Sie sind hier: Home > Politik > Specials > Krise in der Ukraine >

Ukraine-Krise: Nato befürchtet russischen Einmarsch in Ost-Ukraine

Angebliche Truppenverstärkung an der Grenze  

Nato befürchtet russischen Einmarsch in Ost-Ukraine

06.08.2014, 23:05 Uhr | rtr, AFP

Ukraine-Krise: Nato befürchtet russischen Einmarsch in Ost-Ukraine. Russische Soldaten im April 2014 in der Nähe der Grenze zur Ukraine. (Quelle: Archivbild Reuters)

Russische Soldaten im April 2014 in der Nähe der Grenze zur Ukraine. (Quelle: Archivbild Reuters)

Schickt Russlands Präsident Wladimir Putin seine Truppen in die Ost-Ukraine? Angesichts der jüngsten Eskalation in der Krise rechnet die Nato offenbar mit dem Schlimmsten.

Die Nato beschuldigt die Regierung in Moskau, die Krise durch den Aufmarsch von rund 20.000 kampfbereiten Soldaten im Grenzgebiet weiter eskalieren zu lassen. Man teile die Sorge, dass Russland unter dem Vorwand eines humanitären oder friedenssichernden Einsatzes Truppen in das Nachbarland entsenden könnte, sagte eine Sprecherin des Militärbündnisses.

Auch Polens Ministerpräsident Donald Tusk warnte vor einer Invasion Russlands in der Ost-Ukraine. Die Bundesregierung forderte vom Kreml, alles zu unterlassen, was zu einer weiteren Eskalation beitrage.

"Der Konflikt wird durch Russland angeheizt"

Nach Angaben eines hochrangigen Nato-Militärangehörigen hat Russland seit Anfang des Monats im Grenzgebiet zur Ukraine Panzer, Infanterie, Artillerie, Luftabwehrsysteme sowie Truppen zur logistischen Unterstützung zusammengezogen. Auch Spezialkräfte und verschiedene Einheiten der Luftwaffe seien vor Ort.

> > > Bilder, Videos, Hintergründe: Die Chronologie der Ukraine-Krise < < <

Die Nato-Sprecherin gab Russland die Schuld an einer Verschlechterung der humanitären Lage in der Ost-Ukraine: "Russland lässt den Zustrom von Waffen und Kämpfern über die Grenze zu. Der Konflikt wird durch Russland angeheizt." Die Regierung in Moskau bestreitet das.

Moskau wies die Anschuldigungen zurück. Es sei "nicht möglich", tausende Truppen und Ausrüstung innerhalb von so kurzer Zeit zu bewegen, zumal ohne dass die in der Region stationierten OSZE-Beobachter dies bemerkten, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax einen Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.

Jeder dritte Deutsche fürchtet Krieg mit Russland

Die anhaltende Eskalation im Osten der Ukraine macht auch vielen Deutschen Sorgen: Jeder Dritte hält nach einer Umfrage für das Hamburger Magazin "Stern" eine militärische Auseinandersetzung zwischen der Nato und Russland infolge des Ukraine-Konflikts für möglich.

Der Forsa-Umfrage zufolge schließen 33 Prozent der Befragten einen Krieg nicht aus. 62 Prozent halten ihn für eher unwahrscheinlich.

Kiew dementiert Vorwürfe

Unterdessen rückte im Osten der Ukraine die Regierungsarmee nach eigenen Angaben weiter gegen die Stellungen der Separatisten vor. Dabei seien bis Mittwochmorgen 18 ukrainische Soldaten getötet und 54 verwundet worden.

Ein Armeesprecher in Kiew widersprach der Darstellung, dass die Luftwaffe in der Nacht zum Mittwoch Angriffe auf die von Separatisten kontrollierte Stadt Donezk geflogen habe. Das einzige ukrainische Flugzeug in der Nähe der Millionenstadt sei für die Kommunikation mit den eigenen Bodentruppen zuständig gewesen.

"Das ukrainische Militär bombardiert weder Donezk oder Luhansk noch andere dichtbesiedelte Orte", sagte der Sprecher. Bewohner von Donezk hatten berichtet, dass die ukrainische Luftwaffe bei ihren Angriffen Raketen abgefeuert habe.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal