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Ukraine-Krise: Erste Hilfskonvoi-Lkw sind zurück in Russland

Obama und Merkel telefonieren  

Erste Laster des russischen Konvois verlassen die Ukraine

23.08.2014, 14:14 Uhr | rtr, AP

Ukraine-Krise: Erste Hilfskonvoi-Lkw sind zurück in Russland. Ein Grenzposten öffnet das Tor für einen russischen Hilfs-Lkw. (Quelle: AP/dpa)

Ein Grenzposten öffnet das Tor für einen russischen Hilfs-Lkw. (Quelle: AP/dpa)

Die ersten Lastwagen des umstrittenen russischen Hilfskonvois haben nach Angaben der OSZE die Ukraine wieder verlassen. Einige Laster seien über die Grenze zurück nach Russland gefahren, sagte der Chef der OSZE-Beobachtermission an der Grenze. Nach Meldungen russischer Medien haben bereits 34 der insgesamt 260 Transporter den Grenzposten passiert, nachdem sie ihre Hilfsgüter in der Ost-Ukraine abgeladen hatten.

Zuvor hatten sich US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Telefonat alarmiert über das russische Vorgehen in der Ukraine gezeigt. Sie forderten Präsident Wladimir Putin auf, den russischen Hilfskonvois aus der Ukraine zurückzuziehen. Gegen Mittag wird die Kanzlerin in Kiew erwartet.

Das Eindringen der Fahrzeugkolonne ohne Einwilligung Kiews stelle eine weitere Provokation Moskaus dar, die die Souveränität der Ukraine verletze, erklärten Obama und Merkel und sprachen ihr "Unverständnis" aus.

"Gefährliche Eskalationen"

Auch die Präsenz russischer Soldaten im Nachbarland, das Zusammenziehen von Truppen entlang der gemeinsamen Grenze und der russische Beschuss von Zielen in der Ukraine hätten gefährliche Eskalationen der Spannungen nach sich gezogen.

Mit der Begründung, dass die notleidende Bevölkerung in umkämpften Gebieten der Ostukraine nicht länger warten könne, hatte Moskau am Freitag mehr als 130 Lastwagen seines Hilfskonvois über die Grenze geschickt. Der ukrainische Geheimdienstchef Valentin Naliwajtschenko bezeichnete das Eindringen als "direkte Invasion". Er betonte aber, sein Land werde den Konvoi nicht beschießen. Kiew vermutet hinter der Aktion einen Trick, um den pro-russischen Separatisten in der Region Waffen zu bringen und getötete Rebellen abzutransportieren.

Konferenz hinter verschlossenen Türen

Russlands Vorgehen beschäftigte am Abend auch den UN-Sicherheitsrat, der auf Betreiben Litauens hinter verschlossenen Türen zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkam. Es habe aber "keine Eintracht der Ansichten" bei dem Treffen gegeben, sagte der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant. Mehrere Staaten hätten Russland vorgeworfen, "illegal und eigenmächtig" gehandelt zu haben. Der UN-Botschafter des Landes, Witali Tschurkin, verteidigte sein Land jedoch. Er erinnerte daran, dass Moskau habe eine offizielle Notiz von Kiew erhalten habe, in der die Idee eines russischen Konvois begrüßt worden sei.

Erste Fahrzeuge in Lugansk angekommen

Am Freitagabend kamen die ersten Fahrzeuge des Konvois in der zwischen prorussischen Rebellen und ukrainischem Militär umkämpften Stadt Lugansk rund 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt an. Die russische Kolonne habe auf ihrer Fahrt nach Lugansk einen Umweg genommen, um nicht durch Gebiet zu fahren, das vom ukrainischen Militär kontrolliert wird, berichteten Augenzeugen.

Vor kurzem hatte die ukrainische Armee mitgeteilt, Lugansk größtententeils zurückerobert zu haben, doch scheinen dort die Rebellen weiterhin die Kontrolle zu haben. Die Menschen dort sind als Folge der heftigen Kämpfe ohne Wasser, Telefon und Strom, Lebensmittel sind knapp.

Der mehr als 260 Fahrzeuge umfassende Konvoi hatte seit einer Woche an der Grenze gewartet. Das Rote Kreuz, das ihn begleiten sollte, bekam keine zufriedenstellenden Sicherheitsgarantien für die Mission. Laut der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatten Freitagmittag bereits 134 russische Hilfslastwagen, zwölf unterstützende Fahrzeuge und ein Krankenwagen die Grenze überquert. Die Ukraine hatte lediglich 35 Fahrzeugen nach Kontrollen am Donnerstag die Einreise erlaubt.

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