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Ukraine-Krise: Gorbatschow warnt vor Blutvergießen in Europa

Ukraine-Krise droht zu eskalieren  

Gorbatschow warnt vor "schrecklichem Blutvergießen" in Europa

30.08.2014, 17:23 Uhr | AFP, dpa

Ukraine-Krise: Gorbatschow warnt vor Blutvergießen in Europa. Der russische Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow hat angesichts der Eskalation im Ukraine-Konflikt vor einem "schrecklichen Blutvergießen" in Europa gewarnt. (Quelle: Reuters)

Der Mann, der Weltgeschichte schrieb, blickt sorgenvoll in die Zukunft Europas. (Quelle: Reuters)

Der russische Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow hat angesichts der Eskalation im Ukraine-Konflikt vor einem "schrecklichen Blutvergießen" in Europa gewarnt. Es dürfe nicht dazu kommen, dass sich der Konflikt etwa durch ein militärisches Eingreifen Russlands zu einer internationalen Krise ausweite, mahnte der 83 Jahre alte ehemalige Sowjetpräsident in einem Moskauer Radiosender. Die Nachbarstaaten Russlands fürchten ein "neues russisches Imperium" - und ziehen Vergleiche zu Hitler-Deutschland.

"Wenn der Staat angerührt wird, (...) dann werden dort alle hineingezogen. Wir könnten dann zu einem schrecklichen Blutvergießen in Europa kommen. Das darf nicht zugelassen werden", sagte Gorbatschow im Blick auf die Ukraine, die auseinander zu brechen droht.

Er kritisierte, dass es trotz mehrfacher Ankündigungen in der umkämpften Ost-Ukraine noch immer keine Fluchtkorridore für Zivilisten gebe. Schulen und Krankenhäuser würden zerstört: "Es muss alles dafür getan werden, damit das gegenseitige Töten aufhört. Es ist doch ein Volk", so Gorbatschows Appell.

Eine entscheidende Rolle bei der Konfliktlösung komme den Vereinten Nationen, der EU und den Konfliktparteien selbst zu, betonte der Politiker.

Russland "praktisch im Krieg gegen Europa"

Mit drastischen Worten hat Litauens Staatschefin Dalia Grybauskaite vor dem EU-Gipfel in Brüssel das russische Vorgehen im Osten der Ukraine angeprangert.

Russland befinde sich im Kriegszustand gegen die Ukraine, die näher an Europa rücken wolle. "Das heißt, Russland ist praktisch im Krieg gegen Europa." Die EU müsse deswegen handeln und der Ukraine dabei helfen, ihr Territorium und ihre Bevölkerung zu schützen, sagte Grybauskaite: "Wir müssen die Ukraine militärisch unterstützen und ihr militärisches Material schicken", forderte die Präsidentin eines Landes, in dem das Vorgehen Russlands in der Ukraine-Krise mit großer Sorge beobachtet wird.

Polnischer Staatspräsident warnt vor russischem "Imperium"

Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski warnt vor einem "neuen russischen Imperium" und vor einer Appeasement-Politik des Westens gegenüber Moskau. Es dürften nicht die Fehler der 1930er Jahre wiederholt werden, als man Hitler nachgegeben und es versäumt habe, "die Gewaltanwendung Deutschlands zu stoppen", sagte Komorowski im Deutschlandradio Kultur und im Deutschlandfunk.

"Russland hat in der Ukraine eine Invasion durchgeführt. Erst wurde die Krim gefordert, jetzt geht es schon um weitere Gebiete der Ukraine. Und alle fragen sich, wo das endet", so Komorowski. Es gehe auch darum, ob Europa "ein Europa der Kosaken oder ein demokratisches" werde.

Nachdrücklich plädierte der polnische Präsident für Sanktionen des Westens gegen Russland und eine militärische Stärkung der Ostflanke der Nato. Stärke schrecke eine aggressive Politik ab. Das Sowjet-Imperium sei wegen seiner Niederlage im Rüstungswettlauf und im wirtschaftlichen Wettlauf zerbrochen.

Putin zieht Wehrmacht-Vergleich

In Moskau sieht man die Dinge freilich ganz anders. Dort dementiert man den Vorwurf des Westens beharrlich, die pro-russischen Separatisten in der Ost-Ukraine zu unterstützen.

Russlands Präsident Wladimir Putin verglich jüngst das Vorgehen der ukrainischen Streitkräfte im Osten des Landes gegen die russische Bevölkerung mit der Belagerung von Leningrad durch die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

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