk mit einem Panzer und Munition versorgt (Quelle: Reuters)

Pro-russische Separatisten haben sich im Weltkriegsmuseum von Donezk mit einem Panzer und Munition versorgt (Quelle: Reuters)

Die ukrainischen Regierungstruppen haben eine Offensive gegen die Separatistenhochburg Donezk gestartet. Die Soldaten seien bereits bis vor die Ortschaft Horliwka nördlich der Provinzhauptstadt vorgerückt, sagte der nationale Sicherheitssprecher Andrej Lysenko. Nach der Eroberung von Horliwka "ist die direkte Route für die Truppen der Anti-Terror-Operation in die Hauptstadt der Region Donbass offen - die Stadt Donezk". Über die Separatisten wurde bekannt, dass sie sich in einem Weltkriegsmuseum mit einem Panzer und Munition versorgt hatten.

Die Eine-Million-Einwohner-Stadt ist eines der Zentren des monatelangen separatistischen Aufstandes in der Ostukraine. Aufständische hatten dort ihre eigene Volksrepublik ausgerufen.

Waffennachschub aus dem Museum

Unterdessen haben sich pro-russische Separatisten in der Ostukraine im Museum mit Nachschub versorgt. In ihrer Hochburg Donezk nutzten sie einen Besuch des dortigen Weltkriegsmuseums, um sich mit einem sowjetischen Panzer und zwei Haubitzen auszustatten. "Sie hatten eine schriftliche Erlaubnis", sagte ein Wachposten am Eingang des Museums. "Sie nahmen den am wenigsten beschädigten Panzer und luden alles auf einen großen Lastwagen".

Nach Angaben des Wachmanns liegt der ungewöhnliche Besuch rund zwei Wochen zurück. Auf dem Boden des Museums waren am Freitag noch immer die Spuren der fehlenden Exponate zu sehen. "Glaubst Du das, jetzt stehlen sie sogar Museumsstücke", sagte ein Vater, der gemeinsam mit seinem Sohn die Ausstellung besuchte.

Es scheint nicht das erste Mal zu sein, dass sich die pro-russischen Separatisten in ihrem Kampf gegen Kiew alter Waffen bedienen. Anfang des Monats tauchten auf YouTube Aufnahmen aus dem Ort Kostjantiniwka auf, auf denen Kämpfer versuchen, einen Stalin-Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg wieder in Gang zu bringen, der dort jahrzehntelang als Denkmal diente.

Heftige Gefechte in Donezk

Am Rand der ostukrainischen Millionenstadt Donezk haben sich Kiew-treue Truppen und pro-russische Separatisten unterdessen heftige Artilleriegefechte geliefert. Bürgermeister Alexander Lukjantschenko rief die Bürger auf, nur im Notfall auf die Straße zu gehen und sich möglichst nur im Stadtzentrum aufzuhalten.

Mehrere Häuser wurden durch Geschosse beschädigt. Ausländische Journalisten berichteten aus der Stadt, dass alle paar Minuten Explosionen zu hören seien. Gekämpft wurde unter anderem am derzeit stillgelegten Flughafen. Die Separatisten warfen der ukrainischen Armee vor, die Stadt mit Grad-Raketenwerfern zu beschießen.

Anschläge auf Bürgermeister

Außerdem wurde bekannt, dass In der Ukraine Anschläge auf zwei Bürgermeister wichtiger Großstädte verübt worden sind. In der zentralukrainischen Stadt Krementschug am Dnjepr ermordeten Unbekannte den Bürgermeister Oleg Babajew mit drei Schüssen, wie örtliche Medien berichteten. Angaben zum Hintergrund der Bluttat gab es zunächst nicht. Der 1965 geborene Babajew war seit 2010 Bürgermeister der Stadt mit mehr als 220.000 Einwohnern. Vorher war er als Parteigänger der damaligen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko Abgeordneter gewesen.

In der westukrainischen Metropole Lwiw (Lemberg) wurde am Freitagabend das Haus von Bürgermeister Andrej Sadowy mit einem Granatwerfer beschossen. Den Angaben nach wurde niemand verletzt. Der parteilose Sadowy gilt als einer der einflussreichsten Politiker in der Westukraine.

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