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Ukraine-Konflikt: Auf dem Maidan in Kiew brennen wieder Barrikaden

Krawalle in Kiew  

Auf dem Maidan brennen wieder die Barrikaden

07.08.2014, 21:53 Uhr | dpa, AFP

Ukraine-Konflikt: Auf dem Maidan in Kiew brennen wieder Barrikaden. Ukraine: Protest wieder angefacht: Beim Versuch, die Protestlager auf dem Maidan in Kiew zu räumen, gab es schwere Krawalle. (Quelle: dpa)

Beim Versuch, die Protestlager auf dem Maidan in Kiew zu räumen, gab es scheere Krawalle. (Quelle: dpa)

Seit Monaten ist der Blick der Weltöffentlichkeit auf den Osten der Ukraine gerichtet, wo der Bürgerkrieg zwischen pro-russischen Separatisten und ukrainischem Militär immer mehr Opfer fordert. Der Unabhängigkeitsplatz in Kiew, auf dem der Ukraine-Konflikt seinen Anfang nahm, rückte in den Hintergrund. Doch Bilder von heute erinnern an die heiße Phase der Proteste gegen die längst gestürzte Regierung: Erneut brennen Barrikaden, turmhohe schwarze Rauchsäulen verdunkeln den Himmel, und Demonstranten gehen mit Knüppeln auf Regierungsvertreter los.

Auch nach dem Sturz der Regierung Janukowitsch hielten kleinere Gruppen von Maidan-Aktivisten weiterhin auf dem Platz aus und widersetzten sich mehrfach den Aufforderungen, ihre Barrikaden und Zelte abzubauen. Kiews neuer Bürgermeister Vitali Klitschko dringt auf eine Räumung des Platzes, nachdem es dort wiederholt Prügeleien und Schießereien unter den Aktivisten gegeben hatte. Als etwa 300 städtische Mitarbeiter versuchten, den Platz zu räumen, brachen Krawalle aus.

"Wir sind noch nicht bereit zu gehen"

Dutzende Aktivisten zündeten Reifenstapel an, warfen Brandsätze und gingen mit Knüppeln und Steinen auf die Einsatzkräfte los. Mehrere Mitarbeiter wurden den Behörden zufolge verletzt. Über der Innenstadt bildete sich eine dichte Rauchwolke. "Sie kamen von zwei Seiten und wollten die Zelte und alles andere wegräumen", sagte einer der Aktivisten, der sich mit einer Eisenstange bewaffnet hatte. "Sie wollen uns vertreiben, aber wir sind noch nicht bereit, zu gehen."

Foto-Serie mit 8 Bildern

Ende November hatten verschiedene Bürgergruppen den Maidan besetzt. Sie protestierten gegen die Entscheidung des damaligen Präsident Viktor Janukowitsch, ein Assoziierungsabkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen. Bei den zum Teil gewaltsamen Protesten gegen Janukowitsch waren auf dem Maidan rund hundert Menschen getötet worden. Die meisten Demonstranten zogen sich nach dem Sturz Janukowitschs im Februar von dem Platz zurück, nur noch wenige harren in dem Zeltlager aus.

Klitschko: "Was hier passiert, ist kriminell"

Die Stadtverwaltung habe versucht, mit den Besetzern zu verhandeln, betonte Klitschko. "Die Mehrheit der Einwohner wünscht sich Sicherheit und Ordnung im Zentrum von Kiew, aber was hier passiert, ist einfach nur kriminell", sagte der Bürgermeister. Die Hauptforderungen der Maidan-Aktivisten seien inzwischen erfüllt. Die neue pro-europäische Regierung unter Präsident Petro Poroschenko sieht den Dauerprotest auf dem Maidan als überflüssig an. Allerdings verlangen die zu Hunderten versammelten Demonstranten weiter vorgezogene Parlamentswahlen und den Beginn von Reformen.

"Wir brauchen nicht noch Krieg in Kiew"

Ein Rentner auf dem Platz sagte, inzwischen seien auf dem Maidan nur noch Menschen "ohne jede Hoffnung" versammelt. "Die Stadtbehörden müssen sich mit den Anführern darauf einigen, dass Lager zu verlegen, aber auf diese Weise kann das nicht geschehen. Wir haben schon Krieg im Osten, wir brauchen nicht auch noch Krieg in Kiew."

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